Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

11.02.2018, 08:00 Uhr

Heute lieber Selters statt Sekt und kühlen Kopf bewahren – auch wenn die politischen Vorzeichen auf „apothekenfreundlich“ stehen. (Foto: Andi Dalferth)

Heute lieber Selters statt Sekt und kühlen Kopf bewahren – auch wenn die politischen Vorzeichen auf „apothekenfreundlich“ stehen. (Foto: Andi Dalferth)


Wir sollten nüchtern bleiben, auch wenn Karneval ist, auch wenn der Koalitionsvertrag steht, auch wenn das  Gesundheitsministerium an die CDU geht und die Koalition sich pro Rx-Versandverbot stark machen will. Noch ist nichts in trockenen Tüchern. Da gibt es noch die SPD-Basis, juristische Scharmützel und die EU. Und, ach ja, ein bisschen die Digitalisierungswelle, die einiges wegspülen könnte. Das lässt sich leider nicht schöntrinken.

5. Februar 2018

„Einfach bizarr“ nennt der integrationspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Frankfurter Römer die Diskussion um den Apotheken-Namen „Zum Mohren“. Losgetreten hat den Eklat, der mittlerweile schon zum Politikum geworden ist, die Kommunale Ausländervertretung von Frankfurt, die meint, der Name sei rassistisch und müsse geändert werden. Kircher sagt, die KAV sollte sich lieber mit Themen befassen, die im Alltag tatsächlich von Bedeutung sind. Mein liebes Tagebuch, dem ist nichts hinzuzufügen. Aus Sorge, dass die Diskussion auch auf ihre Apotheke überschwappt, sammelt Apothekerin Podszus, die die „Hof-Apotheke zum Mohren“ in Friedberg führt, bereits Unterschriften zum Erhalt des Namens – mit überwältigender Resonanz. Die Apotheke wurde 1621 als Mohren-Apotheke gegründet! Auf ihrer Homepage schreibt sie: Mein Herzblut steckt in dieser Apotheke und deshalb würde ich den Namen aus traditionellen und emotionalen Gründen keinesfalls ändern.“ Recht hat sie. Und ebenso alle anderen rund 100 Mohren-Apotheken in Deutschland. 

Es geht weiter. Das Online-Karussell dreht sich immer schneller. Was online machbar ist, wird online gemacht, am besten gleich heute, spätestens morgen. Jetzt steht die Telemedizin auf der Agenda, die Fernbehandlung über Telefon und Video-Chat. In der Schweiz läuft diese Art der ärztlichen Behandlung bereits mit Erfolg, in Baden-Württemberg steht ein Modellversuch dazu in den Startlöchern. Für Menschen, die diesen Weg des „Arztbesuchs“, der Kommunikation mit dem Arzt wählen, ist es einfach bequem und kostensparend (geringere Versicherungsbeiträge, keine Fahrkosten etc.). Telemedizin bedeutet aber auch: Tele-Rezepte, d.h., die Online-Ärzte schicken ein Rezept an eine Vor-Ort- oder Versandapotheke. Beim Modellversuch von Baden-Württemberg geht es nur über Vor-Ort-Apotheken, aber bei der bereits existierenden Online-Praxis DrEd, die in Großbritannien sitzt und deutsche Patienten telemedizinisch behandelt (oder besser gesagt mit Rezepten für Verschreibungspflichtiges versorgt), gehen die Rezepte in der Regel zu einer  (niederländischen) Versandapotheke. Die Einlösung eines Rezepts in einer deutschen Vor-Ort-Apotheke wäre auch gar nicht erlaubt – mit dem AMG-Änderungsgesetz vom November 2016 hat dies der Bundestag verboten. Eine deutsche Apotheke dürfte solche Rezepte gar nicht einlösen, da „offenkundig kein Kontakt zwischen dem Arzt … und der Person, für die das Arzneimittel verschrieben wird, stattgefunden hat“. Doch das hat sich wohl bald erledigt. Es gibt Hinweise, dass unsere neue Regierung „die Möglichkeit der digitalen Rezeptvergabe auch ohne Arztbesuch“, wie es im Amtsdeutsch heißt, schaffen will. Mein liebes Tagebuch, das wird, nein, das muss dann so kommen, sonst wären 19.700 Apotheken vom Fortschritt ausgeschlossen. Und es würde nicht zu den Digitalisierungsbemühungen der neuen Regierung passen. So schnell kann’s gehen. 



