Ernährung aktuell

Wenn Kinder auf Essen allergisch reagieren

Übelkeit, Durchfall, Ausschlag, Atemnot bis hin zum Schock – all das können Reaktionen auf an und für sich harmlose Lebensmittel sein. Von einer sogenannten Lebensmittelunverträglichkeit sind viele Menschen betroffen – manche bereits von Geburt an, manche erst in späteren Lebensjahren. Unterteilt werden die Unverträglichkeiten grob in Lebensmittelallergien und nicht immunologisch vermittelte Reaktionen, die sog. Lebensmittelintoleranzen. Über letztere haben wir bereits in vorangegangenen Folgen unserer Serie "Basiswissen Kinder- und Jugendernährung" berichtet, z. B. zur Lactoseintoleranz (DAZ 2010, Nr. 3) und zur Fructoseintoleranz (DAZ 2010, Nr. 30). In dieser Folge dreht sich nun alles um die Lebensmittelallergien.
Einteilung der Lebensmittelunverträglichkeiten Quelle: [9]

Bereits im Zeitalter der Antike waren Lebensmittelallergien bekannt. So erwähnten die Ärzte Hippokrates (500 v. Chr.) und Galen (200 n. Chr.) Lebensmittelunverträglichkeiten, die nach heutigem Wissensstand als allergische Reaktion gedeutet werden kann. Erstmals definiert wurde der Begriff "Allergie" jedoch erst 1906 vom Wiener Kinderarzt Clemens von Pirquet. Seiner Definition nach verstand er darunter eine veränderte immunologische Reaktionsfähigkeit des Organismus. Heute werden Lebensmittelallergien als eine nicht toxische, immunvermittelte Überempfindlichkeitsreaktion klassifiziert. Dieser liegt eine Interaktion zwischen einem Lebensmittelallergen und spezifischen IgE-Antikörpern zugrunde. Daneben gibt es auch Allergien, die nicht IgE-vermittelt sind. Diese zwei Formen der Lebensmittelunverträglichkeit sind von den nicht immunvermittelten Unverträglichkeiten abzugrenzen (siehe Abbildung) [1].

Säuglinge und Kleinkinder häufiger betroffen

Lebensmittelallergien treten bei Säuglingen und Kleinkindern wesentlich häufiger auf als bei Erwachsenen. Besonders problematisch erweisen sich in dieser Altersgruppe Kuhmilch und Ei (Tab. 1).

Tab. 1: Häufige Auslöser von nicht IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien in verschiedenen Altersgruppen

Säuglinge
Kinder
Erwachsene
Kuhmilch
Soja
Hühnerei
Hühnerei
Kuhmilch
Weizen
Erdnuss
Nüsse
Fisch
Soja
Erdnuss
Nüsse
Fisch
Weizen
Schalentiere

Quelle: [3]

Dagegen stehen bei Erwachsenen Nüsse, Fische und Schalentiere an erster Stelle [2]. Die genaue Prävalenz ist nur schwer ermittelbar. Zudem ist sie abhängig von der Population, den gewählten Diagnosekriterien und dem Alter. Oft überschätzen Eltern die Häufigkeit von Lebensmittelallergien: Im Rahmen einer prospektiven Erhebung, in der 480 Kinder in den ersten drei Lebensjahren beobachtet wurden, berichteten 28 Prozent der Eltern, dass ihr Kind von einer Lebensmittelallergie betroffen sei. Durch einen doppeltblinden, placebokontrollierten oralen Belastungstest konnte aber nur bei sechs Prozent der Teilnehmer eine Nahrungsmittelallergie bestätigt werden [3].

Bei Atopikern ist die Inzidenz höher als in der Normalbevölkerung, da Nahrungsmittelallergien oft mit Aeroallergenen wie Pollen im Sinne einer Kreuzallergie in Verbindung stehen. Auch die geografische Lage ist bedeutend: Gemäß den Ernährungsgewohnheiten sind Fischallergien in Regionen am Meer häufiger, ebenso wie die Erdnuss in Nordamerika als Allergen von besonderer Bedeutung ist [2].

