BfR-Höchstmengenempfehlungen Teil 3

Nahrungsergänzungsmittel: Welche, wann und für wen? (3)

Stuttgart - 26.02.2018, 14:20 Uhr

Eine ausgewogene Ernährung für Kinder: Spaghetti mit Ketchup und danach eine Multivitamin-Pille? (Foto: StefanieB. / stock.adobe.com)   

Eine ausgewogene Ernährung für Kinder: Spaghetti mit Ketchup und danach eine Multivitamin-Pille? (Foto: StefanieB. / stock.adobe.com)   


Vitamin D für Säuglinge, aber keine Höchstmengen vom BfR?

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Die neuen Höchstmengen-Empfehlungen des BfR lassen sich nicht so einfach auf Kinder übertragen. Das Ziel des BfR war es sichere Höchstmengen in NEM für die Gesamtbevölkerung abzuleiten. Die Berücksichtigung von Kindern hätte aufgrund der geringeren ULs (tolerierbare höchste Tagesaufnahmemenge) jedoch keine sinnvollen Höchstmengen für die Allgemeinbevölkerung ergeben. NEM, die den neuen Empfehlungen des BfR entsprechen, sind für Personen ab 15 Jahren sicher.

Kleinkinder, die Muttermilchersatz erhalten, müssen laut JAMA normalerweise keine weiteren Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, da die Ersatzmilch  im Gegensatz zur Kuhmlich in Deutschland mit Vitamin D und oft auch Eisen angereichert ist. Auch für Europa ist die Zusammensetzung von Säuglingsanfangs- und Folgenahrung gesetzlich geregelt. In Deutschland können Säuglingsanfangsnahrungen („Pre-“ und „1“-Nahrungen) im gesamten 1. Lebensjahr gegeben werden. Zu Beginn allein, später mit Beikost. Mit der Einführung der Beikost kann die Säuglingsanfangsnahrung durch Folgenahrung ersetzt werden (meist mit „2“ gekennzeichnet). Ein Wechsel ist zwar nicht notwendig, Folgenahrungen weisen aber einen höheren Eisengehalt auf, der im 2. Lebenshalbjahr sinnvoll ist. Genauer informiert das Netzwerk „Gesund ins Leben“.

Kennen Sie schon das Bundeszentrum für Ernährung? Seit Februar 2017 liefert es Informationen rund um eine sichere und nachhaltige Auswahl von Lebensmitteln. In der zugehörigen Fachzeitschrift wird aktuell das Thema Vitamin D in einem Online-Spezial-Artikel behandelt. Zudem gibt das Bundesministerium für Ernährung und Lanwirtschaft (BMEL) seit 2016 jährlich einen Ernährungsreport heraus, unter dem Titel „Deutschland, wie es isst“. Die Ergebnisse des Ernährungsreports basieren auf einer Forsa-Umfrage, deren Titel leicht vom Ernährungsreport abweicht: „So will Deutschland essen“. Die neuste Erhebung wurde vom 24. Oktober bis 3. November 2017 mit Hilfe computergestützter Telefoninterviews durchgeführt. Ein zentrales Ergebnis des Ernährungsreports lautet:  

14 Prozent der Menschen gaben im Ernährungsreport 2018 an, mindestens täglich Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine, Mineralien oder Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Sollten Nahrungsergänzungsmittel auch Teil der Ernährungsbildung in Schulen werden?


Wir müssen die Ernährungsbildung im Stundenplan fest verankern – am besten als eigenes Schulfach.

Christian Schmidt MdB, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft




Diana Moll, Apothekerin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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