Virologe warnt vor steigenden Infektionszahlen wegen Urlaubsreisen

Die Corona-News des Tages

Stuttgart - 15.03.2021, 07:44 Uhr

Hier sammelt die DAZ.online-Redaktion für Sie die tagesaktuellen COVID-19-Nachrichten u.a. aus dem dpa-News-Kanal. (Bild: Production Perig / stock.adobe.com)

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Donnerstag, 11. März 2021

Donnerstag, 11.03.2021

Brüssel kündigt weitere Millionenhilfe für Anti-Corona-Maßnahmen an / Wirtschaft will bei Corona-Test in Betrieben Dampf machen / Nach Dänemark setzt auch Norwegen Astrazeneca-Impfungen aus / RKI: Erstmals mehr als eine Viertelmillion Impfungen an einem Tag / Corona-Schnelltests in 60 Saar-Apotheken möglich / RKI-Chef: Jetzt höhere Inzidenzen bei Jüngeren als vor zweiter Welle / Tiroler Testregion beginnt Massenimpfung gegen Südafrika-Variante / SPD warnt vor Lieferverzögerung bei Johnson & Johnson / Ärzte behandeln Rekordzahl schwerer COVID-19-Fälle in Tschechien / CDC: Corona-Fälle in Afrika gehen zurück – Impfkampagne startet / Späteres Impfen in den Praxen? / Die dritte Welle / Weiterer Beschuldigter und erneute Durchsuchung im Fall Nüßlein / Corona-Infektionszahlen in Israel gehen zurück / Roche erleidet Rückschlag in Corona-Studie mit Actemra/RoActemra

17:27 Uhr

Corona-Impftermin in Arztpraxis: Spahn verbreitet Optimismus

Berlin (dpa) – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich optimistisch gezeigt, dass mithilfe der Arztpraxen bis Ende des Sommers große Teile der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft sein werden. Bis zum dritten Quartal werde man allen Menschen nicht nur eine Impfung anbieten können, sondern sie auch dazu auffordern können, sagte Spahn am Donnerstag in Berlin-Prenzlauer Berg bei einem der ersten Impftermine eines Pilotprojekts mit knapp 150 Arztpraxen in der Hauptstadt. „Da bin ich sehr sicher, da werden wir spätestens im Sommer sein.“

Er setze große Hoffnung auf die Arztpraxen, wenn dann große Mengen der Impfstoffe ab Mitte April geliefert werden, sagte Spahn. Die Infrastruktur aus Großhändlern, Apotheken und Praxen sei für umfassendes Impfen optimal. „Das ist so eingespielt, das wird unfassbar schnell gehen.“ Nach jetzigem Stand und den zugesagten Lieferungen könne ab der 16. Kalenderwoche und dem 19. April der Start für erste reguläre Impftermine in den Praxen erfolgen.

17:23 Uhr

Bund bietet Ländern zweites Start-Paket für Kauf von Selbsttests an

Berlin (dpa-AFX) – Die Bundesregierung bietet den Ländern ein zweites Start-Paket für den schnellen Einkauf von Corona-Selbsttests etwa für Schulen und Kitas an. Im März sind darüber 17 Millionen Tests und im April bis zu 45 Millionen weitere Tests zu bekommen, wie aus einem Schreiben von Verkehrs- und Gesundheitsministerium hervorgeht, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Interessierte Länder sollen sich bis diesen Freitagmittag melden. Nach einer Vereinbarung mit dem Bund sei der Hersteller Siemens Healthcare in der Lage, ab diesem Montag zunächst wöchentlich 8,5 Millionen Selbsttests auszuliefern.

In einer von Bund und Ländern eingesetzten „Taskforce Testlogistik“ hatten Gesundheits- und Verkehrsministerium zu Wochenbeginn bereits ein erstes Start-Paket angeboten – mit insgesamt 10,5 Millionen Selbsttests des Anbieters Roche. Der Bund spricht jeweils befristete Abnahmegarantien aus. Die Verteilung soll nach Bevölkerungsanteil der Länder laufen, sie bezahlen die Tests selbst. Die Angebote sollen die Zeit bis zu eigenen Ausschreibungen der Länder überbrücken.

Bund und Länder wollen Testangebote deutlich ausweiten, um anstehende Lockerungen des Corona-Lockdowns abzusichern. Dazu gehören auch Selbsttests für jedermann zu Hause, von denen inzwischen erste im Handel sind. Zudem soll jeder Bürger einmal wöchentlich kostenlos einen Schnelltest durch geschultes Personal machen lassen können. Die Kosten übernimmt der Bund. Angebote dafür vor Ort etwa in Testzentren oder Apotheken sollen in den Ländern aufgebaut werden.

16:51 Uhr 

Österreich plant Lockerungen für Kinder und Jugendliche

Wien (dpa) - Freizeitaktivitäten und Sport für Kinder und Jugendliche sollen in Österreich schon bald wieder mit Auflagen möglich sein. Trotz steigender Infektionszahlen soll die Lockerung der Corona-Einschränkungen am Montag in Kraft treten, kündigte das Sozial- und Gesundheitsministerium am Donnerstag an. Zuvor muss noch das Parlament zustimmen.

