Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

21.05.2017, 08:00 Uhr

Ich glaub, mir fehlt die Alfi-Kanne... (Foto: Andi Dalfehrt)

Ich glaub, mir fehlt die Alfi-Kanne... (Foto: Andi Dalfehrt)


Ein Sommerfest: Das Apothekerpalais ist weg, die Kampagnen-Unterschriften auch. Und unser Präsident lässt die Hosen runter und äußert sich als Privatmann: Ein Einschreibemodell soll’s sein. Und während die Honorargeister durch die Lüfte wabern, meinen die Kassen, die Apotheker verdienen zu viel. Derweil läuft sich Amazon warm und Sempora singt ein Wiegenlied vom Rx-Versand: Alles wird gut.  

14. Mai 2017

Da hat er was losgetreten, unser ABDA-Präsident auf dem Niedersächsischen Apothekertag. Aber als Privatmann, wie er anmerkte. Er kann sich ein Einschreibe-Modell nach holländischem Vorbild vorstellen. Aber dieser Vorschlag sei nur seine persönliche Überzeugung und nicht mit der ABDA abgestimmt: Also: Patienten schreiben sich in einer Apotheke ihrer Wahl ein und die Apotheke bekommt dafür pro Patient eine Pauschale, mit der das ganze Drumherum um die Abgabe und andere Apothekenleistungen honoriert sind. Aber diese Pauschale dürfe nur einen kleinen Teil der Apothekervergütung ausmachen. Mein liebes Tagebuch, was halten wir davon? Klar kann man mal drüber nachdenken. Immerhin sagt unser Präsident wenn schon nicht offiziell so doch als Privatmann was dazu, und das „nach langer Diskussion mit mir selbst“. Mein liebes Tagebuch, dieser Diskussion hätten wir gerne gelauscht! Zurück zum Vorschlag: Er beinhaltet gewiss ein paar Vorteile für die Apotheke. Aber auch ein dicke Portion an Nachteilen. So kommt es auf die Höhe dieser Pauschale an. Und was ist, wenn unter Apotheken das Gerangel, der Kampf um Patienteneinschreibungen losgeht? Was ist mit der Bürokratie, die ein solches Modell nach sich zieht? Was man auch sehen muss: Die spontane freie Apothekenwahl bleibt auf der Strecke. Schmidt hat das Ergebnis seines privaten Zwiegesprächs rausgelassen, nachdem zuvor Thomas Müller-Bohn in seinem Referat auf dem Niedersächsischen Apothekertag die Idee einer Fonds-Lösung vorgestellt hat: Ein Teil des Packungshonorars könnte in einen Topf wandern, aus dem dann z. B. Dienstleistungen wie die Medikationsanalyse honoriert werden könnten. Mein liebes Tagebuch, auch das ist eine überlegenswerte Alternative, die aber unserem Präsidenten wohl nicht recht schmecken wollte. Jetzt kann man natürlich orakeln, was Privatmann-Schmidt mit seinem Holland-Modell bewirken wollte. Vielleicht dem ABDA-Schmidt ein bisschen einheizen? Und damit der ABDA selbst? Mag sein. Fakt ist, das Honorarthema wabert seit geraumer Zeit durch die Lüfte: Die Honorardiskussion ist eröffnet. Aus der Politik kommen Vorschläge, von Ökonomen und Wirtschaftsexperten und von Privatmann-Schmidt, aber nicht von der ABDA offiziell. Die Zeit drängt! Wie wäre es, wenn jetzt mal ABDA-Wirtschaftler mit Experten in Klausur gingen, einige diskussionswürdige Honorarvorschläge ausarbeiteten und dann für die Community zur Diskussion stellten? Beim Perspektivpapier hatte das Procedere doch funktioniert. 

15. Mai 2017

Die Krankenkassen sehen Wirtschaftlichkeitsreserven beim Apothekenhonorar. Mein liebes Tagebuch, geht’s noch? Eine Apotheke nach der anderen macht dicht, die Apothekengehälter sind alles andere als fürstlich und die Kassen sehen Wirtschaftlichkeitsreserven. Nach Meinung des GKV-Spitzenverbands könnten nämlich bei einem niedrigeren Honorar die Boni und Rabatte überhaupt nicht gewährt werden. Es liege daher nahe, dass die Apothekenvergütung nicht „angemessen“ sei. Der größte Quatsch! Wenn niederländische Versender Boni und Rabatte geben können, weil sie andere Steuersätze haben und anders einkaufen können, können das noch lange nicht die kleinen Vor-Ort-Apotheken in Deutschland. Mein liebes Tagebuch, spürst du es: Die Kassen kündigen uns gerade den letzten Rest vom partnerschaftlichen Miteinander, oder? Welches Apothekenhonorar wäre denn aus Kassensicht angemessen? Noch weniger als die 6,58 Euro? Am besten alle Boni und Rabatte an die Kassen, oder?

