Virologe warnt vor steigenden Infektionszahlen wegen Urlaubsreisen

Die Corona-News des Tages

Stuttgart - 15.03.2021, 07:44 Uhr

Hier sammelt die DAZ.online-Redaktion für Sie die tagesaktuellen COVID-19-Nachrichten u.a. aus dem dpa-News-Kanal. (Bild: Production Perig / stock.adobe.com)

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Dienstag, 9. März 2021

Staatsanwaltschaft leitet Überprüfungsverfahren gegen Löbel ein / Länder wollen genauen Starttag fürs Impfen in den Praxen bestimmen / Zahl der Corona-Toten in den USA an einem Tag erneut unter 1.000 / Tschechien bringt erstmals COVID-19-Patienten ins Ausland / Gräber ohne Namen - Brasilien auf dem Höhepunkt der Pandemie / Deutscher Hausärzteverband begrüßt Impfstart in Arztpraxen ab April / Brandenburg weist Vorwurf zu später Corona-Notbremse zurück / Stiko-Vorsitzender: Länder setzen sich über Impf-Reihenfolge hinweg / „Impf-Protektionismus“: Australien sucht nach Lieferstopp Verbündete / Start der Produktion: Brasilien hofft auf Impfstoff-Durchbruch / RKI registriert 4.252 Corona-Neuinfektionen und 255 neue Todesfälle / Grünen-Politiker Giegold: „Europe first“ hilft nicht gegen Pandemie / Kassenärztliche Bundesvereinigung: Spahn hat für Test-Chaos gesorgt / Drogeriemärkte stehen bei Verkauf von Corona-Tests in Startlöchern / Niederlande verlängern Lockdown bis Ende März / Mehr als 100.000 Corona-Tote in Italien / Kanada gedenkt am Donnerstag mehr als 22.000 Corona-Toten / WHO zu Jahrestag der Pandemie: Viele Länder fühlten sich zu sicher

16:14 Uhr

Merkel fordert von Firmen Umsetzung von Schnelltest-Angeboten

Berlin (dpa) – Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einen Appell der deutschen Wirtschaft zu mehr Corona-Schnelltests in den Betrieben begrüßt, pocht aber auch auf breite Umsetzung. „Wir erwarten, dass wirklich substanziell die Wirtschaftsunternehmen daran teilnehmen“, sagte sie am Dienstag in Berlin. Die Teststrategie sei „ein Muss für die Möglichkeit von Öffnungen“ und eine Brücke bis zu Impfungen größerer Bevölkerungsteile. Merkel betonte, sie könne nur alle einzelnen Unternehmen aufrufen, sich dem Appell anzuschließen. Anfang April solle eine erste Überprüfung der Beteiligung vorliegen. Die Regierung werde dann sehr genau anschauen, was herausgekommen sei.

Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft hatten sich zuvor zu einer „vorübergehenden substanziellen Ausweitung“ von Coronatests in Unternehmen bekannt – allerdings auf freiwilliger Basis. Man appelliere an die Betriebe, ihren Beschäftigten Selbsttests und wo möglich auch Schnelltests mit geschultem Personal anzubieten, teilten die Verbände BDA, BDI, DIHK und ZDH am Dienstag mit.

Bund und Länder hatten in der vergangenen Woche beschlossen: „Für einen umfassenden Infektionsschutz ist es erforderlich, dass die Unternehmen in Deutschland als gesamtgesellschaftlichen Beitrag ihren in Präsenz Beschäftigten pro Woche das Angebot von mindestens einem kostenlosen Schnelltest machen.“ Danach hatten die Spitzenverbände und die Bundesregierung allerdings um ein Konzept gerungen.

15:52 Uhr

Kostenlose Schnelltests in Apotheken sollen in Kürze verfügbar sein

Schwerin (dpa/mv) – Die vom Bund angekündigten kostenlosen Corona-Schnelltests sollen in den Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern in Kürze verfügbar sein. Erst seit Montag liege die Testverordnung vor, auf deren Grundlage nun der nötige Vertrag mit dem Apothekerverband geschlossen werden könne, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Schwerin. Der Vertrag stehe kurz vor dem Abschluss. Zudem habe das Land entschieden, 250.000 Schnelltests für die Kommunen zu beschaffen, damit auch die Testzentren vor Ort kostenlose Schnelltests anbieten können. Der Bund werde die Tests letztlich bezahlen, das Land gehe hier in Vorleistung, sagte Schwesig. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte angekündigt, dass jeder Bürger vom 8. März an wöchentlich einen kostenlosen Corona-Schnelltest machen lassen kann.