«Diese Maßnahmen sind ein wichtiger Beitrag für das Wohlergehen der jungen Menschen in Österreich und für die psychische Gesundheit während der Pandemie», schrieb das vom Grünen Rudolf Anschober geführte Ministerium in einer Mitteilung. Die Öffnungsschritte seien etwa für Jugendzentren, Pfadfindergruppen und Sportvereine vorgesehen, hieß es aus der der Grünen Parlamentsfraktion.

Unter-18-Jährige sollen Sport ohne Körperkontakt mit bis zu zehn Teilnehmern im Freien ausüben dürfen. Andere Aktivitäten in Kleingruppen werden auch in Innenbereichen erlaubt. Teilnehmer müssen sich registrieren und für Aktivitäten in geschlossenen Räumen negative Tests vorweisen.

Im Bundesland Vorarlberg will Österreich als Testregion ab Montag noch weitreichendere Öffnungsschritte setzen. Zusätzlich zu den Lockerungen für Kinder und Jugendliche werden dort auch Gastronomie und kleine Veranstaltungen erlaubt.

16:12 Uhr

Landesweite Regelung für Corona-Schnelltests in Apotheken noch offen

Potsdam (dpa/bb) – Immer mehr Städte und Gemeinden in Brandenburg bieten Corona-Schnelltests an. Eine landesweite Regelung mit den Apotheken war am Donnerstag noch offen. „Dazu sind wir noch in Gesprächen mit der Landesregierung“, sagte Sprecher Mathias Braband-Trabandt. Für die Apotheken sei die einfachste Lösung eine Verordnung des Landes, über die alle Apotheken beauftragt würden, statt einzelner Absprachen mit dem jeweiligen Gesundheitsamt. Derzeit sind 72 Apotheken nach einer Liste der Landesapothekerkammer bereit, die Tests anzubieten.

In Frankfurt (Oder) öffnete am Donnerstag ein COVID-19-Testzentrum. In Brandenburg/Havel sind bis Mittwoch mehrere Testzentren geplant oder bereits offen. Der Landkreistag erklärte, auch die Kreise seien sehr aktiv in der Organisation hierfür.

16:11 Uhr

Thüringen wird einziges deutsches Risikogebiet für die Schweiz

Erfurt (dpa) – Thüringen wird aus Sicht der Schweiz wieder zum Corona-Risikogebiet – als einziges deutsches Land. Der Freistaat stand am Donnerstag auf einer Liste mit Corona-Risikogebieten des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit, die ab dem 22. März gelten soll. Zuvor hatte die „Thüringische Landeszeitung“ online darüber berichtet. Für Einreisen in die Schweiz aus Ländern auf der Liste gilt, dass die Reisenden ein negatives Testergebnis vorweisen müssen. Es gibt aber auch Ausnahmen. Auf der Liste stehen unter anderem auch Teile Österreichs, Italiens und Frankreichs.

Kriterium für die Aufnahme auf diese Liste kann unter anderem die 14-Tage-Inzidenz der jeweiligen Region sein – also die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen zwei Wochen. Thüringen hat in Deutschland seit Wochen die höchste Corona-Sieben-Tage-Inzidenz.

15:58 Uhr

Pfizer-Impfstoff schützt auch vor asymptomatischer Infektion

Tel Aviv (dpa) – Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer schützt laut offiziellen israelischen Daten nicht nur vor schwerer Erkrankung und Tod, sondern auch vor einer asymptomatischen Infektion. Das israelische Gesundheitsministerium und Pfizer veröffentlichten am Donnerstag entsprechende Erkenntnisse aus der praktischen Anwendung. Demnach hat der Impfstoff eine Wirksamkeit von 94 Prozent bei der Verhinderung asymptomatischer Infektionen. Es besteht damit die Hoffnung, dass geimpfte Personen andere nicht mehr anstecken können und Infektionsketten so unterbrochen werden können. Die Ergebnisse sind bisher nicht in einem wissenschaftlichen Fachmagazin veröffentlicht, sondern von den Unternehmen mitgeteilt worden.

„Die Ergebnisse, die darauf hinweisen, dass der Impfstoff auch vor asymptomatischen SARS-CoV-2-Infektionen schützt, sind besonders bedeutsam. Wir hoffen, so die globale Verbreitung des Virus unterbrechen zu können“, erläutert Pfizer-Manager Luis Jodar in der Mitteilung.

Die neueste Analyse bestätigte vorherige Studienergebnisse, die bereits eine starke Wirkung nach der zweiten Impfdosis gezeigt hatten. Die Wirksamkeit des Impfstoffs beim Schutz vor symptomatischen Erkrankungen, schweren Verläufen und Todesfällen liege bei mindestens 97 Prozent. Nicht geimpfte Personen hätten demnach ein 44-fach höheres Risiko einer symptomatischen Erkrankung mit dem Coronavirus und ein 29-fach höheres Risiko, daran zu sterben.

Die Wissenschaftler hatten Daten des israelischen Gesundheitsministeriums ausgewertet, das regelmäßig Infektionen, Tests und den Impfstatus erfasst. Sie weisen darauf hin, dass die Schätzungen der Wirksamkeit des Impfstoffs durch Unterschiede zwischen geimpften und ungeimpften Personen beeinflusst werden können, indem sie etwa in unterschiedlichem Maße von Testmöglichkeiten Gebrauch machen.

