Kritik an NeueN Erleichterungen

Die Corona-News des Tages

10.05.2021, 11:00 Uhr

(Bild: dottedyeti / AdobeStock)

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Lesen Sie heute in unserem Corona-Ticker: Seehofer SARS-CoV-2-positiv / Biontech mit 1,1 Mrd. Euro Quartalsgewinn / Fast ein Drittel der Deutschen haben mindestens eine Corona-Impfung / EU-Ethikratvorsitzende kritisiert neue Corona-Erleichterungen / Lolli-Tests in NRW / EU: Keine Vertragsverlängerung für AstraZeneca

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie überschlagen sich an manchen Tagen die Nachrichten zu COVID-19. Um Ihnen den Überblick zu erleichtern, bietet DAZ.online Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Corona-News des Tages – direkt aus dem News-Kanal der Deutschen Presse-Agentur. 

18:44 Uhr

WHO stuft indische Virusvariante als 'besorgniserregend' ein
 

GENF (dpa-AFX) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die in Indien aufgetretene Mutante des Coronavirus als "besorgniserregende Variante" eingestuft. Das gab die leitende WHO-Wissenschaftlerin Maria Van Kerkhove am Montagabend bekannt. Bislang hatte die UN-Behörde in Genf nur die sogenannten britischen, südafrikanischen und brasilianischen Varianten so bezeichnet.

In Indien stecken sich täglich Hunderttausende mit dem Virus an. Seit Beginn der Pandemie sind in dem Land gut 22,6 Millionen Infektionen gezählt worden. Vorliegende Informationen weisen auf eine erhöhte Übertragbarkeit" der indischen Variante mit der Bezeichnung B.1.617 hin, sagte Van Kerkhove. Nach vorläufigen Studienergebnissen könnte zudem das menschliche Immunsystem weniger stark auf diese Variante reagieren, sagte sie.

COVID-Varianten werden von der WHO in zwei Kategorien einteilt: Varianten unter Beobachtung ("variants of interest"), die weit verbreitet sind, sowie besorgniserregende Varianten ("variants of concern"). Letztere sind ansteckender oder schwerer bekämpfbar, oder führen zu schwereren Krankheitsverläufen. Es gebe aber noch keine Hinweise, dass Virustests, Medikamente oder Impfstoffe weniger wirksam gegen die indische Variante seien, sagte Van Kerkhove.

Nach WHO-Angabn sinkt die Zahl der Neuinfektionen in den meisten Regionen, einschließlich Europa und dem amerikanischen Kontinent. In Südasien und Südostasien gibt es jedoch weiterhin einen starken Anstieg. Weltweit wurden vergangene Woche mehr als 5,4 Millionen Fälle und fast 90 000 Tote im Zusammenhang mit der Pandemie gezählt.
 

18:39 Uhr

Klagen über zunehmende Zahl vorgetäuschter Impfberechtigungen
 

Berlin (dpa) - Viele Impfzentren klagen nach einem Medienbericht über Aggressivität von Impfwilligen und zunehmende Versuche, sich mit falschen Angaben eine vorzeitige Impfung zu erschleichen. Die SWR-Sendung „Report Mainz“ berichtete von mehreren tausend Fällen.

Allein das Hamburger Impfzentrum meldete demnach zuletzt sogar 2000 Vordrängler in einer Woche. Um vorzeitig an einen Impftermin zu kommen, würden etwa falsche Alters- oder Berufsangaben gemacht. In München würden bis zu 350 Vordrängler in der Woche erwischt, in Saarbrücken bis zu 140. „Report Mainz“ hatte bei den Impfzentren der Landeshauptstädte nachgefragt, allerdings erfassen nicht alle Zahlen zu Impfvordränglern.