16. Mai 2017

Jetzt ist’s weg. Verkauft. Das Mendelssohn-Palais, von 2002 bis 2015 feudaler Sitz unserer Berufsvertretung in Berlin. Es stand von Anfang an in Kritik, zu viel Protz und Prunk, zu teuer (damals 42,5 Mio. DM) und nur bedingt für Büros geeignet. Vor seinen Verkauf musste es noch aufgehübscht, sprich saniert werden, da es Risse bekommen hatte durch Bautätigkeiten in der Nachbarschaft. Wie viel der Käufer, die Immogesellschaft HGHI Holding GmbH, auf den Apothekertresen legte, verrät die ABDA nicht. Warum eigentlich nicht? Was gibt’s da zu verbergen? Irgendwann sickert’s durch (Gerüchte: um die 30 Mio. Euro). Es sei ein „marktgerechter“ Preis gewesen, heißt es. Mein liebes Tagebuch, ein wenig rühmliches ABDA-Kapitel ist zu Ende.   


Mein liebes Tagebuch, hast du auch schon von diesem Telefongespräch gehört, das unlängst im Berliner Lindencorso zwischen dem Hauptgeschäftsführer Sebastian Schmitz und dem Präsidenten Friedemann Schmidt stattgefunden haben soll? Also, da konnte die ABDA doch vor kurzem ihren alten leerstehenden Apothekerkasten in der Jägerstraße verscherbeln. Endlich! Weg ist weg. Und als in der vorletzten Woche der HGF noch einmal dort vorbeischaute, um Tschüss zu sagen, einige Spinnweben abzuwischen und das Häuschen besenrein an den Käufer zu übergeben, entdeckte er doch im Tresorraum des ehemaligen Bankgebäudes eine Euro-Palette mit Stapeln von Zetteln: „Oh, verdammt, na klar, das sind doch die 1,2 Mio. Unterschriften aus unserer Unterschriften-Kampagne vom letzten Dezember bis Februar“, mag er bei sich gedacht haben, „hätten wir doch fast vergessen.“ Und er erinnerte sich, dass man die Palette Anfang März hier deponierte, weil im Lindencorso kein Platz war und man nicht wusste, wohin mit dem Stapel. Aber was tun damit? Und sofort zückte er sein Smartphone und rief seinen Chef an: „Hallo, Friedemann, wir haben hier im Palais noch die paar Unterschriftszettel – na, du weißt schon, die Unterschriftensammlung ‚Pro Apotheke’ und so, bei denen wir nicht wussten, wohin mit. Du erinnerst dich? Sind nur magere 1,2 Mio. geworden, aber dennoch: Die müssen hier raus. Was tun?“ – Kurzes Knacken in der Leitung: „Friedemann, bis du noch dran?“ Und ein paar Sekunden später erhob Friedemann nach einer Denkpause seine präsidiale Stimme: „Danke, Basti, dass du mich daran erinnerst. Ich hab’ da eine Idee, wir haben doch am Mittwoch unser Sommerfest in der Kirche, zu dem auch die Berliner Gesundheitspolitprominenz eingeladen ist. Da könnten wir ihnen doch die Euro-Palette an Unterschriften mit auf den Heimweg geben. Was hältst du davon?“ Und Basti überlegte kurz und meinte diplomatisch: „Gute Idee, Chef, aber vielleicht übergeben wir die Unterschriften schon am Morgen des Mittwoch – macht sich einfach besser, dann haben wir sie los. Und wir verbinden das Ganze freundlich und ABDA-mäßig mit netten Lobby-Grüßen und bekräftigen, dass wir uns auf den Sommerfest-Abend mit ihnen in der Kirche freuen.“ – „Danke Basti“, rief Friedemann entzückt, „ so machen wir’s. Die Unterschriften sind wir elegant los. Und es sieht medienwirksam so aus, als ob wir das von langer Hand geplant haben, zumal am Mittwoch auch die Expertenanhörung zum Rx-Versandverbot läuft. Manchmal fügt sich alles besser als gedacht“, legte den Telefonhörer auf und goss sich einen Eisenkraut-Tee aus der Alfi-Kanne ein. Mein liebes Tagebuch, so geht ABDA-Politik. 