Die den Ergebnissen zugrundeliegenden Daten stammten aus der Zeit zwischen dem 17. Januar und 6. März 2021. In dem Zeitraum wurde in Israel nur der Biontech/Pfizer-Impfstoff eingesetzt, der klar vorherrschende Stamm war die ansteckendere britische Variante B.1.1.7.

Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Professor Chesi Levy, sprach von einem „bemerkenswerten Erfolg“ der Impfkampagne in Israel. „Die Inzidenzraten in der vollständig geimpften Bevölkerung sind im Vergleich zur ungeimpften Bevölkerung massiv gesunken und es gibt außerdem einen deutlichen Rückgang von COVID-19-bedingten Krankenhausaufenthalten“, sagte er.

15:18 Uhr

Berlin: EU-Behörden untersuchen dänischen Astrazeneca-Fall

Berlin (dpa-AFX) – Nach dem vorsorglichen Stopp von Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca in Dänemark verweist die Bundesregierung auf laufende Untersuchungen auf EU-Ebene. Nach jetzigem Stand gebe es noch keine Hinweise darauf, dass ein Todesfall in Dänemark mit einer Corona-Impfung ursächlich in Verbindung stehe, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag in Berlin. Aktuell untersuchten die europäischen Arzneimittelbehörden den Fall.

Die dänische Gesundheitsverwaltung hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass in dem Nachbarland der Astrazeneca-Impfstoff für zunächst 14 Tage nicht eingesetzt wird. Grund seien Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln bei Personen, die damit geimpft worden seien. Ein Bericht beziehe sich auf einen Todesfall in Dänemark. Man könne jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und den Blutgerinnseln bestehe.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärte auf Twitter: „Der Impfstoff hätte aus meiner Sicht auf Grundlage eines Falles in Dänemark nicht gestoppt werden sollen.“ Die Schädigung des Vertrauens sei immens. Thrombosen (Blutgerinnsel) seien eine häufige Folge von COVID-19. Davor schütze der Astrazeneca-Impfstoff. Er bleibe dabei, dass der Impfstoff sicher sei. „Ich würde ihn jederzeit nehmen.“

15:15 Uhr

Brüssel kündigt weitere Millionenhilfe für Anti-Corona-Maßnahmen an

Brüssel (dpa) – Deutschland und andere Staaten sollen zur Bewältigung der Corona-Krise weitere Millionenhilfen aus dem EU-Solidaritätsfonds bekommen. Insgesamt geht es um 530 Millionen Euro für 17 EU-Länder und drei Beitrittskandidaten, wie die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte.

Darin sind 132,7 Millionen Euro für Deutschland und sechs weitere Länder enthalten, deren Auszahlung bereits im Oktober angekündigt worden war. Das Geld soll unter anderem dazu dienen, Präventionsmaßnahmen gegen die Virusausbreitung zu unterstützen. Das Europäische Parlament und die EU-Staaten müssen dem Vorschlag der Kommission noch zustimmen.

Mit dem EU-Solidaritätsfonds leisten sich die EU-Staaten im Katastrophenfall untereinander Hilfe. Er wurde 2002 nach Überschwemmungen in Mitteleuropa eingerichtet. Seitdem wurden rund 6,5 Milliarden Euro in knapp 100 Katastrophenfällen wie Überschwemmungen, Waldbränden, Stürmen oder Erdbeben in Anspruch genommen. Seit einer Änderung im vergangenen Jahr kann auch bei schweren Gesundheitsnotständen Geld fließen.

14:59 Uhr

Wirtschaft will bei Corona-Test in Betrieben Dampf machen

Berlin (dpa) – Die Spitzen der deutschen Wirtschaft wollen die Corona-Tests bei den Beschäftigten in Deutschland erheblich ausweiten. „Testangebote in den Unternehmen laufen in diesen Tagen hoch“, teilte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Siegfried Russwurm, nach einer Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag in Berlin mit. An dem Gespräch zu den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie nahmen auch weitere Spitzenvertreter von Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften sowie sieben Bundesminister teil.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur machte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger in der Runde deutlich, dass die Arbeitgeber wüssten, dass sie bei den Tests nun liefern müssten. Andernfalls würden sie dazu verpflichtet. Nach dem Treffen sagte Dulger: „Wir sehen in einem schnellen Hochfahren der COVID-19-Impfungen und auch der Testungen in Unternehmen einen entscheidenden Beitrag, um das wirtschaftliche Leben wieder zu normalisieren.“ Die Unternehmen stünden in großer Zahl mit ihren Betriebsärzten dafür bereit. Die Verfügbarkeit von Tests – insbesondere Selbsttests – müsse jetzt schnell verbessert werden.

Bereits am Dienstag hatten die Wirtschaftsspitzen die Betriebe nach Gesprächen mit der Regierung aufgerufen, Schnelltests für Beschäftigte anzubieten. Virologen mahnen, Fortschritte beim Testen und Impfen insgesamt könnten zum gegenwärtigen Beginn der dritten Corona-Welle in Deutschland zu langsam gehen, um ein rasches Ausbreiten der britischen Virusvariante zu verhindern. Merkel und die Ministerpräsidenten hatten gefordert, dass die Unternehmen „als gesamtgesellschaftlichen Beitrag ihren in Präsenz Beschäftigten pro Woche das Angebot von mindestens einem kostenlosen Schnelltest machen“.

