Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

07.02.2021, 08:00 Uhr

ABDAs geheime pharmazeutische Dienstleistungen: wir Apothekers als Manager für Medikationsanalyse und Prävention und als Patientencoach – ist es das, was Krankenkassen und Versicherte wollen? (Foto: Alex Schelbert) 

ABDAs geheime pharmazeutische Dienstleistungen: wir Apothekers als Manager für Medikationsanalyse und Prävention und als Patientencoach – ist es das, was Krankenkassen und Versicherte wollen? (Foto: Alex Schelbert) 


Der Maskenball geht weiter mit fast um die Hälfte reduzierten Eintrittspreisen. Und wir dürfen jetzt Corona-Antigentests für Jedermann verkaufen – dumm nur, dass es noch keine auf dem Markt gibt. Die Gesundheits-Plattformen buhlen um Aufmerksamkeit, während die eine schon einige Monate lang arbeitet, verspricht die andere megamäßig und pünktlich zum E-Rezept anzutreten. Und noch immer sinken die Apothekenzahlen und sinken. Die ABDA – im Abseits – will gegensteuern, setzt auf E-Rezept und Apothekenreform und öffnet ihre Geheimschatulle mit einem Grundsatzpapier über Dienstleistungen: wir Apothekers als Medikationsanalysten, Patientencoaches und Präventionsmanager. Ob und was das bringt, weiß niemand. 

1. Februar 2021

Nicht nur die Älteren über 60 Jahre freuen sich über zwei Berechtigungsscheine für kostenlose FFP2-Masken. Wie es sich zeigt, erhalten mitunter auch junge Menschen oder Eltern für ihre Kinder diese Masken-Coupons. Was ist da los, mein liebes Tagebuch? Versehen oder Absicht? Alles im grünen Bereich, beschwichtigen die Kassen. Es sind keine Irrläufer oder versehentlich verschickte Wohltaten. Laut Auskunft der Kassen können auch solche Versicherte mit Coupons beglückt werden, bei denen ein Arzt irgendwann einmal eine entsprechende Diagnose gestellt hat, die den Kriterien des BMG für den Maskenbezug entspricht, z. B. Asthma bronchiale. Interessant, oder? Da bekommen so manche indirekt mit, dass ihr Arzt irgendwann mal wohl eine Diagnose gestellt hat, die nun zum Bezug der Coupons führt.

 

Und noch was zum Thema Masken und Apotheke: Vielleicht haben sie ja einige gesehen, die letzte Sendung von „Hart aber fair“ am vergangenen Montag (1. Februar). Es ging um – ja, um Corona-Themen, was sonst. Diskutiert wurde z. B. darüber, ob das Impfen gegen Corona in Deutschland zu wenig, zu langsam. zu kompliziert abläuft. Unter den Diskutanten war der Arzt und Entertainer Eckart von Hirschhausen. Seine Herzensangelegenheit in dieser Sendung – und da war er gar nicht mehr so lustig: Er kritisierte das bürokratische Vorgehen bei der Bereitstellung von FFP2-Masken über die Apotheken. Seine Kritik gipfelte in dem markigen Satz: „Es kostet, glaube ich, zweieinhalb Milliarden Euro, dieser ganze Versandzirkus und die Apotheker stoßen sich daran sehr, sehr gesund, was mich wirklich als Bürger des Landes aufregen kann.“ Nach seiner Meinung wäre es einfacher gewesen, „Masken einfach in die Briefkästen zu tun: Leute, wir haben die für 60 Cent eingekauft, nehmt sie. Wenn ihr sie nicht braucht, gebt sie dem Nachbarn.“ Mein liebes Tagebuch, da hatte aber einer einen gewaltigen Brass auf diese Aktion und die Apotheken. Schade, dass er so seine Wut an uns Apothekers abarbeitet, obwohl wir nichts dafür können. Er wird, so hoffen wir, mitbekommen haben, dass der Maskenpreis mittlerweile deutlich reduziert wurde. Und ja, mein liebes Tagebuch, wenn er uns die Quelle mitteilt, wo man brauchbare zertifizierte Masken, bei denen nicht beim Aufsetzen der Bändel abreißt, für 60 Cent bestellen kann: her damit.