Ein Allergen, unterschiedliche Reaktion

Viele Kleinkinder reagieren bis zum dritten Lebensjahr auf Hühnerei, Milch und Nüsse vor allem mit Magen-Darm-Beschwerden und Ekzemen. Im Lauf des Heranwachsens verliert sich diese Sensibilisierung häufig. Wie bereits beschrieben, hängt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Lebensmittel eine Lebensmittelallergie auslöst, von den Verzehrsgewohnheiten der Gesellschaft ab.

Neben den regionalen Unterschieden können Allergiker auch unterschiedlich stark auf das gleiche Allergen reagieren: Während die Aufnahme von geringen Spuren bei einem Haselnussallergiker eine lebensbedrohliche Schockreaktion auslösen kann, verträgt ein anderer mehrere Nüsse, die bei ihm nur leichte Symptome auslösen. Auch treten Unterschiede im immunologischen Bereich auf. So reagiert Person A lediglich auf das Hauptallergen des Apfels, wohingegen Person B gegen alle allergen wirkenden Proteine der Frucht sensibilisiert ist. Daher ist eine einfache Standard-Therapie nicht möglich [1]. Des Weiteren gelten Nahrungsmittelallergene als häufigste Triggerfaktoren für Anaphylaxie im Kindes- und Jugendalter: So lösen Nahrungsmittelallergene 57 Prozent der anaphylaktischen Reaktionen bei Kindern aus. Ein Sonderfall ist die "nahrungsmittelabhängige, anstrengungsassoziierte Anaphylaxie", die insgesamt sehr selten, im Kindesalter aber vergleichsweise häufig zu beobachten ist. In diesem Fall induziert das jeweilige Nahrungsmittelallergen ausschließlich in Kombination mit einer kurz nach Ingestion unternommenen körperlichen Anstrengung anaphylaktische Beschwerden [5].

Bei Jugendlichen oft Kreuzreaktionen

Kreuzreaktionen liegen dann vor, wenn ein Organismus, der auf ein bestimmtes Allergen reagiert oder darauf sensibilisiert ist, die gleiche Reaktion auch auf andere Allergene zeigt. Dies ist auf gleiche oder ähnliche Allergen-Determinanten von Proteinen verschiedener Quellen, sog. Paratope, zurückzuführen. So bindet sich der vom Immunsystem sezernierte Antikörper an alle zugänglichen Paratope, unabhängig ob diese Antigene der Birkenpolle oder des Apfels sind.

Eine Kreuzreaktion gilt als bewiesen, wenn eine mindestens 60%ige Homologie der Aminosäuresequenzen vorliegt. Häufig tritt die Kreuzreaktivität zwischen Inhalationsallergenen, etwa von Baum- oder Strauchpollen, und Lebensmitteln auf (siehe Tab. 2).

Tab. 2: Kreuzreaktionen von Inhalations- und Lebensmittelallergenen

Name
Inhalationsallergen
Lebensmittelallergen
Sellerie-Beifuß-Karotten-Gewürz-Syndrom
Beifußpollen
Sellerie, Petersilie, Karotte, Anis, Dill, Sonnenblumenkerne, Kümmel, Fenchel, Paprika
Sellerie-Beifuß-Birkenpollen-Syndrom
Birkenpollen, Beifuß
Sellerie
Birkenpollen-Nuss-Kernobst-Syndrom
Pollen von Birke, Erle und Hasel
Nüsse (Hasel-, Walnuss), Apfel, Pfirsich, Kirsche, Birne, Aprikose
Ragweed-Bananen-Melonen-Syndrom
Traubenkrautpollen
Melone, Banane
Latex-Frucht-Syndrom
Latexproteine
Avocado, Banane, Feige, Kiwi, Spinat, Kartoffel
Milben-Schalentier-Syndrom
Hausstaubmilben
Garnelen, Hummer, Langusten, Krebse
Vogelei-Syndrom
Vogelkot und -federn Gräserpollen
Eidotter-Proteine, Tomate, Leguminosen

Quelle: [1]

Betroffen sind vor allem Jugendliche, aber auch Erwachsene. Bei diesen Personengruppen ist eine pollenassoziierte Lebensmittelallergie die häufigste Form der Lebensmittelunverträglichkeit. Ihr geht eine Pollensensibilisierung voraus, die nicht unbedingt zur Ausbildung einer Pollenallergie führen muss. In der Regel beschränken sich die allergischen Reaktionen auf den Mund- und Rachenraum, wohingegen kardiovaskuläre Symptome oder Asthma seltener zu beobachten sind. Es wird geschätzt, dass zwischen 80 und 90 Prozent aller Pollenallergiker mit Heuschnupfen oder Asthma auch auf Lebensmittel allergisch reagieren. Kreuzreaktionen können in verschiedenen Kombinationen auftreten. Dies unterstreicht das breit gefächerte Spektrum der Lebensmittelallergien [1].