17. Mai 2017

Er ist ein Schwarzwald-Bub, der Rottweiler CDU-Politiker Andreas Schwab. Er ist als EU-Abgeordneter in der konservativen EVP-Fraktion für den Binnenmarkt zuständig. In einem DAZ.online-Interview zum EuGH-Urteil versucht er zu beschwichtigen: Nein, die EU-Kommission wolle sich doch gar nicht in die Gesundheitspolitik der Mitgliedstaaten einmischen, das EuGH-Urteil war kein gezielter Eingriff ins deutsche Gesundheitswesen, das Gericht hat halt nur andere Prinzipien in die Entscheidung mit einbezogen. Mein liebes Tagebuch, das klingt erstmal bodenständig und pro Apotheke. Doch von diesen Attributen kann man sich wohl keine Rückschlüsse auf die Gesinnung dieses Politikers und gelernten Juristen erlauben. Denn wie glaubwürdig ist das wirklich, wenn man weiß, dass Schwab vor ein paar Jahren gerne immer wieder mal Parlamentarische Anfragen einbrachte, die voll in Richtung Fremdbesitz zielten? Schwab: Es sei doch problemlos, den Fremdbesitz auf mehr als zehn Apotheken auszudehnen. Oh, oh, gibt es etwa schon Wölfe im Schwarzwald, mit Schafspelz?


Dieses Mal war es Chefsache: Unser Präsident selbst war in den Bundestag geeilt, um sich – im Reigen anderer Vertreter mehrerer Fachverbände – von den Gesundheitspolitikern aller Fraktionen zum Apothekenmarkt befragen zu lassen. Dabei ging es um wichtige Anträge: Die Linken wollen ein Rx-Versandverbot und ein Ende der Zuzahlungen, die Grünen wollen die Rx-Preisbindung aufweichen und das Apothekenhonorar überprüfen lassen. Die Grünen können sich sogar vorstellen, dass Apotheker künftig mehr für Dienstleistungen als für die Packungsabgabe bekommen. Brisante Themen. Für Schmidt Grund genug, die Hosen runterzulassen: Wie kann man die Abgeordneten stärker beeindrucken als durch die Offenlegung der eigenen Zahlen? Also: Seine Leipziger Seume-Apotheke gibt jährlich etwa 36.000 Packungen zu Lasten der GKV ab, der OTC-Anteil der Schmidtschen Apo beträgt etwa 10 Prozent und das Betriebsergebnis rund 83.000 Euro. Da ist für jeden nachvollziehbar: Gibt er einen Bonus von 1 Euro auf die Rx-Arzneimittel, sinkt sein Betriebsergebnis um ein Drittel, „der Anreiz zur Selbstständigkeit wäre auf Null reduziert.“ Stimmt, Herr Präsident. Danke für die offenen und klaren Worte, die Abgeordneten werden gestaunt haben. Aber, mein liebes Tagebuch, so offenherzig das auch klingen mag: Ein Präsident ist ein Präsident und da kommen noch ein paar Euro zusätzlich rein, z. B. sein Präsidentenhonorar und seine Vergütung als Aufsichtsratsmitglied bei der Apobank. Und insofern ist ein Präsident nicht ganz so repräsentativ für solche Zahlen wie ein Normalo-Apotheker. Immerhin, die Zahlenspiele ermunterten auch den DocMorris-Vertreter Max Müller zur Aussage, seine Bücher öffnen zu wollen, zumindest für ein Jahr, um zu zeigen, wie sich das Wachstum entwickelt. Na, darauf sind wir schon gespannt.

Was Schmidt noch durchblicken ließ: Er kann sich vorstellen, dass der Botendienst durch pharmazeutisches Personal beim Apothekenhonorar berücksichtigt werden müsse. Mein liebes Tagebuch, ein interessanter Ansatz, kommt aber nur ein paar Jährchen zu spät, oder? Dieser Zug ist abgefahren. 