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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11 Kommentare

ABDA

von Holger am 08.02.2021 um 14:46 Uhr

6 Euro pro Maske sind einfach unverschämte Abzocke, Punkt! Und da braucht es keinen Eckart von Hirschhausen, der das öffentlich so sagt. Das machen doch die Kolleg:innen selber, die das als willkommenes Marketingargument missbrauchen und der Politik damit deutlich machen, dass da erheblich Luft drin ist.

Die Lordsiegelbewahrer des Ewiggestrigen der Apothekerschaft sitzen im Apothekerhaus. Ich weiß da auch ein paar Namen und Gesichter. Aber aus meiner Sicht sind das weniger die Gewählten, als mehr einige der Bezahlten in dieser Festung! Denen ist doch im Zweifel egal, wer unter ihnen Präsident(in) ist ...

Und die demokratische Legitimation der ABDA?? Ich lach mich toooooot. Da ist ja wohl schon deswegen nix demokratisches dran, weil jeder Apotheker mit EINER Stimme in den mittelbaren Gremien vertreten ist, die die ABDA bilden - nämlich als Mitglied seiner LAK. Jeder selbständige Apotheker ist aber mit ZWEI Stimmen vertreten, nämlich als LAK-Mitglied UND als Mitglied seines LAV. Das ist mittelalterliche Ständeordnung und gehört sowas von abgeschafft ...

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Dr. Eckart von Hirschhausen

von Wolf am 07.02.2021 um 15:33 Uhr

Wenn jemand einen ehrenhaften Beruf wie Arzt ,der den Menschen helfen und Kranke heilen will aufgibt um im Fernsehen als Clown aufzutreten lässt das schon tief blicken. Vermutlich waren ihm die Honorare als Arzt zu hoch und er arbeitet jetzt lieber für ein "Taschengeld" beim Fernsehen.
Ganz entsprechend seiner altruistischen Natur!

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Einladung zur freiwilligen Folter

von Bernd Jas am 07.02.2021 um 12:49 Uhr

Lieber Herr Ditzel,

wo Sie grad sagen BGM-Kriterium für Maskenbezug bei Asthma bronchiale.
Wenn ich als Asthmatiker nicht seit Einführung der Maskenpflicht täglich am eigenen Leibe erfahren würde was es heißt ständig meine Luftzufuhr einschränken zu müssen, würde ich es ja schon eher auf die leichte Schulter nehmen und sagen l.m.a.A (lächle mehr als Andere). Aber als am Freitagnachmittag ein armer gewichtiger Patient mit Bluthochdruck, schwitzend, schlimmer als röchelnd nach Luft ringend mit einer FFP2-Maske bekleidet vor mir kauerte, dachte ich reflexartig, so muss sich Waterboardig anfühlen.

Corona spaltet!

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Löblich, daß .....

von gabriela aures am 07.02.2021 um 10:08 Uhr

...die Berliner Kammerpräsidentin Kerstin Kemmritz einen „Think Tank“ anregt.
Hat bei FS schon nicht geklappt , obwohl er da durchaus neue Wege gehen wollte,aber bei der neuen Präsidentin kommt dieser Vorschlag ganz sicher nicht zum Tragen.
Es enspricht nunmal nicht ihrem Naturell, anderer Leute Ideen anzuhören.

Dienstleistungen :
Rechnen wir mal die 150 Mios € der Krankenkassen runter :
150 Mios € für Dienstleistungen entspricht - für 18.000 Apotheken- einer monatlichen Entschädigung von
700 € !
Das klingt schon nicht mehr so spektakulär, oder ?

Vielleicht reicht auch eine neue PR-Abteilung/Strategie, die solche vordergründig horrenden Zuschläge schnell und unverkopft medientauglich für das „einfache Volk“ aufbereitet, bevor die Boulevardpresse der Politik beispringen kann .

Anders ist dem BMG nicht beizukommen, Jens Spahn ist Machtmensch durch und durch, da kann unsere Regina noch so oft an die „gute Nachbarschaft“ erinnern (hat ja beim Maskenhonorar gerade so gut geklappt...)