Der Sprecher der Hamburger Sozialbehörde, Martin Helfrich, sagte der Redaktion: „Die Stimmung wird aggressiver. Den Menschen ist teilweise sehr klar, dass sie nicht berechtigt sind und trotzdem versuchen sie, sich impfen zu lassen.“

„Report“-Recherchen zeigen demnach, dass die Impfbetrüger sich oft als höher priorisierte Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren ausgeben. Denn eine pflegebedürftige Person etwa kann zwei Kontaktpersonen benennen, die vorrangig geimpft werden. In einem der SWR-Redaktion bekannten Fall schafften es aber statt zwei acht junge und gesunde Leute, sich als Kontaktpersonen impfen zu lassen.

 

17:12 Uhr

Einwegspritzen mehrfach verwendet - keine Gefährdung von Patienten

Potsdam (dpa/bb) - Wegen Versorgungsengpässen in der Corona-Pandemie sind im Potsdamer Ernst von Bergmann-Klinikum Einweg-Spritzen für Infusionspumpen mehrfach verwendet worden. Es handelt sich um einen „klaren Verstoß gegen geltende Hygienevorschriften“, so Hans-Ulrich Schmidt, Sprecher der Geschäftsführung der Klinik. Zu einer Gefährdung von Patienten ist es dadurch aber nicht gekommen. „Die Spritzen sind jeweils am selben Patienten mit demselben Medikament zwei Mal anstat, wie vorgesehen einmal verwendet worden“, erklärte Sprecherin Theresa Decker. „Wir arbeiten das auf.“ Zuvor hatten die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ darüber berichtet.

Der Engpass erstreckte sich laut Klinikum über zwei Tage am Wochenende vom 30. April bis 2. Mai. „Einwegmaterial darf grundsätzlich nur einmalig verwendet werden“, so Klaus-Dieter Zastrow, Leitender Krankenhaushygieniker. „Dass es immer wieder zu Hygienefehlern durch Personal kommt, müssen wir, egal in welchem Krankenhaus, beobachten. Das darf nicht passieren.“

Das Klinikum stand bereits zu Beginn der Corona-Pandemie in der Kritik. In der Einrichtung hatten sich im März 2020 Infektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2 bei Patienten und Mitarbeitern gehäuft. Nach einer Besichtigung hatte das Robert Koch-Institut unter anderem kritisiert, dass möglicherweise Umzüge ganzer Stationen die Infektionen begünstigt haben.

 

17:02 Uhr

Seehofer positiv auf Corona getestet
 

Berlin (dpa) - Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der Minister sei positiv auf das Virus getestet worden und befinde sich aktuell in häuslicher Isolation, teilte sein Sprecher Steve Alter am Montag mit. Er habe derzeit keine Krankheitssymptome.

 

17:01 Uhr

Linken-Bundestagsabgeordneter in Russland mit Sputnik geimpft

MOSKAU (dpa-AFX) - Der Linken-Bundestagsabgeordnete Diether Dehm hat sich in Moskau mit dem russischen Corona-Präparat Sputnik V impfen lassen. „Mir geht's super!“, schrieb Dehm nach der Impfung am Montag auf seiner Homepage. Dazu veröffentlichte er Fotos, die ihn in einem Behandlungszimmer zeigen. Umgeben war er dabei von zahlreichen Journalisten, darunter vom russischen Staatsfernsehen. Der 71 Jahre alte Politiker kritisierte es als politische Entscheidung, dass Sputnik in Deutschland bislang nicht verfügbar sei.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat Anfang März ein Prüfverfahren für Sputnik V im Zuge einer sogenannten Rolling Review begonnen. Sputnik ist nach Angaben aus Moskau bereits in 60 Ländern registriert. Auch Deutschland führt Gespräche über mögliche Lieferungen des Impfstoffs.

Bereits seit einigen Wochen organisieren Reiseanbieter Impfreisen nach Russland. Deutsche Teilnehmer wurden in der Vergangenheit unter anderem dafür kritisiert, dass sie die in Deutschland festgelegte Impfreihenfolge umgingen und in Russland der Kreml-Propaganda in die Karten spielten.