15:39 Uhr

Corona-Tests in Betrieben: Verbände belassen es bei Appell

Berlin (dpa-AFX) – Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft wollen eine „vorübergehende substanzielle Ausweitung“ von Coronatests in Unternehmen – allerdings auf freiwilliger Basis. Man appelliere an die Betriebe, ihren Beschäftigten Selbsttests und wo möglich auch Schnelltests mit geschultem Personal anzubieten, teilten die Branchenverbände BDA, BDI, DIHK und ZDH am Dienstag mit. So sollen Infektionen und vor allem größere Ausbrüche frühzeitig erkannt werden. Das Engagement der Unternehmen soll freiwillig bleiben.

Bund und Länder hatten in der vergangenen Woche betont: „Für einen umfassenden Infektionsschutz ist es erforderlich, dass die Unternehmen in Deutschland als gesamtgesellschaftlichen Beitrag ihren in Präsenz Beschäftigten pro Woche das Angebot von mindestens einem kostenlosen Schnelltest machen.“ Danach hatten die Spitzenverbände und die Bundesregierung allerdings um ein Konzept gerungen. Mit dem Appell der Spitzenverbände zeigte sich die Bundesregierung am Dienstag zunächst zufrieden. „Die heutige Erklärung der Wirtschaft ist eine sehr gute und zentrale Basis, um so vielen Beschäftigten wie möglich ein Angebot zum Testen zu unterbreiten“, erklärte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Staat, Wirtschaft und Gesellschaft trügen gemeinsam Verantwortung, betonte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Der Deutsche Gewerkschaftsbund dagegen äußerte sich enttäuscht. Es dürfe nicht bei Appellen bleiben, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann. „Arbeitnehmer brauchen Sicherheit. Das geht aber nur, wenn die Arbeitgeber den Gesundheitsschutz ihrer Beschäftigten ernst nehmen.“ Beschäftigten, die in Präsenz arbeiten, müssten kostenlose Tests angeboten werden. Die Kosten für die Tests müssten vom Arbeitgeber getragen werden.

Die Spitzenverbände versprachen: „Wir werden alles Erdenkliche dafür tun, dass die Unternehmen diesem Aufruf folgen und damit einen entscheidenden Beitrag zur Ausweitung der Tests in Deutschland leisten.“ Es gehe um „eine vorübergehende substanzielle Ausweitung der Testung“. Man werde öffentlich fortlaufend über die Zahl der teilnehmenden Unternehmen informieren.

15:27 Uhr

Sterbefallzahlen im Februar deutlich unter Schnitt der Vorjahre

Berlin/Wiesbaden (dpa) – Der leichte Aufwärtstrend bei den Corona-Fallzahlen in Deutschland setzt sich fort. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 4.252 Neuinfektionen, wie aus Daten vom Dienstag hervorgeht. Der Vergleichswert von einer Woche zuvor betrug 3.943. Bei den binnen eines Tages erfassten Todesfällen gab es im Vergleich zum Vorwochenwert einen Rückgang, von damals 358 auf nun 255. Trotz der Pandemie sind im Februar nach einer Hochrechnung des Statistischen Bundesamts drei Prozent weniger Menschen gestorben als im Schnitt des gleichen Monats in den vier Vorjahren. Demnach starben 81.746 Menschen, 2.632 weniger als im Monatsdurchschnitt von 2017 bis 2020, wie das Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.

Zur Erklärung, warum im Februar die gesamten Sterbefallzahlen trotz der COVID-19-Todesfälle unter den Durchschnitt der Vorjahre gefallen sind, verweist die Statistik-Behörde auf den Influenza-Wochenbericht des RKI. Demnach liegen andere Atemwegserkrankungen in diesem Winter auf einem äußerst niedrigen Niveau. 2017 und 2018 dagegen seien die Sterbefallzahlen durch starke Grippewellen in den ersten Monaten des Jahres deutlich erhöht gewesen. Den Effekt der quasi ausgefallenen Grippewelle hatten Experten mit den Corona-Maßnahmen erklärt.

Die Gesamtzahl der Sterbefälle in diesem Jahr einschließlich der letzten Februarwoche gibt das Bundesamt mit 177.169 an. Dies seien neun Prozent mehr als im Schnitt desselben Zeitraums der vier Vorjahre.

15:09 Uhr

Vier Unternehmen sollen digitalen Impfpass entwickeln

München/Berlin (dpa) – Das Bundesgesundheitsministerium will vier Unternehmen mit der Entwicklung des geplanten digitalen Impfpasses beauftragen. Das sind der US-Konzern IBM, das Softwareunternehmen Ubirch, die IT-Genossenschaft govdigital und der IT-Dienstleister Bechtle, wie das Ministerium am Dienstag auf Anfrage mitteilte. Ubirch ist auf die Blockchain-Technologie spezialisiert, die fälschungssicher sein soll, da die Ausführung jedes neuen Schritts im Programmablauf auf mehreren Rechnern gleichzeitig verifiziert wird.

