Neue SARS-CoV-2-Varianten

Mehr Flexibilität mit Auffrischimpfungen

Remagen - 03.03.2021, 07:00 Uhr

Moderna forscht an neuen mRNA-Impfstoffvarianten, die mutierte SARS-CoV-2 adressieren. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Moderna forscht an neuen mRNA-Impfstoffvarianten, die mutierte SARS-CoV-2 adressieren. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)


Moderna will den Kampf gegen die neuen SARS-CoV-2-Varianten frühzeitig aufnehmen und legt neue klinische Studien mit modifizierten mRNA-Kandidaten auf. Außerdem soll eine Auffrischimpfung mit einer dritten Dosis der Vakzine erprobt werden, die bereits zugelassen ist.

Moderna, das bereits eine der begehrten Vakzinen gegen COVID-19 auf dem Markt hat, will sich im Kampf gegen die neuen bedrohlicheren Mutanten so früh wie möglich in Stellung bringen. Zwar bestätigen erste Daten, dass sein COVID-19-Impfstoff (mRNA-1273) auch gegen diese schützt, aber das US-Biotechnologieunternehmen will trotzdem schon jetzt zwei neue Strategien auflegen. Näheres dazu teilte Moderna vor wenigen Tagen mit.

Drei verschiedene Optionen von Booster-Impfungen

Zum einen soll geprüft werden, ob Booster-Dosen von Impfstoffen die neutralisierende Aktivität gegenüber Mutanten erhöhen könnten. Hierzu will der mRNA-Spezialist drei Ansätze evaluieren:

  • einen variantenspezifischen Booster-Kandidaten namens mRNA-1273.351, basierend auf der B.1.351-Variante, die erstmals in der Republik von Südafrika entdeckt worden war, in einer Dosis von 50 µg und darunter,
  • einen multivalenten Booster-Kandidaten mit Namen mRNA-1273.211, der Modernas zugelassenen Impfstoff mRNA-1273 und mRNA-1273.351 in einem einzigen Impfstoff kombiniert, in einer Dosis von 50 µg und darunter,
  • eine dritte Dosis der zugelassenen Vakzine mRNA-1273 als Auffrischimpfung, in einer Dosis von 50 µg. Das aktuelle Impfprotokoll sieht zwei Dosen von 100 µg vor.

Neue Kandidaten auch als primäre Impfserie

Zum anderen kommen die neuen Kandidaten mRNA-1273.351 und mRNA-1273.211 auch als primäre Impfserie auf den Prüfstand. In Übereinstimmung mit den kürzlich aktualisierten FDA-Leitlinien für die Industrie zur Entwicklung von COVID-19-Impfstoffen soll die Immunogenität und Sicherheit bei Probanden untersucht werden, die bislang keinen COVID-19-Impfstoff erhalten haben, sowie bei Teilnehmern an klinischen Studien, die zuvor mit mRNA-1273-Impfstoff geimpft wurden. Die Kandidaten sollen in einer Zwei-Dosis-Serie mit einer Dosis von 100 µg und darunter bewertet werden.

Studienmedikation für mRNA-1273.351 bereits fertig

Die Herstellung des klinischen Versuchsmaterials für den neuen variantenspezifischen Impfstoffkandidaten mRNA-1273.351 gegen die SARS-CoV-2-Variante aus Südafrika ist nach Angaben von Moderna abgeschlossen, und es wurden bereits Impfdosen an die National Institutes of Health (NIH) verschickt. Das zu den NIH gehörige National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) wird damit eine klinische Phase 1-Studie durchführen. Nähere Einzelheiten zu der Studie sollen noch bekannt gegeben werden. Parallel dazu wird das Unternehmen eigene klinische Studien dazu auf den Weg bringen.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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