Vielfältige Symptomatik

Die Symptome einer Nahrungsmittelallergie sind vielfältig und die meisten stehen nicht spezifisch für eine Allergie (Tab. 3). Problematisch bei Säuglingen ist, dass Symptome oft uncharakteristisch sind und auch auf Infektionen oder angeborene Fehlbildungen hinweisen können [3].

Tab. 3: Symptome einer Lebensmittelallergie

Organ
Symptom
Häufigkeit
Haut
Urticaria, Ekzeme
45%
Atemwege
Asthma, Rhinitis
25%
Magen-Darm-Trakt
Durchfall, Erbrechen, Kolik
30%
Herz-Kreislauf-System
Anaphylaktischer Schock
10%

Quelle: [1]

Insgesamt sind allergische Reaktionen häufig bereits nach 30 bis 60 Minuten beobachtbar. In Ausnahmefällen können diese aber auch erst einige Stunden nach Lebensmittelaufnahme auftreten, je nach Verweildauer der Nahrung im Magen bis zum Erreichen des Dünndarms. Symptome betreffen überwiegend Organe wie Haut, Atemwege und den Magen-Darm-Trakt. Herz-Kreislauf-Störungen treten dagegen selten auf. Bedeutend sind Urtikaria und das orale Allergiesyndrom. Letzteres macht sich durch Anschwellen der Lippen und der Zunge sowie einen Juckreiz an Mund- und Rachenschleimhaut bemerkbar. Seltener treten Diarrhö, Erbrechen und Blähungen auf. Die Atemwege sind hauptsächlich von Asthma bronchiale betroffen. In schweren Fällen macht sich eine allergische Reaktion auch am Herz und an Gefäßen bemerkbar, was bis zum anaphylaktischen Schock führen kann, der möglicherweise tödlich endet [1].

Welche klinischen Symptome auftreten, hängt davon ab, wie alt die Kinder sind, aber auch welcher Abschnitt des Gastrointestinaltrakts von der Reaktion betroffen ist [3]. Insgesamt schwankt die Intensität und Ausprägung der Allergie bei jedem Betroffenen [1]. Für Lebensmittelallergien auf Grundnahrungsmittel, die vor allem im frühen Kindesalter auftreten, ist die Prognose gut. Oft verschwindet die Allergie nach wenigen Jahren wieder, so dass Betroffene bereits im Schulalter keine therapeutische Diät mehr einhalten müssen [4].

Diagnose in Abhängigkeit von der Anamnese

Die Diagnose von Lebensmittelallergien ist ebenso wie die Abgrenzung zu anderen Lebensmittelunverträglichkeiten oft schwierig. Eingangs wird zunächst eine Anamnese vorgenommen. Ergänzend kann über einen definierten Zeitraum ein Beschwerdetagebuch geführt werden. Alle weiteren Schritte richten sich nach den Ergebnissen der Anamnese. Mittels Hauttests können bestehende Sensibilisierungen des Organismus identifiziert werden. Sie dienen überwiegend als Screening-Methode. Mittels In-vitro-Diagnostik kann der spezifische IgE-Serum-Spiegel bestimmt werden [9]. Des Weiteren gilt der kontrollierte Provokationstest als aussagekräftiges diagnostisches Mittel. Doch die Gabe der verdächtigen Substanzen soll grundsätzlich nur bei möglichst beschwerdefreien Patienten und in Notfallbereitschaft durchgeführt werden. Durch eine Provokation ist eine Sofortreaktion innerhalb von 30 bis 60 Minuten zu erwarten.