Zumindest ist vermutlich das große Chaos bei der Abrechnung der Bezugsscheine ausgeblieben und der 10. Februar als (willkürliches) Datum abgesagt.
Ich vermute, das hat jemand beim Schein 2 das Datum der Gültigkeit falsch gelesen ...und wenn dem so,ist, dann freue ich mich, daß dem Hinweis nachgegangen wurde ( ;-)

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AW: Löblich, da

von Michael Schmitz am 07.02.2021 um 11:14 Uhr

... wenn man die DAZ vom 10. März letzten Jahres liest, dann steht da:

, Hört man genauer hin und liest sich Overwienings Pressemitteilung zur Kandidatur durch, wird klar, worum es der AKWL-Präsidentin geht: Sie will die Arbeitsweise, das Auftreten und auch die Struktur der ABDA komplett umkrempeln. Die AKWL-Präsidentin fordert einen Apotheker-Thinktank, in dem die Arbeit der ABDA kreativ und kritisch unter die Lupe genommen wird. Grundsätzlich will sie die gesamte Organisationsstruktur der ABDA untersuchen und auch personelle und finanzielle Aufstellungen hinterfragen. Zudem müsse die ABDA sowohl nach außen in die Öffentlichkeit als auch nach innen ins eigene Lager mutiger, offener und kreativer kommunzieren. Für die ABDA wäre das nichts weniger als eine kleine Revolution. Man darf gespannt sein, ob auch die Mehrheit der ABDA-Mitgliederversammlung diese Revolution haben will.‘

Die Forderung nach einem Think Tank stammt also originär von der Akteurin, die ihn angeblich verhindern will. Das ist ein wenig schräg argumentiert...

AW: Guten Morgen Herr Schmitz,

von gabriela aures am 07.02.2021 um 11:23 Uhr

vielen Dank für Ihre Antwort.
Als Pressesprecher bzw. Geschäftführer Kommunikation der AK WL sind Sie natürlich bestens informiert, mein Eindruck resultiert nur aus einigen persönlichen Begegnungen.



AW: Schmitz‘ Worte hör‘ ich gern‘ ....

von Gunnar Müller, Detmold am 07.02.2021 um 19:34 Uhr

>> Die AKWL-Präsidentin fordert einen Apotheker-Thinktank, in dem die Arbeit der ABDA kreativ und kritisch unter die Lupe genommen wird.<<
Hätte sie alles bereits in WL haben können (oder auch in der Echokammer unserer Standeszertretung namens ABDA), wenn sie es nicht fortlaufend verhindert hätte...
... allein deshalb: Nicht nur mir fehlt der Glaube!
Beste Grüße
von den BasisApothekern
(uns gibt‘s seit 2014 auch in der Kammerversammlung)

AW: Löblich, da

von Reinhard Rodiger am 07.02.2021 um 23:17 Uhr

Herr Schmitz, es geht doch nicht darum,wer ein Wort zuerst benutzt.Es geht um Denken tanken.Es geht um die Unterschiede.Frau Kemmritz sprach von besserer Kommunikation mit der Basis, Frau Overviening meinte die ABDA intern und einseitig nach aussen.Das sind gravierende Unterschiede,die sie abwehren.Statt auf die Frage des Zuhörens und neue Ideen einzugehen.Das Verhindern des Denkens beidseitig bleibt schon noch im Raum.

Berliner Catenaccio

von Ulrich Ströh am 07.02.2021 um 9:14 Uhr

Ob pharmazeutische Dienstleistungen oder Denkleistungen oder zukünftige Plattformen oder mediale Begleitung des aktuellen Maskentheaters:

Beim Fußball spricht man bei diesem Spielverlauf von einem eintönigen Berliner Abwehrriegel.

Eine Offensive mit schnellen Kontern ist nicht zu erwarten

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Gefälligkeitswähler gesucht...

von Christian Timme am 07.02.2021 um 8:46 Uhr

Seehofomat arbeitet wieder auf Hochtouren ... bayerische Geheimwaffe wieder mal auf frischer Tat ertappt ... macht nix, bis zum nächsten mal ...

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

.

von Anita Peter am 07.02.2021 um 8:04 Uhr

Falls noch jemand an ein objektives und neutrales Gutachten von 2hm glaubt, bei dem das Ergebnis von der Politik nicht vorgegeben wurde:

https://www.welt.de/politik/deutschland/article225864597/Interner-E-Mail-Verkehr-Innenministerium-spannte-Wissenschaftler-ein.html

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