14:45 Uhr

Nach Dänemark setzt auch Norwegen Astrazeneca-Impfungen aus

Oslo (dpa) – Nach Dänemark setzt auch Norwegen die Impfungen mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens Astrazeneca bis auf Weiteres aus. Das teilte das norwegische Gesundheitsinstitut FHI am Donnerstag mit, nachdem die dänischen Behörden wenige Stunden zuvor einen ähnlichen Schritt verkündet hatten.

Nach der Meldung eines Todesfalls in Dänemark in Verbindung mit einem Blutgerinnsel nach einer Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin wolle man Informationen abwarten, ob ein Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und dem Fall bestehe, sagte der für den Infektionsschutz zuständige FHI-Direktor Geir Bukholm auf einer Pressekonferenz in Oslo.

Wie zuvor die Dänen machten auch die Norweger deutlich, dass ein solcher Zusammenhang bisher nicht festgestellt worden sei. Aus Vorsicht unterbreche man die Impfungen mit dem Astrazeneca-Mittel jedoch, während die Untersuchungen liefen, sagte Bukholm. Diese Pause bedeute aber nicht, dass man von Impfungen mit dem Mittel von Astrazeneca in Zukunft abrate. Wie lange die Unterbrechung währen soll, ist unklar. In Dänemark gilt sie für vorläufig 14 Tage.

Bislang haben rund 122.000 Menschen in Norwegen den Astrazeneca-Stoff erhalten. Sie werden vom FHI gebeten, sich nicht unnötig Sorgen zu machen. Wenn sich ein Zusammenhang zwischen Impfstoff und Blutgerinnsel herausstelle, würde dies eine äußerst seltene Nebenwirkung darstellen, hieß es in einer Behördenmitteilung.

14:44 Uhr

RKI: Erstmals mehr als eine Viertelmillion Impfungen an einem Tag

Berlin (dpa) – Zum ersten Mal sind in Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) mehr als eine Viertelmillion Corona-Impfungen pro Tag in Deutschland verzeichnet. Für Mittwoch wurden dem RKI 257.671 Impfungen gemeldet, wie aus der Statistik vom Donnerstag (Stand: 8.00 Uhr) hervorgeht. Ähnlich hohe Werte wurden auch schon an Tagen zuvor erreicht (5. März: 245 358, Dienstag: 241 916). Allerdings hatte es auch wieder Tage mit deutlich weniger Impfungen gegeben, etwa am vergangenen Wochenende (Sonntag: 147.057). Tageswerte können sich durch Nachmeldungen noch erhöhen. Mehr als 5,7 Millionen Menschen haben bundesweit laut RKI mindestens eine Impfung erhalten, das entspricht einer Impfquote von 6,9 Prozent. 3,2 Prozent – mehr als 2,6 Millionen Menschen – gelten mit zwei Dosen als vollständig geimpft.

14:36 Uhr

Corona-Schnelltests in 60 Saar-Apotheken möglich

Saarbrücken (dpa/lrs) – Einen kostenlosen Corona-Schnelltest können Bürger:innen im Saarland jetzt auch in rund 60 Apotheken machen. Das teilte die Apothekerkammer des Saarlandes am Donnerstag mit. Außer in Apotheken können Saarländer auch in Testzentren und bei manchen Ärzten oder Laboren Antigen-Schnelltests auf Corona in Anspruch nehmen. Ein Ergebnis liegt nach 15 bis 20 Minuten vor. Nach der Testverordnung des Bundes sollen sich alle Bürger:innen mindestens einmal pro Woche testen lassen können.

Seit vergangener Woche unterstützten bereits mehr als 80 Apotheken die Teststrategie des Saarlandes, in dem sie an Schulen und Kindertageseinrichtungen flächendeckend Schnelltests anböten, hieß es. Im Saarland gibt es knapp 300 Apotheken.

13:22 Uhr

EU verlängert Impfstoff-Exportkontrolle

Brüssel (dpa) – Die Ende Januar eingeführte EU-Exportkontrolle für Corona-Impfstoff wird bis Ende Juni verlängert. Dies teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Demnach müssen Pharmakonzerne, die mit der EU Lieferverträge geschlossen haben, weiter Genehmigungen beantragen, wenn sie bestimmte Drittstaaten beliefern wollen.

Seit Anfang Februar wurden nach Angaben einer Kommissionssprecherin 249 solche Anträge genehmigt und der Export von 34 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an 31 Länder erlaubt. Nur ein Antrag wurde abgelehnt – der Export von 250.000 Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca an Australien, den Italien vor einigen Tagen gestoppt hatte. Hintergrund ist, dass Astrazeneca vertragliche Zusagen an die EU-Staaten derzeit nicht voll erfüllt.

Die Exportkontrolle wurde gestartet, nachdem Astrazeneca angekündigt hatte, zunächst weniger Impfstoff an die EU zu liefern als vertraglich zugesichert. Ursprünglich sollte der Mechanismus nur bis 12. März gelten. Ausgenommen von der Kontrolle sind Ausfuhren in eine Reihe von Partnerländern und in Entwicklungsländer. Zu den Partnerländern zählen die Schweiz, Israel und die Ukraine – nicht aber Großbritannien. Gleichwohl ist das Vereinigte Königreich bisher wichtigster Empfänger von genehmigten Exporten: 9,1 Millionen Impfdosen gingen nach Angaben der EU-Kommission seit Anfang Februar dorthin.

