Wegen Corona-Stillstand

RKI warnt vor Legionellen im Wasser

Stuttgart - 12.06.2020, 16:00 Uhr

Das RKI warnt vor Legionellen-Infektionen: Durch den coronabedingten Shutdown waren viele Hotels und Schwimmbäder geschlossen. ( r / Foto: CrispyMedia / stock.adobe.com)

Das RKI warnt vor Legionellen-Infektionen: Durch den coronabedingten Shutdown waren viele Hotels und Schwimmbäder geschlossen. ( r / Foto: CrispyMedia / stock.adobe.com)


In den letzten Monaten stand vieles still – auch das Wasser in vielen Leitungen und Rohren. Das kann zu erhöhtem Legionellenwachstum führen, warnt das Robert Koch-Institut. Die Infektion kann zu Pneumonien führen, Infektionswege können Duschen oder Aerosole von Wasserhähnen sein. Ist auch das Verschlucken von mit Legionellen kontaminiertem Wasser gefährlich?

Für gesunde Menschen stellen Legionellen in der Regel kein Problem dar. Als weit verbreiteter Umweltkeim finden sich Legionellen laut Robert Koch-Institut (RKI) in Oberflächengewässern, im Grundwasser, in feuchten Biotopen, wie beispielsweise feuchten Böden, Mischerde für Topfpflanzen, Humus und Kompost. Infektiologisch relevant seien jedoch nicht die Blumenerde, sondern vor allem technische Einrichtungen, wie offene Rückkühlwerke, Trinkwassersysteme und Kläranlagen, wenn es dabei zur Bildung von legionellenkontaminierten Aerosolen komme, informiert das RKI: „Große Trinkwasseranlagen mit umfangreichen Rohrsystemen, vorhandene Ablagerungen (Sedimente in Warmwasserbehältern, Kalkablagerungen) und der sich in den Rohren befindliche Biofilm (eine schleimartige Matrix aus Mikroorganismen und organischen Substanzen) bieten den Legionellen mit ihren speziellen Nährstoffansprüchen eine optimale Lebensgrundlage“, so das RKI. Ebenso könnten die Stagnation oder vorhandene Totleitungen zu erhöhten Keimzahlen im Wasser führen. Und weiter: „Besonders ältere und schlecht gewartete Wassersysteme sind daher anfällig für Legionellen-Kontaminationen.“

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In seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin 24/2020 warnt das Robert Koch-Institut nun vor Legionellen-Infektionen. Denn: Hotels, Schwimmbäder, Sporteinrichtungen, Teile von Altenheimen oder Krankenhäusern seien in den letzten Wochen aufgrund von Corona geschlossen gewesen oder hätten leer gestanden. Bei nicht sachgemäßer Wartung könne es dadurch zu einem „erhöhten Legionellenwachstum in den betreffenden Trinkwasseranlagen gekommen sein, was bei der Wiederinbetriebnahme bisher ganz oder teilweise geschlossener Einrichtungen oder Wasserentnahmestellen jetzt möglicherweise ein vermehrtes Auftreten von Legionellosen zur Folge hätte“, erklärt das RKI.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Legionellen

von Bettina Kolb am 15.06.2020 um 23:07 Uhr

Das Wasser wird regelmäßig vom Gesundheitsamt überwacht, hört endlich auf, die Menschen verrückt zu machen.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

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