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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14 Kommentare

???

von Christian Giese am 12.02.2018 um 9:31 Uhr

Da steckt man uns symbolhaft die 2hm-Feder (1,1 Milliarden zuviel) an den Hut und wir schweigen dazu.
Erkennen nicht den Schneeballeffekt dieser immer schneller und schneller gegen uns gallopierenden sozialpolitischen Voreingenommenheit.
Unverantwortlich! So nicht!

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AW: ???

von Bernd Jas am 13.02.2018 um 0:32 Uhr

Mori vinci est.
- ergo
Morituri te salutant.
Recht hast Du!

Da hilft auch kein Beten.

Früher haben wir immer gesagt dbddhkpukku.

Wohin ?

von Reinhard Rodiger am 12.02.2018 um 0:24 Uhr

Besonders auffällig ist, dass keine der auf dem Tisch liegenden Fragen beantwortet wird.Unkommentiert wimmelt es von Reizworten, die in die falsche Richtung weisen.Die Politik und die Basis wird konstruktives aufsaugen wie ein Schwamm. Nur, es muss geboten werden.

Sicher, es ist unbequem, das qualitative zu artikulieren, was stetig versäumt wird..Auch kämpft es sich schwer um wirtschaftliches, wenn niemand das wirklich vertritt. Entscheidend aber ist, dass die Glaubwürdigkeit schwindet, wenn so geschwiegen wird.

Zuerst geht es bei der Glaubwürdigkeit nicht etwa nur um die Aussenwirkung, sondern vielmehr um das, was "wir" selbst mit dem Berufsstand machen wollen.Es ist "existenziell" nicht zu hoch gegriffen. Die Debatte, die nicht stattfindet, spricht für sich.

Derartige Äusserungszurückhaltung kann eigentlich nur eine Ursache haben: es ist ein abgekartetes Spiel.Es müssen nur ausreichend viele "bereinigt" werden, dann hofft der Rest auf Überleben mit der Notwendigkeit des Da-seins und einigen elitären Tätigkeiten, die den eigentlichen Kern völlig vermissen lassen.
Bereinigt wird durch ethisch unanfechtbare Massnahmen und durch den Druck politisch bewirkter Marktersatzmechanismen.
Klassischer Darwinismus eben.Nur von den eigenen Leuten befeuert.Dazu gehört der Wunsch nach der totalen Kontrolle. Schön wäre,ich täusche mich.

Dann ist nicht die Ausnutzung der eigenen Leute mit hehren Zielen, die nur wenige leisten können.Die Breite, Niedrigschwelligkeit, pragmatische Filterfunktion,Umsicht, Nutzung der Ressourcen ,Sicherung der Verbraucher,
Unabhängigkeit, Kenntnis der sozialen Beziehungen - Kurz gesagt :Hilfe für viele von vielen fällt weg. Vor dem Eintritt in die Renditemaschinerie schützt niemand mehr.Gesundheit ist keine Ware.

Wir sind am "tipping point" des Systems.Ohne Richtungsdebatte wird die Richtung gewiesen.Das ist hoffentlich nicht gewollt.


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palaver palaver palaver

von Christiane Patzelt am 11.02.2018 um 22:18 Uhr

Alle Zeichen stehen auf: Das Arzneimittel ist Konsumgut, vergessen wir das Arzneimittel als Ware der besonderen Art.

Jeder Apothekeninhaber, der je ein Arzneimittel unter VK angeboten hat, hat das Anrecht verwirkt, an dieser Formulierung festzuhalten.

Wer sich mit dem Konsumgut nicht dem Wettbewerb der online-Apotheken und amazon auseinander setzen möchte, wer noch am Gestern festhält, wer keine Idee hat, wie es denn mit dem E-Rezept werden wird, der hat einfach verloren, der kann den Schlüssel ein letztes Mal umdrehen.

Mir erzählt doch ernsthaft mein ABDA-Präsident, dass er KEINE Ahnung hat, wie es wird, wenn das E-Rezept kommt, dass die ABDA KEIN Konzept für das E-Rezept hat! Leute!! DAS ist doch UNHALTBAR!!

Friedemann Schmidt erinnert mich immer mehr an Erich Honecker -- der wurde auch einfach von den Ereignissen überrollt, obwohl er die Welle hat kommen sehen...

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AW: palaver palaver palaver

von Anita Peter am 12.02.2018 um 6:00 Uhr

Die ABDA hatte sich nicht mit einem Gutachten auf das EUGH Verfahren vorbereitet, die ABDA hat kein Gutachten bzgl. des Honorars anfertigen lassen, warum sollte die ABDA beim erezept tätig werden?
Die bauen sich lieber ihren Tempel in Berlin und stopfen die Millionen in eine Marketingfirma.