Des Weiteren können diagnostische Diäten durchgeführt werden: Im Rahmen einer Eliminationsdiät werden die verdächtigen Lebensmittel nacheinander weggelassen, bis die Beschwerden abklingen. Daneben kann auch eine Stufen-Provokation angewendet werden: Ausgehend von einer Basisdiät werden Schritt für Schritt verschiedene Nahrungsmittelgruppen zugeführt. Eine allergenfreie Minimaldiät empfiehlt sich, wenn trotz bestimmter Symptomatik kein Nahrungsmittel als Auslöser identifiziert werden kann. Verschwinden auch dann die Symptome nicht, so kann eine Lebensmittelallergie so gut wie ausgeschlossen werden. Ist der Patient aber symptomfrei, kann in einem zweiten Schritt eine Stufen-Provokation durch langsame, selektive, schrittweise Addition einzelner Nahrungsmittelgruppen vorgenommen werden. Bei entsprechender klinischer Symptomatik wird dann versucht, die auslösenden Allergene nachzuweisen.

Bei Allergien vom Soforttyp kann die Diät täglich modifiziert werden, bei Verdacht auf verzögerte Reaktionen sollten zwei- bis dreitägige Intervalle eingehalten werden. Wichtig ist auch, dass der Patient eine standardisierte Diät erhält und alle angebotenen Lebensmittel verzehrt. Am letzten Tag werden zudem Produkte mit hohem Gehalt von Zusatzstoffen angeboten. Falls lebensbedrohliche Reaktionen zu erwarten sind, sollte dies nur unter stationären Bedingungen erfolgen [2].

Beikost: Auf den Zeitpunkt der Einführung achten

Interaktionen zwischen Nahrungsmittelallergenen und dem Immunsystem erfolgen über die Haut, den Respirations- und besonders den Gastrointestinaltrakt. Letzterer ist einerseits großen Mengen an Fremdproteinen ausgesetzt und andererseits sind dort eine hohe Zahl an immunologisch kompetenten Zellen beherbergt. Normalerweise reagiert das darmmukosaassoziierte Immunsystem bei Kontakt mit Nahrungsproteinen mit einer Toleranzentwicklung [3]. Untersuchungen weisen darauf hin, dass eine zu frühe Zufuhr von Beikost vor dem 4. Lebensmonat, aber auch eine zu späte Einführung nach dem 7. Lebensmonat die Inzidenz von Nahrungsmittelallergien und atopischen Erkrankungen erhöht [6]. Daher kann angenommen werden, dass im Zeitfenster zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat eine verbesserte orale Toleranz bestehen könnte [7]. Die aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und der ESPGHAN (European Society of Paediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition) sprechen sich daher für die erste Beikosteinführung nicht vor der 17., aber auch nicht nach der 26. Lebenswoche aus [8].

Therapie basiert auf Verzicht

Eine universell einsetzbare Therapie für alle Lebensmittelallergiker gibt es aufgrund der individuellen Symptomatik nicht. Zum einen wird dem Allergiker eine orale oder subkutane Desensibilisierung angeboten: durch die regelmäßige Exposition der Allergene soll eine Adaption herbeigeführt werden, allerdings kann der Erfolg nicht garantiert werden. Medikamente wie Kortikosteroidtabletten oder Antihistaminika (Notfallset) können akute Symptome rasch lindern.

Sicher vermeiden lassen sich Reaktionen jedoch bisher nur durch eine Allergenkarenz. Patienten müssen dann auf das auslösende Nahrungsmittel verzichten. Ist ein Betroffener lediglich gegen einzelne Lebensmittel oder exotische Früchte allergisch, ist diese Therapieform praktikabel. Doch bei Mehrfachsensibilisierung oder einer Allergie gegenüber Grundnahrungsmitteln kann eine solche Eliminationsdiät die Lebensqualität einschränken und in schweren Fällen auch zu Mangelerscheinungen führen. Daher sollten Allergiker unbedingt durch allergologisch geschulte Ernährungsfachkräfte betreut werden [1].

Wie ist mit industriell hergestellten Lebensmitteln umzugehen? Verarbeitete Lebensmittel bestehen heutzutage oft aus einer Vielzahl von Zutaten. Damit stellen solche Produkte eine potenzielle Gefahrenquelle für Menschen dar, die auf bestimmte Lebensmittelallergene starke Reaktionen zeigen. Damit sich Allergiker bzw. Eltern von betroffenen Kindern besser zurechtfinden können, hat die Europäische Kommission eine Richtlinie zur Kennzeichnung von häufig allergen wirkenden Bestandteilen erlassen (siehe Kasten) [1].