Der digitale Impfpass ist ein kürzlich vereinbartes Projekt der EU und soll im Schnellgang entwickelt werden. Den Gesetzentwurf will die Kommission am 17. März vorlegen. Helfen soll der Impfpass bei einer schnelleren Rückkehr zur Normalität. Bedenken angemeldet hat unter anderem die italienische Datenschutzbehörde, die eine Diskriminierung nicht geimpfter Bürger fürchtet.

15:03 Uhr

Entwickler von Astrazeneca-Impfstoff bitten um Vertrauen

Oxford (dpa) – Die Entwickler des Astrazeneca-Impfstoffs haben um Vertrauen für in die in Europa verfügbaren Impfstoffe geworben. „Öffentliches Vertrauen ist entscheidend. Wissenschaft und Politiker müssen klare Botschaften vermitteln“, sagte Andrew Pollard von der Universität Oxford, der die klinischen Studien mit dem Präparat betreut, am Dienstag. „Impstoffe haben keine Wirkung, wenn sie im Regal herumliegen.“

In Deutschland blieb in den vergangenen Wochen eine Vielzahl von Astrazeneca-Impfdosen ungenutzt – unter anderem, weil frühere Berichte über eine geringere Wirksamkeit sowie Nebenwirkungen die Skepsis gegenüber dem Impfstoff erhöht hatten. Zudem empfahl die Ständige Impfkomission (Stiko) das Präparat zunächst nur für Menschen unter 65 Jahren. Mittlerweile rät sie, das Vakzin für alle zu verwenden.

Daten aus England und Schottland, wo bereits Millionen Menschen geimpft sind, bescheinigen dem Impfstoff eine sehr hohe Wirksamkeit gegen schwere Verläufe von COVID-19 in allen Altersgruppen. „Wir haben sehr hart daran gearbeitet, diesen Impfstoff für die Welt zu entwickeln“, sagte die Immunologin Sarah Gilbert, die die Entwicklung des Mittels an der Universität Oxford geleitet hat. „Wir müssen nun hart an dem Prozess arbeiten, dass der Impfstoff auch genutzt wird.“ Nur so könne die Pandemie beendet und der Tod Tausender Menschen verhindert werden. Pollard empfahl der Politik, die Menschen noch stärker zu ermuntern, Impfangebote auch wahrzunehmen. Dabei solle nicht zwischen einzelnen Präparaten unterschieden werden. Alle zugelassenen Impfstoffe seien hochwirksam. „Es geht darum, über den ganzen Kontinent hinweg Leben zu retten.“

14:23 Uhr

Kliniken im Westjordanland durch Corona-Fälle an Kapazitätsgrenze

Ramallah (dpa) – Nach einem deutlichen Anstieg der Corona-Infektionen haben die Krankenhäuser im Westjordanland nach Angaben der Palästinensischen Autonomiebehörde ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Ministerpräsident Mohammed Schtaje sagte am Dienstag bei einer Kabinettssitzung, die Kliniken seien zu 100 Prozent ausgelastet. Die Intensivstationen seien sogar überbelegt. Schtaje kündigte den Aufbau weiterer Corona-Stationen in den Krankenhäusern an.

Die Zahl der Infektionen nimmt seit einigen Wochen stark zu. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Ramallah wurden am Dienstag 1.693 neue Fälle verzeichnet. Auf den Intensivstationen wurden 155 Menschen behandelt, davon wurden 39 beatmet. Strenge Restriktionen hatten zu Jahresbeginn noch für einen Rückgang gesorgt. Das Gesundheitsministerium führt den Anstieg vor allem auf die zuerst in Großbritannien entdeckte Variante des Virus zurück. Im Westjordanland leben etwa vier Millionen Menschen. Davon sind nur sehr wenige geimpft.

13:51 Uhr

Ärzte ohne Grenzen kritisiert Haltung reicher Länder in der Pandemie

Berlin (dpa-AFX) – Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat die Haltung reicher Länder im Bezug auf Patente von Corona-Impfstoffen angeprangert. „Die Aufhebung der Monopole einiger Unternehmen würde Impfstoffe, Tests und Behandlungen für mehr Menschen zugänglich machen“, sagte der internationale Präsident der Organisation, Christos Christou, laut einer Mitteilung am Dienstag. Demnach blockieren Länder wie die USA oder EU-Staaten einen Vorschlag, der die Aufhebung der Patente fordert.

Indien und Südafrika hatten sich bei der Welthandelsorganisation (WTO) dafür eingesetzt, die Patente der Pharmaindustrie auf medizinische Hilfsmittel und Technologien zur Bekämpfung der Pandemie vorübergehend aufzuheben. Ärzte ohne Grenzen zufolge unterstützen etwa 100 Länder die Resolution. Reiche Länder argumentieren, dass es nicht genügend Produktionsfirmen gebe. Die Pharmaindustrie will verhindern, dass der Patentschutz angetastet wird. Am Mittwoch ist eine neue Verhandlungsrunde der WTO geplant.