18. Mai 2017

Schon seit einigen Jahren liebäugelt der Online-Versandhändler Amazon mit dem Arzneimittelgeschäft. Da Amazon selbst keine hauseigene Apotheke hat und je nach Land und Apothekenrecht keine haben darf,  arbeitet er mit Versandapotheken zusammen: Die Versender nutzen gegen Bezahlung die Amazon-Plattform. Doch seit geraumer Zeit scheint Amazon auf diesem Gebiet umtriebiger zu werden, wie verschiedene Handelsportale und US-Nachrichten berichten. Amazon heuert Personal an und sucht einen Generaldirektor, um in einen Multimilliarden-Dollar-Pharmamarkt einzubrechen, heißt es bei CNBC. Zunächst tastet sich Amazon auf dem japanischen Markt vor, und dann wird geprüft, welche Regularien für den US-Markt erfüllt sein müssen und wie man den Missbrauch von Rx-Arzneimitteln verhindert. In Deutschland hat der Versender die Zusammenarbeit mit einer öffentlichen Apotheke, den Bienen-Apotheken in München, begonnen. Mein liebes Tagebuch, das kann noch „lustiger“ werden… 


Die ABDA feierte ihr Sommerfest, wieder in der Berliner Heilig-Kreuz-Kirche. Politprominenz war da, viele Gesichter von der Union samt Gröhe, von der SPD Edgar Franke  und die Grüne Kordula Schulz-Asche. Und FDP-Chef Christian Lindner. Mein liebes Tagebuch, der traut sich was! Noch vor Kurzem verlangte er, dass der „Naturschutz“ für Apotheker abgelegt werden müsse. Seine Partei will kein Rx-Versandverbot und der FDP-Parteitag sprach sich für die Abschaffung des Fremdbesitzverbotes aus. Halleluja, und jetzt nippte er lammfromm in der ABDA-Kirche vom Apothekerwein. Ob es der ABDA gelang, neben den Würstchen auch Lindner zu grillen, sickerte nicht durch, auf jeden Fall hielt Lindner es über eine halbe Stunde aus. Mein liebes Tagebuch, eine Pressemitteilung, dass die FDP ihre Ansichten geändert hat, ist bisher noch nicht erschienen. Lindner auf Facebook: „Also, ich fand meinen Empfang angenehm und freundlich bei den Apothekern. Beim Verbot des Versandhandels sind die Positionen klar. :) CL“ Ach so.

19. Mai 2017

Nach dem EuGH-Urteil warf DocMorris seine PR-Maschine an: Mit einer Brief- und Postkartenaktion sollten vor allem Unionspolitiker, die sich für ein Rx-Versandverbot aussprachen, überschüttet werden. DocMorris-Kunden fanden in ihren Päckchen vorgefertigte Briefe, die sie unterschreiben und an Unionspolitiker schicken konnten. Auf einer DocMorris-Protest-Internetseite konnten Interessierte ihren Namen, ihre PLZ und E-Mail-Adresse eintragen und flugs wurde in ihrem Namen eine Protestkarte an den zuständigen Unionsabgeordneten geschickt. Manche Politiker wurden förmlich zugeschüttet mit Karten, was gar nicht gut ankam. Manche bezweifelten die Echtheit der Zuschriften, zumal sich Bürger meldeten, die versicherten, damit nichts zu tun zu haben. Jetzt fragt der CSU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Stefinger aus München, ob hier ein Datenmissbrauch und Datenmanipulation seitens DocMorris vorliegt. Der Bundesdatenschutzbeauftragte ist informiert. Mein liebes Tagebuch, DocMorris kann nicht ausschließen, dass es „vereinzelt“ einen Missbrauch der Internetseite gegeben habe – natürlich, um DocMorris zu schaden. Da kommen mir doch die Tränen, immer die bösen anderen.


Es gibt eine neue selbstinitiierte Studie von Sempora, einer Unternehmensberatung mit Neigung zum Versandhandel und zur Kooperation, über mögliche Auswirkungen des EuGH-Urteils auf die wirtschaftliche Lage der Vor-Ort-Apo. Mein liebes Tagebuch, die Ergebnisse dieser „Studie“ lassen sich ganz einfach so zusammenfassen: DocMorris wächst 20 Prozent pro Jahr. Aber das macht nix für die Präsenz-Apos, denn wenn auch weiterhin etwa 200 im Jahr über die Wupper gehen, bleibt bei den Übrigbleibenden mehr hängen, zumal der Rx-Umsatz weiter wächst. Und selbst wenn der Rx-Umsatz bei den Versendern jährlich um 30 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro steigt, alles kein Problem: Selbst dann würde der Rx-Versand nur 3,3 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Also, keine Bedrohung für die stationäre Apo, sagt Sempora. Klingt irgendwie alles nach einem Lullaby, bestellt von DocMo, oder? 