Zuständig für die Ausfuhrgenehmigungen ist der EU-Mitgliedstaat, in dem die für den Export vorgesehenen Impfstoffe produziert wurden. Die EU-Kommission wird dazu gefragt und kann im Streitfall Einspruch erheben.

13:15 Uhr

Tiroler Testregion beginnt Massenimpfung gegen Südafrika-Variante

Schwaz (dpa) – In einem europäischen Pilotprojekt können sich nun alle Bürger:innen des österreichischen Bezirks Schwaz gegen das Coronavirus impfen lassen. Rund 50.000 der etwa 64.000 infrage kommenden Personen haben sich dafür angemeldet. Die Impfaktion begann nach Angaben der Stadt Schwaz am Donnerstag planmäßig. In der EU gilt die Maßnahme als Modell zur Überprüfung der Wirksamkeit des Impfstoffs von Biontech/Pfizer auch gegen die Südafrika-Variante des Virus. Die Region im Bundesland Tirol ist besonders von der Verbreitung der Mutante betroffen.

Das Ziel sei, diese ansteckendere Variante zu bekämpfen und Infektionszahlen zu senken, sagte Tirols Landeschef Günther Platter vor Journalisten in der Bezirkshauptstadt Schwaz. Er erwarte auch, dass im Zuge der Massenimpfung die Beschränkungen der Einreise von Tirol nach Bayern aufgehoben würden. „Da gibt es natürlich schon Kontakte mit Deutschland“, sagte der konservative Politiker. „Ich orte schon, dass diese Aktion sehr positiv gesehen wird.“

Die Impfung wird von einer sechsmonatigen wissenschaftlichen Studie begleitet. Dazu sind mindestens 5.000 Teilnehmer nötig. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass sich deutlich mehr Geimpfte freiwillig melden und einen entsprechenden Fragebogen ausfüllen. Für das Pilotprojekt stehen 100.000 Dosen zur Verfügung, die mithilfe der EU geliefert wurden. Die erste Impfphase soll am kommenden Montag abgeschlossen sein. Im Rest Österreichs werden vorerst weiterhin hauptsächlich nur hochbetagte Menschen, Gesundheitspersonal und Lehrer geimpft.

In Österreich ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen unterdessen weiter spürbar angestiegen. Am Donnerstag wurden binnen 24 Stunden laut Innenministerium 2.997 neue Fälle gezählt. Das waren rund 400 mehr als am Vortag. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl würde dies in Deutschland 27.000 Fällen entsprechen.

13:12 Uhr

RKI-Chef: Jetzt höhere Inzidenzen bei Jüngeren als vor zweiter Welle

Berlin (dpa) – Zu Beginn der dritten Corona-Welle in Deutschland sieht der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) eine andere Ausgangslage als vor der zweiten Welle. Die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche liege aktuell bei der jüngeren, mobilen, berufstätigen Bevölkerung auf einem deutlich höheren Niveau als damals, sagte Lothar Wieler am Donnerstag in einem Online-Vortrag vor Studenten der Hochschule für Politik München. Offensichtlich erschwere dies die Bekämpfung der dritten Welle; diese Gruppen hätten die meisten Kontakte.

Ein Beispiel: Bei den 20-24-Jährigen wurden Anfang August, als die zweite Welle sich aufbaute, 11 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche erfasst. Nach neuestem Stand sind es 95 – mehr als in allen anderen Altersgruppen. Laut RKI-Situationsbericht steigen die Inzidenzen in allen Altersgruppen unter 55 Jahren seit der sechsten Meldewoche kontinuierlich an. Bei der ersten und zweiten Welle waren nach Anstiegen in den jüngeren Altersgruppen mit etwas Zeitverzug auch die Fallzahlen bei den Älteren in die Höhe gegangen.

Wieler betonte, dank der Maßnahmen seien in Deutschland Zehntausende, nach seiner Schätzung mehr als 100.000 Todesfälle in den vergangenen Monaten vermieden worden. Er rief dazu auf, Kontakte zu reduzieren und am besten immer nur die gleichen Menschen zu treffen. Auch junge Menschen könnten schwere und tödliche Verläufe erleiden und von Langzeitfolgen (Long Covid) betroffen sein. Der Prozentsatz sei zwar gering, aber bei hohen Fallzahlen gebe es dennoch viele Betroffene.

12:16 Uhr

Erstmals mobile Schnelltest-Busse im Einsatz

Hamburg (dpa/lno) – In Hamburg sind seit Donnerstag zwei mobile Corona-Schnelltest-Busse im Einsatz. Sie sollen an zwei Standorten im Süderelbe-Bereich sowie in Bergedorf Bürgerinnen und Bürgern ein Mal pro Woche kostenlose Schnelltests anbieten, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich. Seit Montag gibt es bereits über die Stadt verteilt in über 100 Testzentren, Apotheken und Arztpraxen kostenlose Tests. Der Bereich südlich der Elbe war dabei bisher schlechter versorgt. Am Donnerstag bezog ein Test-Bus Posten auf dem Harburger Rathausplatz. Ab der kommenden Woche soll er dort immer montags, mittwochs und freitags stehen, am Dienstag und Donnerstag auf dem Neugrabener Markt. Die Busse haben den Angaben zufolge jeweils eine Kapazität von bis zu 5.000 Tests pro Tag.