13:46 Uhr

'Russisch Roulette'? – Moskau kritisiert EMA wegen Sputnik-Äußerung

Moskau (dpa-AFX) – Russland hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) wegen Äußerungen zu seinem Impfstoff Sputnik V kritisiert und ein faires Prüfverfahren auf Zulassung des Präparats gefordert. „Impfstoffe und die EMA sollten über und hinter der Politik stehen“, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme des Sputnik-V-Kanals bei Twitter am Dienstag. Russland verlangte von der EMA-Vertreterin Christa Wirthumer-Hoche eine öffentliche Entschuldigung wegen „negativer Kommentare zu EU-Staaten, die Sputnik direkt zulassen“. Ungarn etwa setzt den Impfstoff bereits ein.

Die Expertin Wirthumer-Hoche hatte in einer Talkshow des österreichischen Fernsehens ORF davor gewarnt, den russischen Impfstoff in einzelnen EU-Staaten noch vor der EMA-Prüfung und der Auswertung wichtiger Patientendaten zuzulassen. Sie verglich das mit „russischem Roulette“ – also einer potenziell tödlichen Gefahr. Kremlsprecher Dmitri Peskow wies den Vergleich als „unkorrekt“ zurück. Der Impfstoff werde in vielen Ländern angewendet und sei international sehr gefragt. Die EMA habe sich bei keinem anderen Impfstoff solche Äußerungen erlaubt, hieß es in der Stellungnahme. „Solche Kommentare sind unpassend und untergraben die Glaubwürdigkeit der EMA.“ Sputnik V ist nach Angaben des staatlichen russischen Direktinvestmentfonds, der den Impfstoff vermarktet, in 46 Staaten zugelassen. Die Europäer hätten das Recht auf eine unparteiische Bewertung des Präparats.

Der russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow warnte vor einem „Krieg der Impfstoffe“. Er und Kremlsprecher Peskow wiesen zudem Vorwürfe der USA zurück, dass aus Russland gezielte Desinformationen verbreitet würden, um etwa den Impfstoff von Biontech/Pfizer zu verunglimpfen. „Wir waren immer dagegen, dass jedwede Fragen im Zusammenhang mit Impfstoffen politisiert werden“, sagte Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

11:57 Uhr

Staatsanwaltschaft leitet Überprüfungsverfahren gegen Löbel ein

Stuttgart (dpa) – Nach fragwürdigen Geschäften mit Corona-Masken hat die Staatsanwaltschaft Mannheim ein Überprüfungsverfahren gegen den bisherigen Mannheimer CDU-Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel eingeleitet. Dies teilte die Behörde dem „Mannheimer Morgen“ mit. Zudem seien mehrere Anzeigen gegen Löbel eingegangen, wie ein Gerichtssprecher der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Nun werde geprüft, ob ein hinreichender Anfangsverdacht zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegeben ist.

Löbels Firma soll Provisionen von rund 250.000 Euro kassiert haben, weil sie Kaufverträge über Corona-Schutzmasken zwischen einem baden-württembergischen Lieferanten und zwei Privatunternehmen in Heidelberg und Mannheim vermittelt hat. Nach heftiger Kritik trat Löbel am Montag aus der CDU aus und zog sich auch umgehend aus dem Parlament zurück. Neben Löbel ist auch der Abgeordnete Georg Nüßlein über die Masken-Affäre gestolpert.

11:54 Uhr

Länder wollen genauen Starttag fürs Impfen in den Praxen bestimmen

Berlin (dpa-AFX) – Die Gesundheitsminister:innen von Bund und Ländern wollen an diesem Mittwoch den genauen Zeitpunkt für den Start der Corona-Impfungen in Deutschlands Hausarztpraxen bestimmen. Am Montag hatte sich die Gesundheitsministerkonferenz bereits auf den Zeitraum Anfang April geeinigt. Bei einer Schalte der Fachminister:innen an diesem Mittwoch solle es auch darum gehen, wie die erwarteten Impfstoffdosen auf die Impfzentren und die Praxen verteilt werden, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag in Berlin aus Kreisen der Gesundheitsminister erfuhr.

Wie am Vortag verlautete, soll der Impfstoff auf dem von anderen Impfstoffen bekannten Weg über Großhandel und Apotheken in die Praxen kommen. Der bürokratische Aufwand für die Arztpraxen soll auf ein Minimum reduziert werden. Die Impfzentren sollen vorerst bestehen bleiben. Vereinbarte Termine dort sollen erhalten bleiben. Laut Bundesgesundheitsministerium wurden am Montag in Deutschland 215.422 Corona-Impfdosen verabreicht. 2,55 Millionen Personen seien vollständig, also mit zwei Impfdosen, geschützt. Das sind 3,1 Prozent der Bevölkerung. Insgesamt haben 5,35 Millionen Personen mindestens eine Impfdosis erhalten.