Die (un-)heimliche ABDA-Planung zum Honorar

von Wolfgang Müller am 11.02.2018 um 20:00 Uhr

Na ja, momentan gibt Alles der ABDA Recht. Das Glück des Tüchtigen, können wir das so sehen? Entweder die zukünftigen politischen Ansprechpartner sortieren sich gerade, und die SPD-Basis stimmt der neuen GroKo zu. Dann kann die ABDA zu gegebener Zeit mit der neuen Regierung über das EuGH-Verbot und das 2HM-Gutachten im richtigen Zusammenhang reden, prima. Oder es kommt sowieso ein schwer zu beherrschendes politisches Durcheinander; Neuwahlen, Minderheitsregierung, Angela Merkel zieht sich entnervt zurück, was immer. Und dann muss man sowieso neu nachdenken, wie gerade unsere Anliegen überhaupt noch jemanden interessieren können.

Aber, die entscheidende Frage ist: ABDA, was habt IHR eigentlich überhaupt mit uns vor? Worauf läuft das denn hinaus, was IHR dann mit der Politik besprechen wollt, wie unsere Honorierung aussehen soll, und ganz allgemein: unsere Arbeit?

Was gerade vom mächtig-gewaltigen Kollegen Engelen zu hören ist, und auch das, was vor einiger Zeit von seiner ebensolchen Kollegin Overwiening kam, läuft doch auf den Wunsch nach einer ziemlichen Allmacht der Kammern hinaus. Nur jetzt am Ende auch noch bei der Verteilung unseres Geldes!

Das Schlimmste wäre, wenn sich die ABDA vor Allem deswegen nicht angemessen fleißig und wirksam mit dem 2HM-Urteil beschäftigen sollte, weil sie gerade selber in einem bizarren kreativen Chaos steckt, wohin es eigentlich ÜBERHAUPT gehen soll, Und sich am Ende für "Die Politik" sogar noch zu einem vollkommen katastrophalen "Alternativvorschlag" zu 2HM einigen sollte, so etwa:

"Fixhonorar ein Drittel runter ist schon ok, liebe Politik. Lasst uns dann dann einfach vereinbaren, das fehlende Drittel GEWINN durch Honorierung von "Pharmazeutischen Dienstleistungen" zur Verschreibungs-Optimierung schon wieder reinzuholen. Es reicht uns, wenn Ihr sagt, dass Ihr das IM PRINZIP auch wollt, und dann werden wir gemeinsam schon mit den GKVen hervorragende Einschreibe-Selektivverträge hinkriegen.

Und, bei der Gelegenheit, liebe Politik, Ihr wollt doch sicher auch, dass wir das Geld zu - sagen wir mal. einem Zehntel - nicht mehr nach erbrachter Leistung, sondern nach Kammer-Fortbildungspunkten, Barrierefreiheit, unterschriebenen Hilfsmittelverträgen und dergleichen verteilen, oder?"

Sicher, sehr finster gezeichnet. Aber leider: nicht vollkommen absurd ........

Ein bisschen Angst bleibt - gerade angesichts des immer unheimlicher werdenden Schweigens der ABDA - es könnte genau so kommen. Wenn keiner mehr wie Minister Gröhe sein schützend Händlein über uns hält, um uns vor der eigenen Drangsalierungs-, Verkomplizierungs- und Aufwandssteigerungs- (letztlich Friedhofs-Effekts-)Berufspolitik zu bewahren.

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Nichtbeschäftigung

von Dr.Diefenbach am 11.02.2018 um 19:52 Uhr

Ich habe selten etwas Bornierteres gesehen als eine Gruppe Gewählter(!)(hier:Pharmazeuten),die der Ansicht SIND,dass man eine geschaffene Diskussionssachlage,nämlich dieses Gutachten,quasi totschweigt.Also dann bin ich gerne Nestbeschmutzer,wie es Peter Ditzel formulierte.Allerdings stelle ich fest,dass praktisch alle Spitzen in allen Bundesländern (wenige Ausnahmen!!)dem Schweigegelübde zu folgen scheinen.Wo sind denn die Proteste der -vor allem Verbandsleute!!.die doch eigentlich für die Wirtschaftsfragen zuständig sind-?Hier geht es um EXISTENZEN,Leute!!!Da gibt es nichts zu schweigen.Eines ist sicher:Wenn der nächste ABDA Haushalt ohne große Gegenstimmenzahl durchgeht,dann sollte sich die Basis mal Gedanken machen,WIE Misstrauensvoten platziert werden können.Und schon jetzt die Frage:WIE verläuft wohl die nächste Diskussion des Geschäftsberichtes. beim Apotag 2018??