12:10 Uhr

Ärzte behandeln Rekordzahl schwerer COVID-19-Fälle in Tschechien

Prag (dpa) – In Tschechien wird eine Rekordzahl schwerer COVID-19-Fälle in den Krankenhäusern behandelt. 1.916 Patient:innen befanden sich in einem ernsten Zustand oder wurden künstlich beamtet, wie das Gesundheitsministerium in Prag am Donnerstag bekanntgab. Landesweit sind derzeit nur noch zwölf Prozent aller Intensivbetten frei. Zudem werden mehr als 6.800 weitere Menschen mit leichteren Verläufen stationär versorgt.

Trotz der angespannten Lage kommen möglicherweise doch keine COVID-19-Patient:innen aus Tschechien zur Behandlung nach Deutschland. „In diesem Moment ist der Transport von Patienten ins Ausland nicht erforderlich“, sagte Regierungschef Andrej Babis der Zeitung „Pravo“. Jeder Überführung von Intensivpatient:innen sei eine „riskante Angelegenheit“, betonte der 66-Jährige, der sich im Oktober zur Wiederwahl stellen muss.

Deutschland, Polen, die Schweiz und andere Staaten hatten Hilfe angeboten. Bisher wurde nur eine Patientin aus einer überlasteten Klinik in Usti nad Orlici ins polnische Raciborz gebracht. Nach Einschätzung von Expert:innen dürften die nächsten Tage kritisch sein, was die Belastung des Gesundheitssystems angeht.

Bei den Neuinfektionen gab es einen leichten Rückgang mit 14.353 Fällen innerhalb von 24 Stunden. Innerhalb von 7 Tagen steckten sich mehr als 760 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an; in Deutschland lag der Wert bei 69,1. Seit Beginn der Pandemie gab es fast 1,4 Millionen Infektionen und mehr als 22.624 Todesfälle.

12:07 Uhr

CDC: Corona-Fälle in Afrika gehen zurück – Impfkampagne startet

Johannesburg (dpa) – Afrika verzeichnet bei der Zahl der nachgewiesenen neuen Corona-Fälle einen spürbaren Rückgang. „Bei den neuen Fällen gab es in den vergangenen vier Wochen auf dem gesamten Kontinent einen neunprozentigen Rückgang“, sagte John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (AU), der Africa CDC, am Donnerstag. In dem am meisten betroffenen Land Südafrika – es verzeichnet kontinental 38 Prozent aller Fälle – sei die COVID-19-Sterberate im Schnitt sogar um 25 Prozent gesunken.

In den kommenden Tage soll die Impfkampagne „Vaccinate Africa 2022“ vorgestellt werden, die mit EU-Hilfe beim Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur rund 60 Prozent der Bevölkerung immunisieren soll. Von den 54 Staaten Afrikas hätten bisher 22 afrikanische Staaten von Lieferungen der Impfstoff-Initiative Covax profitiert. „Wir befinden uns aber noch in den Anfangstagen“, sagte Nkengasong mit Blick auf die nun auch in Afrika eintreffenden COVID-19-Impfstoffe. Die CDC versucht, die vorhandenen Mittel der afrikanischen Staaten zu bündeln und Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie zu koordinieren.

Insgesamt wurden auf dem Kontinent bisher knapp vier Millionen Infektionen dokumentiert, wie CDC-Zahlen am Donnerstag zeigten. Nach den Angaben sind knapp 107.000 Menschen bislang an den Folgen gestorben. Südafrika stellt mit mehr als 1,5 Millionen Fällen den Großteil der registrierten Infektionen, vor Marokko, Tunesien, Ägypten oder Äthiopien. Nach Expertenansicht liegt die Dunkelziffer auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen jedoch höher. Nkengasong erwartet, dass Afrika Impfstoffe schon Ende des Jahres selbst produzieren könnte, etwa über das Institut Pasteur im Senegal.

Ein Nachlassen der bisherigen Vorsichtsmaßnahmen sei jedoch nicht geraten, sagte er mit Blick auf ansteigende Infektionszahlen in Kenia. „Jedes Mal, wenn die Restriktionen gelockert werden, gibt es einen Rückfall.“ Das Coronavirus hat sich zunächst relativ langsam auf dem Kontinent verbreitet, die Gesamtzahl ist noch immer gering im Vergleich zu anderen Regionen. Der erste Fall trat in Afrika später auf als anderorts, und die meisten Regierungen haben rasch strenge Maßnahmen verhängt. Die oft strengen Lockdown-Maßnahmen haben aber verheerende Folgen für Menschen und Volkswirtschaften.