10:39 Uhr

Zahl der Corona-Toten in den USA an einem Tag erneut unter 1.000

Baltimore (dpa) – In den USA ist die Zahl der binnen 24 Stunden erfassten Corona-Toten den zweiten Tag in Folge unter die Marke von 1.000 gesunken. Die Behörden meldeten für den Montag 719 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion, wie aus der Internetseite der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Dienstagmorgen (MEZ) hervorging. Für Sonntag korrigierte die JHU die Zahl der Toten von zunächst 669 auf zuletzt 672. Der bisherige Tageshöchstwert seit Beginn der Pandemie wurde am 12. Januar mit 4.465 Toten registriert.

Die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages erreichte am Montag laut JHU-Daten 50.237. Der Tageshöchstwert war am 2. Januar mit 299.786 Neuinfektionen registriert worden.

In den Vereinigten Staaten haben der Gesundheitsbehörde CDC zufolge bislang 60 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten, das sind gut 18 Prozent der Bevölkerung. Knapp 31,5 Millionen Menschen erhielten bereits zwei Dosen und damit den vollen Schutz, wie aus der Internetseite der CDC am Dienstagmorgen weiter hervorging. Das Land hat etwa 330 Millionen Einwohner:innen.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen werden die Zahlen – unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden, aber auch die der Toten – nachträglich aktualisiert.

10:34 Uhr

Tschechien bringt erstmals COVID-19-Patienten ins Ausland

Usti nad Orlici (dpa) – Erstmals wird eine COVID-19-Intensivpatientin aus dem stark betroffenen Tschechien zur Behandlung ins Ausland gebracht. Ein Rettungswagen mit einer schwerstkranken Frau an Bord brach am Dienstagmorgen in Usti nad Orlici auf, wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen CT berichtete. Ziel der zweieinhalbstündigen Fahrt sei das Krankenhaus in Raciborz in der polnischen Woiwodschaft Schlesien. Die 68 Jahre alte Patientin werde dabei von einem Notfallmediziner begleitet.

Die Regierung in Prag hatte lange gezögert, ausländische Hilfe anzunehmen. Auch andere Länder wie Deutschland und die Schweiz haben sich zur Aufnahme von COVID-19-Patient:innen bereiterklärt. Viele Krankenhäuser in Tschechien sind überlastet. Derzeit werden knapp 8.500 Menschen stationär behandelt. Davon sind 1.789 in einem ernsten Zustand oder müssen beatmet werden.

Die härteren Lockdown-Maßnahmen scheinen inzwischen Wirkung zu zeigen. Am Dienstag meldeten die Behörden 10.466 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Das waren knapp 2.000 weniger als am gleichen Tag vor einer Woche. Die Bürger:innen dürfen ihren Bezirk seit Anfang März nur noch in Ausnahmefällen verlassen. Bei Kontrollen an den Bezirksgrenzen verweigerte die Polizei nach Angaben eines Sprechers bisher mehr als 10.000 Fahrern die Weiterfahrt.

Die Regierung dämpfte Hoffnungen auf Lockerungen. Ostern werde „nicht in normaler Weise verlaufen“, betonte Innenminister Jan Hamacek. Innerhalb von 7 Tagen steckten sich knapp 800 Menschen je 100.000 Einwohner:innen mit dem Coronavirus an – mehr als zehnmal so viele wie in Deutschland.

9:45 Uhr

Gräber ohne Namen - Brasilien auf dem Höhepunkt der Pandemie

Rio de Janeiro (dpa) – Die meisten Bars und Restaurants in Rio de Janeiro haben am Samstag um 18 Uhr bereits ihre Läden heruntergelassen und die Türen geschlossen. „Rio de Janeiro ist eine Geisterstadt, nicht wahr?“, sagt ein Fußgänger im Ausgehviertel Lapa. Anders als an vielen Wochenenden zuvor scheint die Nachlässigkeit, ja Gleichgültigkeit gegenüber dem Coronavirus nun der Vernunft gewichen zu sein. Das Stimmengewirr und die Musik weichen der Stille, an die Stelle des Barlichts tritt eine unwirtliche Dunkelheit.

Es ist das erste Wochenende eines „Lockdown light“ mit einer Art Ausgangssperre gewesen. Rio de Janeiros Bürgermeister Eduardo Paes hatte erlassen, dass Bars und Restaurants ab Freitag um 17 Uhr schließen müssen, der Aufenthalt auf öffentlichen Straßen und Plätzen zudem nach 23 Uhr verboten ist. Kioske an den berühmten Stränden wie der Copacabana blieben gleich komplett geschlossen.