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AW: Nichtbeschäftigung

von Reinhard Herzog am 11.02.2018 um 20:52 Uhr

Lieber Herr Kollege Müller,

ich denke, Sie liegen mit Ihrer Analyse schon ganz gut im Wind!

Es ist unverkennbar, dass man sich ärztlichen Strukturen und Honorarordnungen annähern will. Der "LEIKA" war ein erster Versuchsballon.
Da Sie ja die ärztliche Situation ebenfalls ganz gut kennen, wissen Sie auch, dass dort für jede etwas herausgehobene Gebührenziffer irgendein Fortbildungszertifikat benötigt wird. Das ist übrigens bei den Physiotherapeuten traditionell genauso.

Bei uns könnte man so in der Tat ganz elegant und mit "Qualitäts- und Qualifikationsargumenten" den Markt "bereinigen". Selbst etliche der "eigenen Leute" sprechen ja von 20% bis 30%, die es zu disziplinieren, besser noch zu eliminieren gilt. Das schafft neue Verteilungs- und Verhandlungsspielräume auch gegenüber der Politik.

Nicht klappen wird es mit der neuen Macht der Kammern á la Engelen. Bei den Ärzten obliegt der "Sicherstellungsauftrag" sowie die GKV-Honorarverteilung ja auch nicht den Kammern, sondern den kassenärztlichen Vereinigungen.

Folgerichtig müsste es bei uns dann eine kassenapothekerliche Vereinigung geben. Sollte der Zug eher weg vom Kaufmann hin zum Heilberufler gehen, halte ich das für wahrscheinlich. Das zieht sich dann weiter bis hin zu Rabattverboten, Umverteilungsmechanismen und Mengensteuerungen (an dem Punkt hätte man die Kassen schnell im Boot). Am Ende werden die Honorare in einen "sozialistischen Korridor" ähnlich den Ärzten gebündelt, nach oben gedeckelt, nach unten aber besser abgesichert.

Da auf der anderen Seite wirklich marktliberale Ideen auch nicht so richtig mehrheitsfähig sind und das derzeitige System (auch durch eigenes ständiges Gemeckere) irgendwie in der Sackgasse steckt, sehe ich nicht unbeträchtliche Chancen, dass es in diese o.a. Richtung geht ...

Oh No !!!

von Veit Eck am 11.02.2018 um 15:30 Uhr

Lieber Herr Ditzel,

es sind die jecken Tage in Nordrhein - ein dreifach donnerndes : Lutz Engelen Helau, Apothekerkammer Nordrhein Helau, Schnapsideen Helau.

Wirklich ernst kann das mit der Allmacht und Omnipotenz der Apothekerkammer Nordrhein nun wirklich nicht gemeint sein. Erklärbar ist das nur mit närrischem Ausnahmezustand.

Am 14.02. Ist Aschermittwoch - Und dann wird auch die Realität Lutz Engelen und seine Mitstreiter im Kammervorstand wieder einholen.

An Arbeit sollte es nicht fehlen - es gibt genügend Bundestagsabgeordnete der GroKo aus Nordrhein, mit denen man reden sollte: und zwar über alles, was bei den Apotheken in Nordrhein zurzeit auf der Tagesordnung steht.

...und da ist doch noch diese Geheimgesellschaft namens ABDA, wo keiner eigentlich so richtig weiß, was die so momentan machen.
Hat Lutz Engelen eigentlich Friedemann Schmidts Handynummer? Da wäre ich sehr neugierig zu wissen, was da an rasanter Action und tollen Ideen für die Interessen aller Apotheken so besprochen würde .....

...oder ist das leider ein frommer Wunsch ?

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Nix Schwarzsehen!

von Christian Giese am 11.02.2018 um 11:12 Uhr

Sonntäglich hier mein Bein heben zu dürfen, also was dazu zu sagen und nicht von Angst geprägt, zu schweigen, also auch zum Mitgestalten der 2hm Diskussion aufgerufen, mich äussern zu dürfen, das erfüllt mich mit grosser Hoffnung und grosser Freude!
Nix Schwarzsehen, nie aufgeben, Yes we can!