11:11 Uhr

SPD warnt vor Lieferverzögerung bei Johnson & Johnson

Brüssel (dpa) – Vor der erwarteten EU-Zulassung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson warnt die SPD vor Verzögerungen bei den Lieferungen des US-Herstellers. „Da die EU noch keine eigenen Abfüll- und Verschließ-Anlagen hat, sind wir von Exporten aus den USA abhängig“, sagte der SPD-Europaabgeordnete Tiemo Wölken am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Damit drohen einmal mehr Verzögerungen in der Impfstoff-Versorgung.“

Der Gesundheitsexperte mahnte die EU-Kommission, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um sogenannte „Fill-and-Finish-Standorte“ in der Europäischen Union aufzubauen und dem Pharmaunternehmen unter die Arme zu greifen. Denn der Impfstoff von Johnson & Johnson könnte aus Wölkens Sicht einen Wendepunkt für die Impfkampagne bringen: „Der Impfstoff ist leicht zu handhaben und anders als bei den anderen Impfungen ist nur eine Injektion nötig.“

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA wird voraussichtlich am Donnerstagnachmittag die Zulassung des Impfstoffs von Johnson & Johnson in der EU empfehlen. Die EU-Kommission hat bereits 200 Millionen Impfdosen bestellt. Davon würde Deutschland 36,7 Millionen erhalten. Der Hersteller sicherte zu, ab April zu liefern.

Der Impfstoff wurde in den Niederlanden von der Johnson-Tochter Janssen entwickelt. Die Abfüllung erfolgt aber zum Teil in den USA, die im vergangenen Jahr faktisch alle Impfstoffexporte gestoppt hatten. Die EU-Kommission gab sich aber zuletzt zuversichtlich, dass die bestellten Mengen von Johnson & Johnson trotzdem in der EU ankommen.

10:40

Weiterer Beschuldigter und erneute Durchsuchung im Fall Nüßlein 
 

Bei den Korruptionsermittlungen gegen den Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein (ehemals CSU) im Zusammenhang mit Maskengeschäften gibt es mittlerweile einen dritten Beschuldigten. Nach Angaben der Münchner Generalstaatsanwaltschaft handelt es sich dabei um keinen Politiker. Nähere Angaben wollte der Sprecher der Ermittlungsbehörde am Donnerstag nicht machen. Zuvor hatten mehrere Medien über den dritten Verdächtigen berichtet.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hatte es in München auch eine weitere Durchsuchung in dem Ermittlungsverfahren gegeben. Bei dem weiteren Beschuldigten soll es sich um einen Geschäftsmann handeln.

Vor zwei Wochen hatte die Generalstaatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Nüßlein und einen zweiten, nicht benannten Beschuldigten zunächst 13 Objekte in Deutschland und in Liechtenstein durchsuchen lassen. Es geht um den Anfangsverdachts der Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern bei Geschäften mit Corona-Schutzmasken. Nüßleins Anwalt hat die Vorwürfe zurückgewiesen.(dpa)

10:08

Corona-Infektionszahlen in Israel gehen zurück 
 

Fast ein Vierteljahr nach Beginn der Coronavirus-Impfkampagne nimmt die Infektionsdynamik in Israel ab. Erstmals seit Mitte Dezember fiel die Infektionsrate unter die Marke von drei Prozent, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Von knapp 99.000 gemachten Tests fielen demnach am Mittwoch 2,9 Prozent positiv aus. Gemeldet wurden 2802 neue Fälle – am Mittwoch vor einer Woche waren es noch 4666.

Im Vergleich zu Deutschland liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Israel allerdings höher. In Deutschland leben etwa neun Mal so viele Menschen wie in dem Mittelmeerstaat. Hier wurden zuletzt binnen 24 Stunden 14 356 Corona-Neuinfektionen erfasst.

Die Impfkampagne in Israel mit seinen etwa 9,3 Millionen Einwohnern hatte kurz vor Weihnachten begonnen, sie zählt zu den erfolgreichsten weltweit. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums erhielten bislang knapp 5,1 Millionen Menschen eine Erst- und davon knapp vier Millionen auch eine Zweitimpfung. In Deutschland bekamen bislang rund 5,6 Millionen Menschen die erste und etwa 2,6 Millionen die zweite Spritze verabreicht.

8:22

Kassenärzte-Chef erwartet Impfstart in Arztpraxen frühestens im Mai

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, erwartet den Impfstart in Arztpraxen frühestens im Mai – und nicht wie von der Bundesregierung geplant spätestens ab dem 19. April. Bei der Gesundheitsministerkonferenz am Mittwoch sei entschieden worden, dass der Impfstoff zunächst weiter an die Impfzentren gehe, „sodass ich die Haus- und Fachärzte im April eher nicht im Impfgeschehen sehe, weil sie schlicht und ergreifend nicht genug Impfstoff bekommen werden“, sagte Gassen am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Er gehe davon aus, dass „wir auf diese Ressourcen wohl dann erst im Mai zurückgreifen können und es bei dem bisherigen Impftempo bleiben dürfte“.

Gassen zufolge habe die KBV angesichts des schleppenden Impfstarts damit gerechnet, dass die Ärzte schon „sehr viel früher“ in die Impfstrategie eingebunden würden. Fünf Millionen Impfungen könnten in den Praxen „ohne größere Anstrengungen“ pro Woche geleistet werden. Die Arztpraxen könnten „das Impfen in hoher Frequenz und in großer Menge leisten – wenn sie den Impfstoff bekommen“, so Gassen.

