Aus den Ländern

„Rx-Versandverbot als einzige Option“

Overwiening sprach mit SPD-MdB Bliening und Dittmar

cae | Ein ausführliches Gespräch über die Zukunft der Arzneimittelversorgung führte die Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Gabriele Regina Overwiening, am 24. November in Berlin mit den SPD-Bundestagsabgeordneten Sabine Dittmar (Bad Kissingen) und Burkhard Blienert (Paderborn).
Foto: AK Westfalen-Lippe
Die SPD-Politiker Sabine Dittmar (li.) und Burkhard Blienert im Gespräch mit Gabriele Regina Overwiening.

Overwiening sieht das EuGH-Urteil vom 19. Oktober als Wendepunkt in der Diskussion um die Sinnhaftigkeit des Arzneimittelversandhandels. Gegenüber den SPD-Politikern betonte sie: „Die Gefahren, die sich daraus für die flächendeckende Versorgung ergeben, dürfen nicht heruntergespielt werden, sonst kann es sehr schnell zu einem Dammbruch kommen.“ Sie legte dar, dass Apotheken die pharmazeutischen Dienstleistungen, die in ­einer alternden Gesellschaft verstärkt von ihnen erwartet werden, nur dann bieten können, wenn die Politik einen verlässlichen Rahmen dafür bietet.

Dittmar und Blienert, die Mitglied bzw. stellvertretendes Mitglied des Gesundheitssauschusses des Bundestags sind, machten deutlich, dass die SPD die flächendeckende Arzneimittelversorgung ebenfalls sichern will, sich aber noch nicht festgelegt hat, auf welchem Wege dieses geschehen kann.

Dazu hat Overwiening eine klare Meinung: „Der Baum brennt lichterloh. Und als einziger Feuerlöschzug kommt ein Rx-Versandverbot infrage.“

Initiative im Westmünsterland

Einen Tag später besuchten drei Münsterländer Apotheker den Dülmener SPD-Landtagsabgeordneten André Stinka in seinem Wahlkreisbüro, um mit ihm die Lage nach dem EuGH-­Urteil zu erörtern.

Foto: AK Westfalen-Lippe
André Stinka (2. v. l.) mit den Apothekern Dr. Wolfgang F. Graute, Barbara Schmitt (2. v. r) und Dr. Alexandra Saimeh.

„Wir haben deutlich gemacht, wie sinnlos es ist, die Versorgung in der Fläche zu zerschießen, um die Lücke dann mit dem Post- oder Paketboten auszufüllen“, berichtete Apotheker Dr. Wolfgang F. Graute. Seine Kollegin Dr. Alexandra Saimeh gab zu bedenken: „Wenn die Struktur beispielsweise auf dem Lande erstmal zerstört ist, dann ist keine Apotheke mehr da, die in der Umgebung noch Notdienst leisten kann.“ Apothekerin Barbara Schmitt verwies auf die pharmazeutische Betreuung zur Steigerung der Arzneimitteltherapiesicherheit: „Bei uns laufen alle Fäden zusammen, um gefährliche Wechselwirkungen zu vermeiden.“ Zudem legten die Apotheker dar, dass es keine „Rosinenpickerei“ in der Arzneimittelversorgung geben dürfe, weil die öffentliche Apotheke aufgrund einer Mischkal­kulation funktioniert.

André Stinka ließ keinen Zweifel: „Wir müssen auch künftig sicherstellen, dass jeder Bürgerin und jedem Bürger eine wohnortnahe Arzneimittelversorgung möglich ist.“ Er versprach, die Möglichkeiten zur Erreichung dieses Ziels zu prüfen. |

Quelle: www.akwl, Meldungen vom 24. November und 25. November 2016

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