Kennzeichnungspflichtig


In Lebensmittelprodukten zu kennzeichnende potenziell allergene Lebensmittel

  • Glutenhaltiges Getreide (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut oder Hybridstämme davon) sowie daraus hergestellte Erzeugnisse

  • Krebstiere und Krebstiererzeugnisse

  • Eier und Eiererzeugnisse

  • Fisch und Fischerzeugnisse

  • Erdnüsse und Erdnusserzeugnisse

  • Soja und Sojaerzeugnisse

  • Milch und Milcherzeugnisse (einschließlich Lactose)

  • Schalenfrüchte (Mandel, Haselnuss, Walnuss, Cashewnuss, Pecannuss, Paranuss, Pistazie, Macadamianuss, Queenslandnuss) sowie daraus hergestellte Erzeugnisse

  • Sellerie und Sellerieerzeugnisse

  • Senf und Senferzeugnisse

  • Sesamsamen und Sesamsamenerzeugnisse

  • Schwefeldioxid und Sulfite von mehr als 10 mg/kg

  • Lupine und Lupinenerzeugnisse

  • Weichtiere und Weichtiererzeugnisse


Quelle: [1]

Prävention der Lebensmittelallergie

Die Leitlinie Allergieprävention, die im Jahr 2009 überarbeitet wurde, weist darauf hin, dass ausschließliches Stillen nur in den ersten vier Lebensmonaten vorbeugend wirkt. Die Gesamtstilldauer, unabhängig ob Voll- oder Teilstillen, ist zudem mit diversen Vorteilen assoziiert. Es gibt außerdem keine gesicherten Belege, dass eine Verzögerung der Beikosteinführung über den vierten Monat präventive Vorteile mit sich bringt. Hinsichtlich Säuglingsmilchnahrung sollten Risikokinder eine allergenreduzierte Nahrung erhalten. Soja-basierte Säuglingsnahrungen zur Allergieprävention sind jedoch nicht zu empfehlen. Weiterhin fehlen Belege für einen präventiven Effekt von diätischen Restriktionen während der Schwangerschaft, Stillzeit und im ersten Lebensjahr.

Letztlich muss darauf hingewiesen werden, dass alle Kinder gemäß den STIKO-Empfehlungen geimpft werden sollen: es gibt keine Belege, dass Impfungen das Allergierisiko erhöhen, aber Hinweise dass diese das Risiko senken können [10].


Literatur

[1] Paschke, A. (2010): Lebensmittelallergien. Ernährungs-Umschau Heft 1/10, 37 – 41.

[2] Bruckbauer et al. (2004): Nahrungsmittelallergien. In: Biesalski et al.: Ernährungsmedizin. 3., erweiterte Auflage, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 468 – 478.

[3] Claßen, M. (2009): Immunologisch bedingte Nahrungsmittelunverträglichkeiten – Gastrointestinale Manifestationen bei Kindern und Jugendlichen. Monatsschrift Kinderheilkunde 10, 1007 – 1018.

[4] Constien, A. & Reese, I. (2007): Lebensmittelallergien – Grundlagen, Diagnose, Therapie. Ernährungs-Umschau 3/07, 146 – 153.

[5] Ott, H. et al. (2007): Anaphylaxie im Kindes- und Jugendalter. Der Hautarzt 12, 1032 – 1040.

[6] Snijders et al. (2008): Age at first introduction of cow milk products and other food products in relation to infant atopic manifestations in the first years of life: The KOALA Birth Cohort Study. Pediatrics 122:e115 – e122.

[7] Lack, G (2008): Epidemiologic risks for food allergy. J Allergy Clin Immunol 121, 1331 – 1336.

[8] ESPGHAN Committee on Nutrition et al. (2008): Complementary feeding: a commentary by the ESPGHAN Committee on Nutrition. J Pediatr Gastroenterol Nutr 46, 99 – 110.

[9] Binder, C. (2005): Ernährungsdiagnostik und -therapie bei Lebensmittelunverträglichkeiten im Überblick. Ernährungsumschau 52, Heft 10, 411 – 413.

[10] Reese, I. (2009): Paradigmenwechsel in der Prävention allergischer Erkrankungen. Ernährungs-Umschau 12/09, 688 – 693.


Autorin

Katja Aue, M. Sc. Ökotrophologie

katja_aue@web.de

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