16:03 Uhr

Biontech will Impfstoff-Produktion stark ausweiten

MAINZ (dpa-AFX) - Beflügelt von einem Milliardengewinn in den ersten drei Monaten will Biontech seine Corona-Impfstoff-Produktion weiter ausbauen und die Forschung in der Krebs-Therapie vorantreiben. „Unser Ziel ist es, zum globalen Machtzentrum der Immuntherapie im 21. Jahrhundert zu werden“, sagte Vorstandschef Ugur Sahin am Montag bei der Vorstellung der Wirtschaftsdaten im ersten Quartal.

Biontech sei sich seiner globalen Verantwortung im Kampf gegen die Corona-Pandemie bewusst, sagte Sahin. Daher sei die Produktionskapazität für dieses Jahr von ursprünglich 1,3 Milliarden Impfstoffdosen auf bis zu drei Milliarden gesteigert worden. Davon seien voraussichtlich mehr als 40 Prozent für Länder mit mittlerem und geringem Einkommen bestimmt, sagte Sahin mit Blick auf Forderungen nach einer global gerechten Verteilung des Impfstoffs und einer Aufhebung von Patenten.

Biontech werde eine Niederlassung in Singapur gründen und dort auch eine Produktionsanlage für den mRNA-Impfstoff aufbauen, sagte Sahin. „Zusammen mit anderen Impfstoff-Entwicklern wird in den nächsten neun bis zwölf Monaten mehr als genug Impfstoff hergestellt, und es gibt nicht die geringste Notwendigkeit, Patente aufzuheben.“ Zur Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs sagte Sahin, der Wirkstoff sei auch gegen die bisher aufgetretenen Varianten wirksam, so dass es derzeit nicht erforderlich sei, den Impfstoff anzupassen.

Die für medizinische Forschung zuständige Biontech-Chefin Özlem Türeci zeigte sich zuversichtlich, dass die Vorhaben des Unternehmens zu Krebstherapien vielversprechend seien. In ersten klinischen Tests habe sich gezeigt, dass Wirkstoffe mit mRNA-Botenmolekülen die Größe von Tumoren reduzieren könnten.

 

14:16 Uhr

Biontech erzielt Quartalsgewinn von 1,1 Milliarden Euro
 

MAINZ (dpa-AFX) - Der Mainzer Corona-Impfstoffhersteller Biontech  hat im ersten Quatal dieses Jahres einen Quartalsgewinn von 1,1 Milliarden Euro erzielt. Im Vergleich zum vierten Quartal 2020 (366,9 Mio) bedeutet dies nach Angaben des Unternehmens vom Montag eine Verdreifachung des Nettogewinns. Im ersten Quartal 2020 musste Biontech noch einen Nettoverlust von 53 Millionen Euro hinnehmen – Hauptgrund dafür waren hohe Forschungs- und Entwicklungskosten.

Noch rasanter stieg der Umsatz des Biotechnologie-Unternehmens. Die Umsatzerlöse erreichten in den ersten drei Monaten schätzungsweise 2,05 Milliarden Euro. Das waren mehr als 70 Mal so viel wie im entsprechenden Zeitraum 2020 (27,7 Mio). Der Anstieg sei vor allem auf die rasche Steigerung der weltweiten Versorgung mit dem Corona-Impfstoff zurückzuführen, erklärte das Unternehmen. Bis zum 6. Mai wurden demnach weltweit mehr als 450 Millionen Impfstoffdosen in 91 Länder oder Regionen ausgeliefert. Biontech hat sich dazu mit dem US-Pharmariesen Pfizer zusammengeschlossen.