Der Impfstart in den Hausarztpraxen war am Montag zunächst noch für Anfang April vorgesehen gewesen. Nach dreistündigen Beratungen einigten sich die Gesundheitsminister am Mittwoch auf die 16. Kalenderwoche oder früher – „sollten es die noch zu konkretisierenden Liefermengen der Hersteller für April zulassen“. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte mitgeteilt, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder zeitnah über die Empfehlungen der Gesundheitsministerkonferenz entscheiden wollen. (dpa)

7:24

Roche erleidet Rückschlag in Corona-Studie mit Actemra/RoActemra

Der Pharmakonzern Roche hat in der Phase-III-Studie Remdacta mit Actemra/RoActemra (Tocilizumab) plus Veklury (Remdesivir) die gesteckten Ziele nicht erreicht. Verglichen wurde die Kombination von einem Placebo plus dem Mittel Veklury, wie Roche am Donnerstag in Basel mitteilte.

Das Ziel wurde anhand der verbesserten Zeit bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus bis zum Tag 28 bei Patienten mit schwerer Covid-19-Pneumonie gemessen, die die Standardbehandlung erhielten. (dpa-AFX)

 

6:00

Umfrage: Vakzin von AstraZeneca mit Akzeptanzproblemen in Deutschland

Das Vertrauen der Deutschen in die Sicherheit der bisher in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe ist unterschiedlich ausgeprägt. Nach einer YouGov-Umfrage sagen zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent), der Impfstoff von Biontech/Pfizer sei ihrer Meinung nach sicher. Nur 43 Prozent machten diese Angabe beim Vakzin von AstraZeneca und 54 Prozent bei dem von Moderna. 27 Prozent der deutschen Befragten wollen sich nicht mit dem AstraZeneca-Vakzin impfen lassen und warten, bis ihnen ein anderer Impfstoff angeboten wird. 35 Prozent würden sich damit impfen lassen. Bei Moderna sagen dies 49 und bei Biontech/Pfizer 61 Prozent.

Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hatte mehr als 8000 Menschen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und USA im Zeitraum vom 23. Februar bis 2. März befragt. Die Briten sehen in den Impfstoffen von Biontech/Pfizer (79 Prozent) und AstraZeneca (81 Prozent) eine nahezu gleich hohe Sicherheit. In Großbritannien ist das Impfen bereits fortgeschritten, mehr als ein Drittel der Bürger hat eine erste Corona-Impfdosis erhalten.

Der Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens AstraZeneca hat hingegen auch in anderen Ländern als Deutschland Akzeptanzprobleme. So geben nur 33 Prozent der Befragten in Frankreich an, das Vakzin als sicher zu empfinden. Unter US-Amerikanern sagen dies 42 Prozent, und unter Italienern sind es 54 und unter Spaniern 59 Prozent. (dpa)

5:41

RKI-Chef Wieler warnt: Dritte Corona-Welle hat begonnen

Ein Jahr nach der Erklärung einer Pandemie durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in Deutschland nach Überzeugung des Robert-Koch-Instituts die dritte Corona-Welle begonnen. „Wir haben ganz klare Anzeichen dafür: In Deutschland hat die dritte Welle schon begonnen“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler im Gespräch mit der UN-Journalistenvereinigung (ACANU) in Genf. „Ich bin sehr besorgt.“ Die strikte Anwendung von Schutzmaßnahmen wie Maske tragen und Abstand halten sei trotz Impfungen weiter dringend nötig.

Die Impfkampagne sei ein Wettlauf gegen das mutierende Virus. Die Ziellinie sei aber in Sicht: Wenn es keine Unterbrechungen wegen Produktionsausfällen oder aus anderen Gründen gebe, könnten bis Herbst 80 Prozent der Bevölkerung immun gegen das Virus seien. „Wenn das der Fall ist, können alle Maßnahmen aufgehoben werden“, sagte Wieler. Er geht davon aus, dass nach den ersten Impfrunden Auffrischungen nötig sind – in welchen Abständen, sei bislang unklar.

Die WHO hatte den Ausbruch des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt. Zu dem Zeitpunkt waren weltweit 118.000 Infektionen gemeldet und knapp 4.300 Menschen nach einer Infektion gestorben. Ein Jahr später sind es nach der WHO-Statistik fast 120 Millionen gemeldete Infektionen weltweit und gut 2,6 Millionen Todesfälle.

Die größte Sorge der WHO ist die ungleiche Verteilung der Impfstoffe. Wenn das Virus sich in einigen Weltregionen ungehindert ausbreitet, kann es mutieren und die Varianten könnten wieder für die ganze Welt zur Bedrohung werden, warnt WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus ständig. Da reiche Länder direkte Verträge mit den Impfstofffirmen gemacht haben, sind weniger Dosen für die solidarische Impfinitiative Covax auf dem Markt erhältlich.

In der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf scheiterte am Mittwoch im achten Anlauf die Forderung von mehr als 100 Ländern, die Patente auf Corona-Impfstoffe vorübergehend auszusetzen, um die Produktion anzukurbeln. Wohlhabende Länder und Pharmaindustrie sagen, alle Produktionskapazitäten würden schon über Lizenzvereinbarungen genutzt. Dem widersprach der indische Botschafter. Reiche Länder blockierten den Vorstoß aber weiter, die nächsten Gespräche finden Mitte April statt. (dpa-AFX)



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