Auch wenn Expert:innen die Zögerlichkeit bei den nun ergriffenen Maßnahmen und das Fehlen einer Lösung für die überfüllten öffentlichen Transportmittel kritisieren – Politiker:innen in anderen Bundesstaaten und Städten haben den Ernst der Lage ebenfalls erkannt und die Maßnahmen gegen eine rasante Ausbreitung des Coronavirus verschärft. So trat beispielsweise am Samstag auch São Paulo in die sogenannte rote Phase und die Geschäfte mussten schließen.

Das Szenario heute erinnert sehr an den chaotischen Beginn der Pandemie im April und Mai – und ist der bisherige traurige Höhepunkt der Corona-Krise in Brasilien, das gerade seine tödlichste Woche erlebt hat. Allein am Mittwoch starben 1.910 Menschen mit oder an SARS-CoV-2 – der höchste je registrierte Wert in Brasilien innerhalb von 24 Stunden. Innerhalb einer Woche sind laut offiziellen Zahlen rund 10.000 Brasilianer:innen gestorben. Insgesamt haben sich im größten Land in Lateinamerika seit Beginn der Pandemie 11.019 344 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 265.411 sind im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so groß wie Deutschland.

9:35 Uhr

Deutscher Hausärzteverband begrüßt Impfstart in Arztpraxen ab April

Berlin (dpa) – Der Deutsche Hausärzteverband begrüßt die Entscheidung der Gesundheitsminister, Hausärzte von April an bei den Corona-Impfungen einzubinden. „Das finde ich sehr gut, das unterstützen wir seitens des Hausärzteverbands“, sagte Bundesvorstandsmitglied Anke Richter-Scheer am Dienstag im Deutschlandfunk. „Wir sind die ersten Ansprechpartner als Hausärzte für unsere Patienten“, sagte sie. Das Impfen sei in den Hausarztpraxen gut aufgehoben.

„Es heißt ja immer noch, dass wir zu Beginn dieser Aktion auch mit etwas weniger Impfstoff rechnen müssen“, betonte Richter-Scheer. Hausärzte könnten gut einschätzen, wer innerhalb eines Kontingents wann einen Termin brauche – ohne die vorgegebene Impfreihenfolge zu verändern.

Ab Anfang April sollen die niedergelassenen Ärzt:innen in Deutschland flächendeckend mit Corona-Impfungen beginnen. Darauf einigten sich die Fachminister:innen von Bund und Ländern am Montag in der Gesundheitsministerkonferenz. Der Impfstoff soll auf dem normalen Weg über Großhandel und Apotheken in die Praxen kommen. Die Impfzentren sollen vorerst bestehen bleiben.

Bis Sonntag wurden laut Bundesgesundheitsministerium 2,5 Millionen Menschen in Deutschland vollständig geimpft. Das sind drei Prozent der Bevölkerung. 5,2 Millionen Menschen haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

9:33 Uhr

Brandenburg weist Vorwurf zu später Corona-Notbremse zurück

Potsdam (dpa) – Die Brandenburger Landesregierung wehrt sich gegen scharfe Kritik und den Vorwurf, sie weiche im Alleingang die von Bund und Ländern vereinbarte „Corona-Notbremse“ auf. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kritisierte am Montagabend bei Twitter, in der neuen Brandenburger Corona-Verordnung sei geregelt, dass Kreise und kreisfreie Städte erst ab einem Inzidenz-Wert von 200 für mindestens drei Tage wieder schärfere Maßnahmen anordnen. Dort steht – anders als von Bund und Ländern beschlossen – nicht explizit, dass ab einem Wert von über 100 neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner:innen in einer Woche quasi automatisch Lockerungen wieder ausgesetzt werden.

Regierungssprecher Florian Engels wies die Kritik zurück. Sollte sich der landesweite Wert einer Inzidenz von 100 beharrlich nähern, werde die Landesregierung entscheiden, welche konkreten Schritte ab Überschreiten der 100er-Linie über drei Tage ergriffen würden, teilte Engels mit. Dabei sollten auch andere Kriterien wie die Auslastung des Gesundheitssystems oder der Impfstatus berücksichtigt werden.

Lauterbach schrieb bei Twitter: „Das ist mittelgradig unglaublich. Lockerungen werden beschlossen, wie in MPK vereinbart, aber Notbremse wird von 100 auf 200 (!) erhöht. Ist das ernst gemeint?“ Er warnte, wenn dies alle Bundesländer machten, werde es eine schwere 3. Pandemiewelle geben und einen langen Lockdown.

Die Vorsitzende der Linkspartei, Janine Wissler, nannte die Brandenburger Regelung „ziemlichen Wahnsinn“. „Das gefährdet das Leben und die Gesundheit von Menschen“, sagte Wissler im „Frühstart“ von RTL/ntv. „Ich finde schon die Inzidenz von 100 als Notbremse ziemlich ungeeignet“.