Peter Ditzel (diz), Apotheker / Herausgeber DAZ
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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6 Kommentare

Sp(D)itzel spitzen spitze Spitzen

von Bernd Jas am 21.05.2017 um 17:02 Uhr

Also Herr Ditzel,
bessere Satire geht nicht. Wäre das gedanklich nicht nur für Insider zugängig, sollte es mit Muppet-Figuren nachgespielt werden! Sie bekämen, ich garantiere, für das Telefonat einen Stuttgarter Besen.
Und das nächste Mal nehme ich mir vorher 'ne 5-Tropfen-Vorlage.

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Keine "Mangelerscheinungen" in Sicht...

von Christian Timme am 21.05.2017 um 12:16 Uhr

Die Zahl der "Kriegsschauplätze", ohne weiter unterscheiden zu wollen, scheint nicht abzunehmen. Die "Intensität" scheint aber insgesamt zuzunehmen. Zeit sich mal um "Freunde" und weniger um die "Feinde" zu kümmern ...

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Nabelschau

von Christian Giese am 21.05.2017 um 11:02 Uhr

"Ohne eigene debattenfähige Meinungsbildung siegt immer der Andere."
Soweit der Kollege Reinhard Rodiger hier auf der Nebenstrecke.

Lassen sich parlamentserfahrene Abgeordnete durch eigene, nicht durch Debattenmeinung erzeugte Zahlen beeindrucken?
Jeder, der schon mal in einem Parlament sass, weiss, dass man mit Zahlen allenfalls manipulieren kann, aber niemals überzeugen.

Überzeugen kann man nicht mit Zahlen, sondern allein mit "Werten."
Zahlen bleiben Nabelschau, mehr nicht.

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Vergütung

von Karl Friedrich Müller am 21.05.2017 um 9:28 Uhr

Der entscheidende Unterschied bei der "Vergütung" (was ist das überhaupt für ein Wort, es klingt schon wie ein Almosen) ist, dass unsere Mitarbeiter und wir davon LEBEN müssen.

Das müssen die Konzenre nicht. Vielleicht reicht der steigende Aktienkurs als Wertschöpfung aus. Tatsache ist jedoch, dass bei DocMorris und Co gigantische Verluste gemacht werden. Die eine Zeit lang durch "Investoren" ausgeglichen werden.

Den (absichtlich) naiven KK könnte das auffallen. Weil das eigentlich ein Argument FÜR die (hoffentlich bald bessere) Bezahlung der Apotheken ist. Ohne "Vergütung" nicht nur kein Gewinn, sondern Verlust!

Dass in dieser Welt Leute, angeblich gebildet, Tatsachen ungestraft ins Gegeteil lügen dürfen, ist nicht mehr auszuhalten.
Diese Personen müssen wegen ihrer mangelnden Eignung von ihren Posten entfernt werden.
In jeder Bezieh und unngeeignet. Ein Armutszeugnis für die Führungskräfte der KK.

Schmidt will eine Vergütungform, die vielleicht für seine Bude ( sehen Sie sich mal die Bilder an) geeignet ist.
Die Apotheken sind viel zu unterschiedlich, als dass ein Apothekenvertretungsvorsitzender mit beschränktem Horizont darüber entscheiden dürfte.

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Einschreibemodell

von Thesing-Bleck am 21.05.2017 um 9:14 Uhr

Wird in den Niederlanden das Einschreiben - Modell überhaupt noch flächendeckend betrieben? Welche Modelle haben die Holländer sonst noch ausprobiert? Und welche Schlüsse haben Sie daraus gezogen?
Ein Blick auf die Historie der Arzneimittelversorgung in unserem Nachbarland, könnte uns das nicht vielleicht unnötige Erfahrung ersparen?

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Einschreibemodell

von Reinhard Rodiger am 21.05.2017 um 12:18 Uhr

Richtig! Das Modell Holland in den Ring zu werfen ist grundverkehrt.Die Preisfreigabe hat dort zu drastischer Abnahme der unabhängigen Apotheken geführt.Jede braucht eine Art Einkaufsmakler.Also Ketten oder Franchise.Die Liberalisierung(2012)-brachte zudem:,Ausgliederung teurer Präparate ins KH,Generikapreisverfall, Verhandlungsnotwendigkeit mit KK.Die Erträge halten nicht Schritt mit den steigenden Kosten.Das sind grobe Hinweise.Sie signalisieren, dass ganz andere Fragen zu stellen sind als Einschreibungen.

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