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Nichts ist in trockenen Tüchern

von Bernd Jas am 11.02.2018 um 10:54 Uhr

Einen schönen guten Morgen Herr Ditzel,

verschneit ist es heute, genauso liegt auch Schnee über künftigen Verhandlungen und Versprechen. Ob darunter nun ein zartes Pflänzchen entsteht oder es erfroren wird, wird leider durch die weiße (oder rot-schwarze) Decke verdeckt bleiben. Ob sich je jemand dafür erwärmt -, mir fehlt da (dankenswerter Weise) der Glaube, da wo bei uns schon zu lange die wirtschaftliche Eiszeit herrscht. Sie haben völlig recht, man sollte da trotz Karneval nüchtern bleiben und sich darauf gefasst machen, dass wenn in dieser Richtung irgendwelche Zugeständnisse gemacht werden, auch auf der anderen Seite wiederum die nächste Keule auf uns hernieder donnert. Den Honorarkürzungsplänen haben wir ja noch nicht mal widersprochen und werden diese also auch Widerspruchslos hinnehmen wenn es soweit ist. Ich für meinen Teil mach´ dann den Lindner.
Wir ernähren mittlerweile Horden von Leuten die sich nur durch Bullshittätigkeiten auszeichnen und uns das Leben schwer machen. Wenn ich nur daran denke, dass beispielsweise einer dieser Bullshitjobs dann noch vertragsartig auf uns abgewälzt wird und wir auch noch dafür 1,77 abdrücken, könnte ich ins logischere Absurdistan auswandern. Beliefert eine Apotheke ein oder mehrere Altenheime, Krankenhäuser, Onkologien, SAPV, usw., müssen zum Eintreiben dieser gesetzlichen Zuzahlungen für umme, für nix, für lau, ganze innerbetriebliche Abteilungen geschaffen werden die unendlich viele Rechnungen erstellen und diese ggf. auch noch einklagen. Aber die Apotheke vor Ort macht´s ja, und zwar digital, ha, ha, wer hätte´s gedacht. Ich möchte die Pächenpacker sehen die diese Rundumbetreuung für uns erledigen wollen.
Aber wir reden lieber nicht darüber.
"Sozial ist, was Arbeit schafft." -der running Gag der Bullshitabwälzer.

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AW: Nichts ist in trockenen Tüchern

von Karl Friedrich Müller am 11.02.2018 um 12:47 Uhr

Sehr gut

"Ceterum censeo", liebe ABDA!

von Andreas P. Schenkel am 11.02.2018 um 10:48 Uhr

Eine ABDA, die über das schlechte Gutachten nicht reden will, aus Angst, dadurch dem Gutachten automatisch zuzustimmen.... das ist wie ein Strafverteidiger, der stumm die Verhandlung verfolgt, jegliche Gelegenheit für Befangenheitsanträge verstreichen lässt, während der Beweisaufnahme döst, keine Zeugen befragen will und auf das Schlussplädoyer verzichtet..... und hofft, dass durch dieses Verhalten kein Urteil ergehen werde.

Jeder ahnt wohl, welch schlechte Idee das wäre und wie das wahrscheinlich ausginge. Die Kommunikations-Strategie der ABDA müsste sich sowieso vorwiegend an die Bundespolitik wenden, denn das Gutachten-Ergebnis wurde in der allgemeinen Presse nur klein und kurz erwähnt und zur Seite gelegt, ohne irgend eine Hetzkampagne.

Jetzt wäre es an der ABDA, sich den antiken römischen Politiker Cato den Älteren zum Vorbild zu nehmen und in sinnvoll dimensionierten Info-Portionen (genau solche, wie unser Kollege Dr. Müller-Bohn in jeder neuen DAZ veröffentlicht) das Gutachten auseinanderzunehmen. Und jede dieser Informationen wird von den ABDA-Kommunikationsprofis in ein verbales "ceterum censeo"-Gerüst eingebettet, das immer und immer wieder die Wahrheit in alle Gehirne reinhämmert, nämlich dass das Gutachten komplett verpfuscht ist, fast alle Grundlagen auf törichten Annahmen fußen, etc.
Und das immer wieder jede Woche auf's neue, bis neutrale Beobachter zweifelsfrei erkennen: Ja, die Apotheker erzählen uns nichts vom Pferd, das Gutachten ist wirklich komplett Schwachfug. Und auch solange, bis es den Gegnern der freien Apothekerschaft peinlich wird,das Gutachten in ihrer Schublade vorrätig zu halten oder herauszuziehen.

Das Gutachten stetig zerlegen, eingebettet in eine ceterum-censeo-Rhetorik, DAS muss die ABDA ab morgen machen, bis wirklich jeder erkennt: Die Gutachter haben nicht Apfel mit Birnen verglichen, sondern Pferdeäpfel mit Glühbirnen!

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Geht nach hinten los!

von Ulrich Ströh am 11.02.2018 um 9:34 Uhr

Die verordnete Nicht-Beschäftigung der gesamten ABDA mit dem Honorargutachten erinnert mich an die unterdrückte Personaldiskussion der kommende GroKo.

Beides ging und geht nach hinten los!
Mit Garantie!

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