 

12:54 Uhr

Schleswig-Holstein übernimmt von Dänemark 55 000 AstraZeneca-Dosen
 

Ellund (dpa) - Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat am Montag von Dänemark 50.000 Dosen des Corona-Impfstoffes AstraZeneca entgegengenommen, die das Königreich derzeit nichtin Anspruch nimmt. „Das ist ein Tag der großen Freude, sagte der CDU-Politiker am Grenzübergang Ellund. Schleswig-Holstein wird den Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers später zurückerstatten. Bis spätestens 7. Juli werde dies geschehen, sagte Günther. Dänemark hat den Einsatz dieses Präparates momentan ausgesetzt.

Günther sagte, er wolle sich auch mit AstraZeneca impfen lassen. Er habe sich mit seinem Hausarzt in Verbindung gesetzt, um möglichst schnell einen Termin zu bekommen. Er würde sich freuen, wenn möglichst viele dem Beispiel folgten. „Denn je mehr Fahrt die Impfkampagne aufnimmt, desto besser.“ Der Regierungschef dankte dem dänischen Generalkonsul Kim Andersen für die Unterstützung. Das zeigt, was für eine gute Nachbarschaft wir miteinander pflegen." Über die Ausleihe des Impfstoffs hatte der Bund mit Dänemark einen Vertrag abgeschlossen.

 

11:59 Uhr

Mehr als 35 Millionen Corona-Impfdosen in Deutschland verabreicht
 

Berlin (dpa) – Die Impfstellen in Deutschland haben in der Corona-Pandemie mittlerweile insgesamt mehr als 35 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht. Das geht aus neuen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag hervor (Stand: 10. Mai, 11.30 Uhr). Davon seien etwas weniger als 27,3 Millionen bei Erstimpfungen und weitere gut 7,8 Millionen bei Zweitimpfungen verabreicht worden.

In Deutschland haben laut RKI damit 32,8 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Den vollen Impfschutz erhielten demnach bislang 9,4 Prozent der Bevölkerung. Am Sonntag wurden den Angaben zufolge 268.787 Impfspritzen gesetzt. An bereits zwei Tagen in den vergangenen Wochen hatte die Zahl der beim RKI gemeldeten verabreichten Impfdosen binnen eines Tages bei mehr als einer Million gelegen.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 36,9 Prozent. Brandenburg und Sachsen liegen mit 28,8 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück.

 

10:50 Uhr

EU-Ethikratsvorsitzende kritisiert neue Corona-Erleichterungen

BERLIN (dpa-AFX) - Die Vorsitzende des Europäischen Ethikrates hat die seit Sonntag geltenden Erleichterungen für Genesene und Geimpfte in der Corona-Pandemie kritisiert. „Ich halte (diesen Schritt) tatsächlich für ein Problem, weil es eine Ungerechtigkeit bedingt“, sagte Christiane Woopen am Montag im „ARD“-Morgenmagazin. Nach Ansicht Woopens sollten etwa auch Menschen mit einem negativen PCR-Test Erleichterungen genießen und nicht anders behandelt werden als Geimpfte oder Genesene.

„Wenn jetzt die Debatte unter dem Stichwort Neid geführt wird, dann ist das irreführend“, sagte sie. Weil dabei der Einzelne aufgefordert würde, nicht neidisch zu sein. „Es geht aber um die politische Verantwortung, diese Möglichkeiten, die Grundrechte wieder auszuüben, allen Menschen zu ermöglichen – und dafür gibt es eben die technischen Möglichkeiten“, betonte Woopen. Auch im Umgang mit Genesenen, deren Erkrankung länger her sei als sechs Monate, bedürfe es dringend einer Nachjustierung.

Woopen fragte, warum die Fragen zur Rücknahme der Grundrechtseinschränkungen nicht schon vor einem Jahr gestellt worden seien, schließlich habe es auch dann schon Genesene gegeben. „Wenn es jetzt wirklich auf den Grundrechtsschutz für den Einzelnen ankommt, dann hätten wir schon seit über einem Jahr ganz andere Debatten führen müssen“, sagte sie.