8:30 Uhr

Stiko-Vorsitzender: Länder setzen sich über Impf-Reihenfolge hinweg

Ulm/Berlin (dpa) – Das Vorgehen der Bundesländer bei den Corona-Impfungen sorgt für Diskussionen. Nach Angaben des Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, setzen sich die Länder eigenmächtig über die Impfverordnung des Bundes hinweg. Der Ulmer Virologe sagte der Deutschen Presse-Agentur: „De facto wird in den Ländern schon lange gegen die Priorisierung verstoßen.“ Es seien schon jetzt viele geimpft worden, die nach wissenschaftlichen Kriterien der Priorisierung noch nicht an der Reihe wären – etwa Erzieher, Lehrkräfte oder Polizisten. Ein Lockern der Priorisierung dürfe nicht dazu führen, dass die Schwächsten und Gefährdetsten für schwere COVID-19-Verläufe benachteiligt würden.

Ab April sollen die niedergelassenen Ärzt:innen in Deutschland flächendeckend mit Corona-Impfungen beginnen. Darauf einigten sich die Fachminister von Bund und Ländern am Montag in der Gesundheitsministerkonferenz. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) stehen fürs Impfen 75.000 Haus- und Facharztpraxen in Deutschland bereit. Wenn es genug Impfstoff gibt, kann es nach Modellrechnungen der KBV gelingen, am 1. August einen Impfvollschutz der gesamten Bevölkerung zu erreichen. Bis Sonntag wurden laut Bundesgesundheitsministerium 2,5 Millionen Menschen in Deutschland vollständig geimpft. Das sind drei Prozent der Bevölkerung. 5,2 Millionen Menschen haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

Virologe Mertens erwartet mit der beginnenden Impfung durch Hausärzte eine weitere Aufweichung der Impfreihenfolge. Diese würden „eine Priorisierung möglicherweise schwieriger machen“. Aber er traue den Hausärzt:innen zu, sich möglichst bei ihren Patient:innen an die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu halten. Zur zum Teil lautstarken Kritik am schleppenden Fortgang bei den Corona-Impfungen sagte Mertens, er könne beide Seiten verstehen. Die Länder müssten den Mangel an Impfstoff verwalten, zugleich möchten viele Menschen, die laut Priorisierung noch nicht an der Reihe sind, geimpft werden. „Die Priorisierung war und ist nicht das eigentliche Problem, sondern der Mangel an Impfstoff“, sagte Mertens. Auch die fehlenden Möglichkeiten zur Umsetzung der Impfreihenfolge seien ein Problem.

7:57 Uhr

„Impf-Protektionismus“: Australien sucht nach Lieferstopp Verbündete

Canberra (dpa) – Nach dem Lieferstopp von Corona-Impfstoff aus der Europäischen Union will Australien gemeinsam mit anderen Ländern Druck auf Brüssel ausüben, um abgesprochene Dosen doch noch zu erhalten. Handelsminister Dan Tehan sagte am Dienstag dem Sender ABC, es handele sich um „Impf-Protektionismus“ seitens der EU. Er sei „unglaublich enttäuscht“ über die Entscheidung Italiens, den Export von 250.000 Dosen des Vakzins von Astrazeneca zu blockieren. Es bestehe die Sorge, dass die EU auch künftige Lieferungen zurückhalten könne.

Australien plane, mit Kanada, Japan, Norwegen und Neuseeland zusammenzuarbeiten, um die EU zu drängen, ihre Meinung zu ändern, sagte Tehan. „Je mehr wir kollektiven Druck auf sie ausüben können, desto mehr werden sie erkennen, dass das, was sie tun, falsch ist.“

Italien hatte in der vergangenen Woche die Lieferung von einer Viertelmillion Dosen Impfstoff von Astrazeneca an Australien verhindert – und damit erstmals die Ausfuhr von Corona-Impfstoff aus der Europäischen Union in einen Drittstaat gestoppt. Im Visier sind Hersteller, die ihre EU-Lieferpflichten nicht erfüllen. Astrazeneca hält die ursprünglich zugesagte Liefermenge an die EU im ersten Quartal nicht ein, was für großen Unmut sorgt.

„Das Ganze ist kein feindseliger Akt Italiens gegen Australien“, hatte der italienische Außenminister Luigi Di Maio gesagt. Das Verbot sei Teil einer am 30. Januar in Europa beschlossenen Export-Kontrollregelung. Frankreich begrüßte den Schritt. „Das zeigt, dass wir als Europäer fähig sind, nicht naiv zu sein und unsere Interessen zu verteidigen“, sagte Europa-Staatssekretär Clément Beaune.

