Nur noch CV2CoV?

Setzt Curevac gleich auf die nächste Impfstoff-Generation?

Stuttgart - 22.06.2021, 07:00 Uhr

Der erste COVID-19-Impfstoffkandidat CVnCoV schützte nur zu 47 Prozent vor einer COVID-19-Erkrankung. Sollte sich Curevac nur noch auf CV2CoV konzentrieren? (s / Foto: IMAGO / Sven Simon)

Der erste COVID-19-Impfstoffkandidat CVnCoV schützte nur zu 47 Prozent vor einer COVID-19-Erkrankung. Sollte sich Curevac nur noch auf CV2CoV konzentrieren? (s / Foto: IMAGO / Sven Simon)


CVnCoV, der Impfstoffkandidat von Curevac, zeigt bislang lediglich eine Impfwirksamkeit von 47 Prozent. Reicht dies überhaupt für eine Zulassung? Oder setzt Curevac lieber gleich auf CV2CoV, die zweite COVID-19-Imfpstoffgeneration? Dieser provoziert ersten Daten zufolge nämlich zehnmal höhere Antikörpertiter als CVnCoV.

Vorläufige Zwischenergebnisse der Phase-2b/3-Studie HERALD lassen wenig Platz für Euphorie: Der  COVID-19-Impfstoffkandidat CVnCoV schützte nur zu 47 Prozent vor einer COVID-19-Erkrankung. Eingeflossen in diese Analyse sind Wirksamkeiten gegen jede Schwere einer SARS-CoV-2-Infektion und gegen alle Varianten des Coronavirus. 

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Die WHO fordert für eine Zulassung von COVID-19-Impfstoffen eine Wirksamkeit von mindestens 50 Prozent – ob die finale Auswertung der HERALD-Studie das Zwischenergebnis zur 47-prozentigen Wirksamkeit noch dahingehend verbessert, will Curevac in zwei bis drei Wochen bekannt geben. Kann es also passieren, dass Curevac keinen COVID-19-Impfstoff zulässt? Für diese Schwarzmalerei ist es wohl zu früh, denn das Tübinger Unternehmen entwickelt bereits – gemeinsam mit GlaxoSmithKline – einen Second-Generation-Corona-Impfstoff CV2CoV. Die ersten Daten stimmen bislang positiv.

Modifizierte mRNA

Bei CV2CoV setzt Curevac weiterhin auf nicht-chemisch modifizierte mRNA. Allerdings soll ein neuer mRNA-Backbone der zweiten Generation für eine verbesserte Translation und eine erhöhte und verlängerte Proteinexpression sorgen und somit zu einer verstärkten Immunogenität. Erste Daten stellte Mariola Fotin-Mleczek, Chief Technology Officer bei Curevac, im Rahmen einer Pressekonferenz von Curevac vor.

Schnellere und stärkere Immunantwort

Erste präklinische Untersuchungen an nicht-menschlichen Primaten hätten gezeigt, dass CV2CoV für eine „schnelle und starke Immunantwort“ sorge, erklärte Fotin Mleczek. Geimpft wurde zweimal mit je 12 µg und im Abstand von 28 Tagen und zwar entweder mit CVnCoV oder mit CV2CoV. Laut Curevac erfolgte die Bildung neutralisierender Antikörper nach CV2CoV-Impfung schneller als nach CVnCoV-Impfung. Die zweite Impfung habe bei CV2CoV zu einem „ausgeprägten Booster-Effekt“ geführt. Vergleicht man die Titer der neutralisierenden Antikörper sechs Wochen nach Impfung, so lag diese bei CV2CoV 10-fach höher als bei CVnCoV.

Stoppt man CVnCoV und setzt nur noch auf CV2CoV?

Wäre es anhand der Ergebnisse nun nicht sinnvoll, wenn sich Curevac nur noch auf CV2CoV konzentriert? Doch diese Entscheidung will das Unternehmen zum jetzigen Zeitpunkt nicht treffen. Bis die vollständige Datenauswertung von HERALD in drei Wochen vorliege, „gibt es keinen Grund irgendetwas abzubremsen“, erklärt CEO Franz-Werner Haase. Man forsche weiter und parallel an beiden Impfstoffen und an multivalenten Vakzinen. Haase räumte jedoch ein, dass Curevac vielleicht nach der finalen Datenanalyse eine Entscheidung treffen müsse, bis dahin laufe aber alles „full Speed“.


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

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von Hertenberger am 28.06.2021 um 11:25 Uhr

ich behaltesie trotz all den problemen. ich setzt auf cov.TÜ.und hoffe auf baldige erholung am markt

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