 

10:35 Uhr

Wohnungslosenverbände besorgt wegen Johnson & Johnson-Empfehlung

BERLIN (dpa-AFX) - Wohnungslosenverbände zeigen sich hinsichtlich der Empfehlung, das Vakzin von Johnson & Johnson nur an über 60-Jährige zu impfen, besorgt. „Das ist bitter und wird die Sache ins Stocken bringen“, sagte Werena Rosenke von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Der Vorteil des Impfstoffs von Johnson & Johnson ist, dass – anders als bei den bisher zugelassenen Impfstoffen – eine Impfung für den vollen Schutz ausreicht.

Wohnungslose gehörten der Priorisierungsgruppe zwei an und müssten schon längst geimpft sein, so Rosenke. „Die nicht sehr hohe Impfquote bei Wohnungslosen ist auch darauf zurückzuführen, dass in vielen Kommunen auf den Impfstoff von Johnson & Johnson gewartet wurde“, sagte Rosenke. Gerade Wohnungslose hätten oft Vorerkrankungen. Daher sei es sinnvoll, sie so schnell wie möglich zu impfen. Wichtig sei nun unter anderem, mobile Impfteams und Angebote in mehreren Sprachen und mit Piktogrammen anzubieten.

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson wird in Deutschland künftig in der Regel bei Menschen ab 60 eingesetzt. Nach ärztlicher Aufklärung können sich aber auch Jüngere dafür entscheiden, beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag erfuhr. Die Priorisierung für diesen Impfstoff wird in Arztpraxen und bei Betriebsärzten zugleich aufgehoben. So verfahren wird bereits ab diesem Montag.

 

10:32 Uhr

USA: Zahl der Neuinfektionen sinkt - ein Drittel vollständig geimpft

Baltimore (dpa) - In den USA ist die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen weiter gesunken. Landesweit wurden am Sonntag 21.283 Ansteckungen erfasst, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Montagmorgen (MESZ) hervorging. Vor genau einer Woche zählten die Wissenschaftler 29 367 Neuinfektionen. Gut ein Drittel der Bevölkerung ist nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC bisher vollständig geimpft.

Die Zahl der Toten mit einer bestätigten Corona-Infektion sank laut JHU im Wochenvergleich um 85 auf 240. Die bisherigen Höchstwerte wurden am 2. Januar mit 300.310 Neuinfektionen sowie am 12. Januar mit 4475 Toten verzeichnet.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang knapp 32,7 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 581.000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen - aber nicht relativ zur Bevölkerung - sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der CDC. In manchen Fällen werden die Zahlen – unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden, aber auch die der Toten – nachträglich aktualisiert.

 

9:32 Uhr

Kinderschutzbund: Kinder werden in der Corona-Pandemie diskriminiert

Berlin (dpa) - Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes hat den Umgang der Politik mit Kindern in der Corona-Pandemie scharf kritisiert. „Die Kinder werden ohnehin benachteiligt und diskriminiert schon in dem gesamten Verfahren, das wir haben, seitdem es diese Pandemie gibt“, sagte Heinz Hilgers am Montag im Deutschlandfunk. Die neuen Erleichterungen für Geimpfte und Genesene würden Kinder erneut benachteiligen.

Dass Kinder verpflichtend getestet würden und Erwachsenen nicht, stehe „in einem Ungleichverhältnis“. Dass die Infektionszahlen bei Kindern anstiegen, sei logisch. „Jedes Kind wird verpflichtet, das zur Schule geht oder Kita, sich zweimal die Woche testen zu lassen. Wenn Sie das im Bereich der Wirtschaft machen würden, hätten Sie ganz andere Zahlen“, sagte Hilgers. Er forderte, dass die über 12-Jährigen bis zum Ende der Sommerferien geimpft werden könnten, damit danach wieder normalerer Unterricht stattfinden könne.