6:23 Uhr

Start der Produktion: Brasilien hofft auf Impfstoff-Durchbruch

Rio de Janeiro (dpa) – Nach Eintreffen einer wichtigen Lieferung mit Grundstoffen hat die Forschungseinrichtung „Fundação Oswaldo Cruz“ (Fiocruz) in Rio de Janeiro mit der groß angelegten Produktion des Impfstoffs von Astrazeneca begonnen. Dies berichteten brasilianische Medien unter Berufung auf die Fiocruz am Montag (Ortszeit). Demnach habe der mit aus China importierten Arzneistoffen produzierte Impfstoff die Tests bestanden und es könnten dem Gesundheitsministerium in Brasília 3,8 Millionen Dosen bis Ende März übergeben werden.

Der Import von Grundstoffen zur Herstellung von 12,2 Millionen Dosen des Astrazeneca-Vakzins hatte inmitten der rasanten Verbreitung des Coronavirus in Brasilien neue Hoffnung auf einen Durchbruch bei den Impfungen geweckt. Mit der Fiocruz verfügt Brasilien über eine Impfstofffabrik, die als die größte Lateinamerikas gilt.

Bis zur Jahresmitte will die Fiocruz gut 110 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca auf der Basis von importiertem Arzneistoff herstellen, in der zweiten Jahreshälfte dank Technologietransfers dann weitere 110 Millionen Dosen völlig eigenständig produzieren können.

Bislang haben sich in Brasilien, das erst im Januar mit Impfungen begann, mehr als elf Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert – nur in den USA und in Indien sind die Zahlen noch höher. Über 266.000 Patient:innen sind in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Zuletzt erlebte Brasilien mit rund 10.000 Corona-Toten in sieben Tagen seine bisher schlimmste Woche in der Pandemie.

4:48 Uhr

RKI registriert 4.252 Corona-Neuinfektionen und 255 neue Todesfälle

Berlin (dpa) – Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 4.252 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 255 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Dienstag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 3.943 Neuinfektionen und 358 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 04.40 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 67,5 – und damit etwas niedriger als am Vortag (68,0). Vor vier Wochen, am 9. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 72,8 gelegen. Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stagnierte sie allerdings, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte.

Der Höchststand von 1.244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden – er enthielt jedoch 3.500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.509 445 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.319 600 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 72.189.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 1,03 (Vortag 1,06). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 103 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

4:44 Uhr

Grünen-Politiker Giegold: „Europe first“ hilft nicht gegen Pandemie

Brüssel (dpa) – Der Grünen-Politiker Sven Giegold fordert von der Europäischen Union weltweit mehr Anstrengungen gegen Corona. „Mit 'Europe first' werden wir die globale Pandemie nicht schnellstmöglich eindämmen“, sagte der Europaabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Konkret verlangt er die Freigabe von Impfstoff-Patenten und -Lizenzen. Nur so könnten alle Produktionskapazitäten weltweit ausgenutzt werden.

„In einer globalen Krisensituation verhindert das Festhalten an den Eigentumsrechten eine schnelle und global gerechte Bekämpfung der Pandemie“, sagte der Abgeordnete im Europaparlament. „Durch eine großzügige Vergütung der Impfstoffentwickler bleiben die Anreize für Forschung und Entwicklung erhalten.“

Die EU-Kommission befasst sich an diesem Dienstag mit der Unterstützung für ärmere Länder in der Corona-Pandemie. Die EU hat sich der Initiative Covax zur Beschaffung von Impfstoffen für ärmere Länder angeschlossen und ist nach eigenen Angaben mit 2,27 Milliarden Euro deren größter Geldgeber. Die Freigabe von Patenten der Impfstoffhersteller unterstützen die EU-Spitzen bisher nicht.

0:01 Uhr

Kassenärztliche Bundesvereinigung: Spahn hat für Test-Chaos gesorgt

Berlin (dpa) – Der Vize-Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister, wirft Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, in der Corona-Pandemie für ein Test-Chaos gesorgt zu haben. Zwar kämen nun vermehrt Schnelltests zum Einsatz, „doch leider in einer absolut kurzfristigen, ja formal sogar rückwirkenden Umsetzung, die direkt beim Start zum Chaos geführt hat“, sagte Hofmeister dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag).

Erst am Montag sei die neue Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums, die die Grundlagen der Testungen regele, bei den Kassenärzten eingegangen. „Kein Wunder, dass die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen sich überrollt fühlen“, so Hofmeister. Voraussetzungen für ein Angebot in Arztpraxen sei eine ausreichende Verfügbarkeit von Tests sowie ein klares, unbürokratisches und rechtzeitig geregeltes Verfahren.

Zwar begrüße die KBV den vermehrten Einsatz von Schnelltests und halte diese auch für sinnvoll. Jedoch kritisierte Hofmeister: „Es wird offenbar immer wieder vergessen, dass die vertragsärztlichen Praxen jeden Tag Millionen akut und chronisch Kranker sehen, diagnostizieren und behandeln und schon damit reichlich ausgelastet sind.“



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