Bei Säuglingen

Vitamin D – Tropfen oder Tabletten?

Stuttgart - 18.10.2017, 17:40 Uhr

Was ist besser für die Vitamin-D-Versorgung bei Babys? Tabletten oder Tropfen? (Foto: Photographee.eu / stock.adobe.com)                                  

Was ist besser für die Vitamin-D-Versorgung bei Babys? Tabletten oder Tropfen? (Foto: Photographee.eu / stock.adobe.com)                                  


Säuglinge sollen während des ersten Lebensjahres standardmäßig Vitamin D erhalten. Das empfehlen sowohl das Bundesministerium für Ernährung als auch die Fachgesellschaften. Grundsätzlich stehen zwei Darreichungsformen zu Verfügung: Tropfen und Tabletten. Ist es allein persönliche Vorliebe, ob man sich für das eine oder das andere entscheidet oder gibt es tatsächlich handfeste Gründe? 

Den aktuellen Empfehlungen zur Rachitisprophylaxe zufolge sollen alle Neugeborenen tägliche 400  bis 500 I.E. Vitamin D3 erhalten  – bis zum zweiten erlebten Frühling. Frühgeborene (Geburtsgewicht unter 1500 g) erhalten täglich 800 bis 1000 I.E. Vitamin D3. Für einen ausreichenden Schutz vor einer Rachitis benötigen Säuglinge eine Vitamin D – Serumkonzentration von > 50 nmol/l. Dosierungen von 500 und 1000 I.E. stehen in Tablettenform zur Verfügung, darüber hinaus gibt es Tropfen (Vigantol®-Öl) mit je 20.000 I.E. pro ml. 

Hebammen empfehlen oft Tropfen 

Viele Hebammen raten Eltern zu Vitamin D-Tropfen statt Tabletten. Diese hätten sich trotz fehlender Studien besonders bei Kindern mit Magen-Darm-Beschwerden und einer familiären Allergie-Disposition bewährt, heißt es. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rät hiervon jedoch dringend ab. Ein Tropfen enthalte nicht wie bis vor einigen Jahren noch 400 I.E. Vitamin D, sondern inzwischen 667 I.E. – eine Erhöhung um 50 Prozent. In der ABDA-Datenbank sind die Tropfen Vigantol-Öl allerdings mit 500 I.E. pro Tropfen hinterlegt, eine Dosierungsänderung ist nicht nachvollziehbar.  Außerdem gibt es eine Dosierungsangabe in der Packungsbeilage des Herstellers für Säuglinge ab der 2. Lebenswoche (1 Tropfen pro Tag entsprechend 500 I.E. Cholecalciferol). Wir haben beim Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte nachgefragt, wie die 667 I.E. aus ihrer Sicht zustande kommen. Eine Antwort gibt es bislang nicht.  Doch der Verband hat auch besser nachvollziehbare Gründe, warum Tabletten bevorzugt werden sollten. Die Tropfen könnten zudem je nach Raumtemperatur in der Größe variieren und dann unter Umständen noch mehr Vitamin D enthalten, heißt es. Und es könne leicht passieren, dass Eltern ihrem Kind aus Versehen zwei anstatt von einem Tropfen Vitamin D verabreichen. Bei Überdosierung reichert sich Vitamin D im Körper an und kann schwere gesundheitliche Schäden verursachen: Erbrechen, Durchfall, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Nierenversagen. Die Gabe von Vitamin D für Säuglinge wird ärztlicherseits daher in Form von Tabletten empfohlen.



Cornelia Neth, Autorin DAZ.online
redaktion@daz.online


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