Mit Blick auf die Ferien sagte er: Es brauche jetzt eine „riesige Kraftanstrengung“ gemeinsam von Bund, Ländern, Gemeinden und freien Trägern, um vor allem für benachteiligte Kinder ein Ferienprogramm auf die Beine zu stellen. „Das Bereitstellen von Milliarden alleine lässt ja noch keine Ferienfreizeit stattfinden“, auch kein Homeschooling oder Schwimmkurs, so Hilgers. Kinder zeigten bereits Zeichen, dass sie von der Pandemie stark belastet seien. „Wir müssen jetzt entgegensteuern“, sagte er.

 5:23 Uhr

RKI registriert 6922 Corona-Neuinfektionen

Berlin (dpa) - Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 6922 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.15 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 9160 Neuansteckungen gelegen. An Montagen sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 119,1 (Vortag: 118,6; Vorwoche: 146,9).

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 54 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 84 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.527.251 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.175.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 84.829.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagnachmittag bei 0,90 (Vortag: 0,91). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

4:35 Uhr

Krankenstand trotz Pandemie auf Rekordtief

Berlin (dpa) - Mitten in der Corona-Pandemie ist der Krankenstand unter den Beschäftigten auf ein Rekordtief gesunken. So war er bei der Techniker Krankenkasse (TK) im ersten Quartal so niedrig wie seit 13 Jahren nicht mehr, wie aus Daten der Kasse hervorgeht. In den ersten drei Monaten des Jahres betrug der Krankenstand 3,8 Prozent. Im ersten Quartal des Jahres 2020 lag er noch bei 5,1 Prozent, 2019 bei 4,8 und 2018 bei 5,2 Prozent der Arbeitszeit.

TK-Chef Jens Baas sagte: „Die Fehltage sind bei fast allen Diagnosen zurückgegangen, besonders bei den Erkältungskrankheiten.“ Die Grippewelle sei ausgeblieben. Sonst sorge sie in der Regel alle zwei Jahre im Februar für einen erhöhten Krankenstand. „Es zeigt sich, dass die Abstands- und Hygieneregeln sowie die eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten auch die Verbreitung anderer Infektionserreger verhindern“, sagte Baas.

Die Diagnose COVID-19 spielt bei den Krankschreibungen der Erwerbstätigen im Vergleich zu den anderen Diagnosen den Daten zufolge eine untergeordnete Rolle. Insgesamt verzeichnete die TK im ersten Quartal 1,08 Millionen Krankschreibungen, davon 9381 aufgrund von Covid-19.

Für die aktuelle Auswertung wertete die TK die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ihrer rund 5,4 Millionen versicherten Erwerbspersonen aus.

4:00

Lolli-Tests beginnen Montag in allen Grund- und Förderschulen in NRW

Düsseldorf (dpa) - Nordrhein-Westfalen führt an diesem Montag als erstes Bundesland sogenannte Lolli-Tests flächendeckend an allen Grund- und Förderschulen ein. Mit dem Test sollen alle mehr als 730.000 Schülerinnen und Schüler der knapp 3800 Grund- und Förderschulen zwei Mal pro Woche in ihrer jeweiligen Lerngruppe auf das Coronavirus getestet werden. Die Testung geschieht zunächst gruppenweise. Erst wenn eine Gruppe positiv getestet wurde, werden Einzeltests der Gruppenmitglieder vorgenommen.

„Die Lolli-Tests werden uns dabei helfen, Infektionen frühzeitiger als mit Selbsttests zu entdecken und Infektionsketten von vornherein in Schulen zu unterbrechen“, hatte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) gesagt. Die Tests werden Lolli-Tests genannt, weil die Schülerinnen und Schüler auf dem Teststäbchen wie auf einem Lolli 30 Sekunden lang herumlutschen müssen. Die Proben werden in PCR-Testverfahren von Laboren untersucht. Täglich soll es NRW-weit rund 35.000 Pooltestungen geben. Zwölf Labore sollen sich darum kümmern.

