Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

11.04.2021, 07:44 Uhr

Großhandel und Apotheken liefern, die Hausärzte impfen – so geht's endlich voran. (Foto: Alex Schelbert)

Großhandel und Apotheken liefern, die Hausärzte impfen – so geht's endlich voran. (Foto: Alex Schelbert)


7. April 2021

Und noch mal AstraZeneca: Für die Europäische Arzneimittelagentur EMA überwiegt der Nutzen des Covid-19-Impfstoffs von AstraZeneca deutlich die Risiken der Impfung. Die EMA schränkt das Impfalter nicht ein und überlässt die Entscheidung den einzelnen Mitgliedstaaten, wie sie damit umgehen. Für die STIKO ändert das nichts: Sie empfiehlt auch weiterhin, Vaxzevria hierzulande nur noch Personen ab 60 zu geben (wer allerdings unter 60 ist und das Riisko akzeptiert, darf auch mit der AstraZeneca-Vakzine geimpft werden). Und nur so als Beispiel: Großbritannien hat sich dazu entschlossen, diese Vektorvakzine nur noch Menschen ab 30 Jahren zu verabreichen. Shakespeare würde sagen: Wie es euch gefällt.

 

Es war zu erwarten: Die Pharmagroßhändler Alliance Healthcare Deutschland (AHD) und GEHE haben sich wohl kaum aus Lust und Tollerei zusammengeschlossen. Das Joint Venture soll natürlich auch unterm Strich was bringen. Jetzt gibt das Gemeinschaftsunternehmen bekannt, dass neun Niederlassungen in Deutschland stillgelegt werden und deren Geschäfte bis voraussichtlich Mitte des Jahres 2022 in vollsortierte Häuser übergehen sollen. Und natürlich ist es auch das Ziel, dass alles hochmoderner und besser ablaufen wird, Mehr Kundennähe, mehr Serviceorientierung. Klar, mein liebes Tagebuch, was anderes haben wir auch nicht erwartet. Wäre da nicht das Problem, dass all die schönen Verbesserungen mit einem Personalabbau in einer Größenordnung von mehr als 15 Prozent einhergehen: Das bedeutet, dass fast jeder siebte in den Niederlassungen seinen Arbeitsplatz verliert. Freilich, „es werden sozialverträgliche Lösungen für betroffene Beschäftigte gesucht“, lässt AHD/GEHE wissen. Doch der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi scheint das nicht so recht zu gefallen, sie will die geplanten Entlassungen nicht akzeptieren und fordert eine Beschäftigungsgarantie für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Verdi sieht die geplante Schließung der Niederlassungen als „reines Abbau- und Verschlankungsprogramm ohne strategischen Sinn“. Mein liebes Tagebuch, da werden sich die beiden Pharmagroßhändler wohl an einem Tisch mit Verdi wiederfinden.



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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Ab Oktober keine 1-Propanol-haltigen Händedesinfektionsmittel mehr aus Apotheken

Aus für Abgabe und Herstellung

2 Kommentare

Bürokratie und anderer Wahnsinn

von Peter Riese am 11.04.2021 um 12:30 Uhr

Wegen der Impfungen und der ständigen und allgegenwärtigen Benutzung von (ein Glück nicht mehr in Apotheken hergestellten) Desinfektionsmitteln droht dem Corona-Virus die Ausrottung. Es muss daher dringend auf die rote Liste der gefährdeten Arten gesetzt werden.

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10. April: Wo bleibt eigentlich....

von Gunnar Müller, Detmold am 11.04.2021 um 11:28 Uhr

… Das „exklusive“ Interview über die ersten 100 Tage unserer neuen Apothekenprinzessin in der ABDA-Echokammer?

Ist doch eine „tolle“ Bilanz:
- Apotheken werden von einem Tag auf den anderen zu Maskenausgabestellen, retten der Politik mal kurz den A.... - und finden sich postwendend einem Kosten-Bashing ausgesetzt,
- ApothekerInnen werden mir nichts - dir nichts pharmazeutische LeiterInnen in Impfzentren (weil nur „wir“ das richtig können...),
- Bringen auf die Schnelle die von der Politik lange angekündigten („kostenlosen“) Selbsttests unters Volk, obwohl keine verfügbar sind,
- Bauen aus dem Stand Zelte vor ihren Apotheken auf, ziehen sich Schutzanzüge an und sichern der Bevölkerung den anstehenden Einkaufs- oder Kosmetik-Termin, indem sie sich ins Schnelltestgeschehen werfen,
- Leiten schnell mal die Wahnsinnsmengen von 3-5 BioNTech-Vials an die Ärzte durch, um das Impfwesen in Deutschland zu retten
- Und befolgen dabei seitenlange SOPs und Eil-Verordnungen samt der erklärenden Texte ihrer Standesvertretungen,
- während sie am Telefon und am HV-Tisch der Bevölkerung Rede und Antwort stehen und stundenlang die Pandemie mit all ihren Fragestellungen erklären, weil die Telefone der Arztpraxen und die Politik wegen Überlastung nicht zur Verfügung stehen -
nett flankiert von einer bei MoMA und Bundespressekonferenz unentwegt kopfnickenden Präsidentin...

Wo bleibt also das erste-100 Tage-„Gabi“-Interview?

Für Lobhudeleien wäre doch genügend Anlass...

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