BfR-Höchstmengenempfehlungen Teil 3

Nahrungsergänzungsmittel: Welche, wann und für wen? (3)

Stuttgart - 26.02.2018, 14:20 Uhr

Eine ausgewogene Ernährung für Kinder: Spaghetti mit Ketchup und danach eine Multivitamin-Pille? (Foto: StefanieB. / stock.adobe.com)   

Eine ausgewogene Ernährung für Kinder: Spaghetti mit Ketchup und danach eine Multivitamin-Pille? (Foto: StefanieB. / stock.adobe.com)   


Gibt es sinnvolle NEM für Kinder?

Laut JAMA sollten alle Kleinkinder im Alter von einem Jahr auf Eisenmangel hin untersucht werden. Außerdem soll Eisen mit 1 mg/kg Köpergewicht pro Tag ab dem vierten Monat supplementiert werden, bis genügend Eisen über die Nahrung aufgenommen wird – was gewöhnlich ab sechs Monaten der Fall sei. Deutsche Handlungsempfehlungen beschreiben im „Ernährungsplan für das 1. Lebensjahr“ welche Beikost in welcher Abfolge zusammen mit Muttermilch oder Säuglingsnahrung das Nährstoffbedürfnis von Säuglingen möglichst weitgehend abdeckt. Ein besonderes Augenmerk sollte auf der Zufuhr von Iod und Eisen liegen. Es sei davon auszugehen, dass die Eisenvorräte eines Kindes nach vier- bis sechs-monatiger Muttermilchernährung erschöpft sind und der Eisenbedarf im zweiten Lebenshalbjahr stark steigt. Deshalb wird als erste Beikost ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei empfohlen. Ein bis zweimal die Woche kann das Fleisch durch (fettreichen) Fisch ersetzt werden. So können Omega-3-Fettsäuren, Eisen, Zink und Iod zugeführt werden.

Später brauchen gesunde Kinder mit ausgewogener Ernährung laut JAMA keine Nahrungsergänzungsmittel. Von Präparaten, die die empfohlenen Tagesmengen überschreiten, sollte abgeraten werden. Eine Diskussion der letzten Jahre, dass Omega-3-Fettsäuren das Risiko für Autismus oder ADHS verringern könnten, sprechen die Autoren zwar an; sie halten die Daten jedoch nicht für ausreichend, um eine Empfehlung auszusprechen. 2013 hat Stiftung Warentest „Pillen für die Schule“ unter die Lupe genommen. Alle der zwölf Produkte seien „wenig geeignet“, hieß es. 

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Auch deutsche Handlungsempfehlungen besagen, dass eine Supplementierung mit Vitaminen und Mineralstoffen nur auf medizinischen Rat in Abstimmung mit dem Kinder- und Jugendarzt erfolgen sollte. Bei geringer Sonnenlichtexposition, dunkler Hautpigmentierung oder einer strikt veganen Ernährung könnte beispielsweise ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel bestehen. Im Jahr 2008 hat Stiftung Warentest Nahrungsergänzungsmittel für Kinder zum letzten Mal bewertet und kam zu dem Schluss, dass sie im besten Fall überflüssig seien.

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Diana Moll, Apothekerin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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