MMR-Impfung in den USA

Epidemiologen raten zu dritter Mumpsimpfung

Stuttgart - 02.04.2018, 08:00 Uhr

Ist eine dritte Mumps-Impfung
im Alter von 18 Jahren nötig? In den USA erhalten Kinder ihre zweite Mumps-Impfung
zwischen vier und sechs Jahren – in Deutschland zwischen 15 und 23 Monaten. (Foto: Mediteraneo / stock.adobe.com)

Ist eine dritte Mumps-Impfung im Alter von 18 Jahren nötig? In den USA erhalten Kinder ihre zweite Mumps-Impfung zwischen vier und sechs Jahren – in Deutschland zwischen 15 und 23 Monaten. (Foto: Mediteraneo / stock.adobe.com)


Wann kommt die dritte Mumps-Impfung? Dieser Frage widmete sich die DAZ schon im Jahr 2013. Zuletzt berichtete das Ärzteblatt im April vergangenen Jahres von einer Mumps-Epidemie in den USA; und im September 2017 darüber, dass eine dritte Dosis der Mumps-Impfung amerikanische Studenten in der Mumps-Epidemie schützt. Ist die dritte Mumps-Impfung auch in Deutschland ein Thema? In welchem Alter sollte geimpft werden?

Seit dem 29. März 2013 besteht in Deutschland eine Meldepflicht für Mumps-Erkrankungen. Im Jahr 2013 schrieben Professor Dr. Theo Dingermann und Dr. Ilse Zündorf in der DAZ/42: „Noch kann sich die STIKO nicht zu einer Empfehlung zu einer generellen dritten Mumps-Impfung durchringen. Allerdings stehen die Warnsysteme auf gelb, was durch die Meldepflicht eindrucksvoll belegt ist.“ Durch diese wichtige Surveillance-Maßnahme sei es den lokalen Gesundheitsämtern möglich, rechtzeitig erforderliche Präventionsmaßnahmen einzuleiten.

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Neue Untersuchungen in Science Translational Medicine kommen nun zu dem Schluss, dass eine zeitlich begrenzte Schutzwirkung der Mumps-Impfung für die Mumps-Epidemien der letzten Jahre, in den USA und Europa, verantwortlich sein könnte. Deshalb raten die Autoren dazu eine routinemäßige Auffrischung der Mumps-Impfung im Alter von 18 Jahren in klinischen Studien zu untersuchen. Schon im Oktober 2017 empfahl das ACIP (Advisory Committee on Immunization Practices) der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA, dass bereits zweifach gegen Mumps Geimpfte dann eine dritte Mumps-Impfung erhalten sollten, wenn sie bei einem Mumps-Ausbruch einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind – also Personen in Einrichtungen wie Universitäten oder im Gesundheitswesen. Sowohl der MMR- (Masern-, Mumps-, Röteln Lebendvirusimpfstoff) als auch der MMRV-Impfstoff (plus Varizellen) werden in den USA für diesen Einsatz als sicher betrachtet.

Mumps in den USA

„Mumps is on the rise“, schrieb die New York Times dann vergangenen Mittwoch. Ende April 2017 berichtete das Ärzteblatt über eine „Mumps-Epidemie“ in den USA. Zwar besteht in den USA keine Meldepflicht für Mumps-Erkrankungen, jedoch verzeichneten die CDC in den Jahren 2016 (über 6000 Fälle) und 2017 deutlich mehr Mumps-Fälle als gewöhnlich. Diese Fälle standen vorwiegend im Zusammenhang mit Umgebungen wie einem College-Campus. Ähnlich hohe Erkrankungszahlen wurden in den USA zuletzt 2006 registriert.

Als Ursache ziehen die CDC die Summe mehrerer Faktoren in Betracht: Die Effektivität des Impfstoffes (88 Prozent Effektivität nach der zweiten Dosis, 78 Prozent nach der ersten), die abnehmende Immunität nach der Impfung und den Grad der Exposition gegenüber dem Virus.

In den USA wird seit 1967 gegen Mumps geimpft. Wie das Ärzteblatt berichtet, haben die ersten Mumps-Ausbrüche unter Teenagern in den USA dazu geführt, dass dort seit 1989 die zweite Impfung im Alter von vier bis sechs Jahren verabreicht wird. In den USA treten die seltenen Epidemien seitdem nicht mehr im Schulalter, sondern auf der Universität auf. Seit 1991 lässt die US-Armee alle Rekruten impfen.



Diana Moll, Apothekerin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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