 

So, 09.05.2021, 22:35 Uhr

Virologe Drosten: „Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland“

Berlin (dpa) - Der Berliner Virologe Christian Drosten hat sich zuversichtlich über den Verlauf der Corona-Pandemie im Sommer gezeigt. „Ich denke, dass wir zum Juni hin erstmals Effekte sehen, die der Impfung zuzuschreiben sind“, sagte der Direktor der Virologie am Universitätsklinikum Charité am Sonntagabend im ZDF-“Heute Journal“. „Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland.“ Gerade im Außenbereich werde wieder vieles zugelassen werden können, erklärte er auf die Frage nach Urlaub, Außengastronomie und Grillen mit Freunden. Man dürfe aber nicht zu früh in „totale Euphorie“ verfallen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 118,6 (Vortag: 121,5; Vorwoche: 146,5). Die Inzidenz geht seit etwa zwei Wochen ziemlich kontinuierlich zurück.

Für den Herbst werde die Herdenimmunität die Situation verbessern. „Die Krankheit wird im Herbst nicht verschwunden sein“, Ungeimpfte würden sich weiter anstecken und erkranken können, sagte Drosten. Aber eine unkontrollierte Verbreitung werde es so nicht mehr geben.

Hinzu komme dann allerdings die Situation der noch ungeimpften kleineren Kinder. Viele Erwachsene hätten im Herbst ihre Impfung ein halbes Jahr hinter sich, und deren Schutz werde schwächer. Dabei gehe es dann weniger um die Gefahr einer eigenen Erkrankung der geimpften Erwachsenen als um das Risiko der Weitergabe des Virus an Kinder. Die Studien zu Impfungen kleinerer Kinder seien kompliziert und dauerten. „Ich bin ich nicht so sicher, ob man so schnell kleinere Kinder impfen kann“, sagte Drosten.

So, 09.05.2021, 18:38 Uhr

EU-Kommissar Breton: Vertrag mit Astrazeneca nicht verlängert

PARIS/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU hat nach den Worten von Industriekommissar Thierry Breton ihren Impfstoffvertrag mit dem Hersteller AstraZeneca nicht über Juni hinaus verlängert. Das sagte der Franzose am Sonntag im Radiosender France Inter. „Wir haben die Bestellung nicht über den Monat Juni hinaus erneuert“, sagte er auf eine Frage zu AstraZeneca. „Wir werden sehen. Wir schauen, was passiert.“

EU-Justizkommissar Didier Reynders sagte dem belgischen Sender VRT: „Wir haben ein echtes Problem mit AstraZeneca. Es fehlt das Vertrauen. Es ist folglich unmöglich, künftig diesen Impfstoff zu kaufen.“ Das Unternehmen ist mit den vereinbarten Lieferungen sehr im Rückstand. Statt 120 Millionen Impfdosen bekam die EU im ersten Quartal nur 30 Millionen. Deshalb hat sie vor einem belgischen Gericht geklagt.

Offiziell hat sich die Kommission aber noch nicht festgelegt. Ein Sprecher betonte auf Anfrage, über Vertragsverlängerungen könne man sich jetzt nicht äußern. Bei AstraZeneca gehe es zunächst um die Erfüllung des geltenden Vertrags. „Wir halten uns aber alle Optionen offen, um uns für die nächsten Phasen der Pandemie vorzubereiten, für die Jahre 2022 und darüber hinaus.“

Industriekommissar Breton äußerte sich zugleich positiv über die Qualität des Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers. "Das ist ein guter Impfstoff", sagte er. In Frankreich gibt es in der Bevölkerung Vorbehalte gegen den Impfstoff.

Die EU-Kommission hatte erst am Samstag mitgeteilt, dass bis 2023 bis zu 1,8 Milliarden weitere Impfdosen von Pfizer/Biontech gekauft werden sollen.

 


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