Ernährung aktuell

Kinder: Leicht? – Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen

Es ist nicht zu übersehen: Die Zahl übergewichtiger und adipöser Kinder und Jugendlicher nimmt in Deutschland in erschreckender Weise zu. Aber was sind die Ursachen dafür? Ist es die veränderte Lebenswelt unserer Kinder? Oder ist die Werbung schuld, die sogenannte "Kinderlebensmittel" wie Milchschnitte & Co. anpreist? Wie sollten sich Kinder richtig ernähren? Wie kann Übergewicht und Adipositas vorgebeugt werden und welche Therapieangebote gibt es für Kinder, die bereits zu viele Pfunde auf die Waage bringen? Diesen und anderen Fragen wurde kürzlich auf einer Presseveranstaltung in Berlin nachgegangen, die vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) unter wissenschaftlicher Leitung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) veranstaltet worden war.

Ist Übergewicht eine Epidemie?

Diese Frage wurde von Prof. Dr. Manfred J. Müller vom Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde der Christian-Albrechts-Universität Kiel eindeutig mit Ja beantwortet und mit Zahlenmaterial belegt. Nach seinen Worten schwanken die Angaben zur Prävalenz der Übergewichtigkeit in Europa zwischen 12 und 35 Prozent bei Kindern und 8 und 29 Prozent bei Jugendlichen. Die starken Schwankungen kommen dadurch zustande, dass bei der Ermittlung der Werte unterschiedliche Referenzdatenbanken zugrunde gelegt wurden, was bei der Verwendung solcher Zahlen stets zu berücksichtigen sei.

Die in Deutschland am häufigsten verwendete Referenzdatenbank ist die nach Kromeyer-Hausschild et al. (2001). Um festzustellen, ob ein Kind übergewichtig ist, wird der Body Mass Index (BMI), benötigt (Tab. 1). Das gesundheitliche Risiko von Übergewicht im Kindesalter sei bisher noch nicht exakt berechnet worden. Entsprechende Daten für Erwachsene besagen aber, dass Übergewicht und Adipositas mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität assoziiert sind (Tab. 2).

Weiterhin ist durch Daten belegt, dass ein großer Anteil der übergewichtigen Kinder sich zu übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen entwickelt und dass dieses Risiko erhöht ist, wenn ein oder beide Elterteile auch übergewichtig sind. So besteht beispielsweise bei 10- bis 14-jährigen adipösen Kindern mit zwei normalgewichtigen Elternteilen ein Risiko von 64 Prozent, dass die Adipositas fortbesteht, es steigt auf 79 Prozent an, wenn ein Elternteil übergewichtig ist.

Dies zeigt, so Müller, dass Übergewicht und Adipositas sich nicht, wie häufig angenommen, "auswachsen", sondern eine deutliche Nachhaltigkeit besitzen. Aus diesem Grund bedeutet die Prävention von Übergewicht im Kindesalter zugleich auch eine Prävention chronischer Erkrankungen im Erwachsenenalter.

Problem: der Regelkreis wird überspielt

Einen Einblick in die komplexen Mechanismen der Hunger- und Sättigungsregulation gab Prof. Dr. Volker Schusdziarra vom Else Kröner Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin der TU München. Die Regulation von Hunger und Sättigung erfolgt bei Menschen durch die Interaktion zwischen Magen und Gehirn. Im Magen entstehen Sättigungssignale vor allem über den Dehnungsreiz. Die chemische Zusammensetzung der Nahrung kann zwar in gewisser Weise die Signalaktivierung verstärken, ist aber quantitativ von untergeordneter Bedeutung.

"Der Magen nimmt die Menge wahr, nicht die Zahl der Kalorien", so Schusdziarra. Die Sättigungssignale werden vom Magen über afferente Fasern des Nervus vagus übergeordneten Regulationszentren im Hypothalamus zugeleitet. Dort verarbeiten über 20 Neurotransmitter die peripheren Signale integrativ, wobei nach heutigen Erkenntnissen keine einzige Substanz eine herausragende Bedeutung hat.

Auf die Nahrungsaufnahme hemmend wirken die klassischen Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin sowie Neuropeptide wie Glukagon-like Peptid 1, Cholezystokinin, alpha-MSH oder Cocain-Amphetamin Related Transcript (CART). Für die Stimulation der Nahrungsaufnahme verantwortlich sind beispielsweise Neuropeptide wie das Neuropeptid Y, Galanin, endogene Opiode, (beta-Endorphin, Dynorphin, Enkephaline), das Melanin Concentrating Hormon (MCH) oder Anandamid, ein Cannabinoidrezeptor-Agonist.

Neben der nervalen Vermittlung von Sättigungssignalen besteht auch eine hormonale Verbindung zwischen Magen und Gehirn. Das vor vier Jahren aus dem Magen isolierte Hormon Ghrelin ist allerdings kein Sättigungsfaktor, sondern ein Stimulus der Nahrungsaufnahme. Nach dem Essen fallen die Ghrelinspiegel im Blut zunächst ab und unterstützen auf diese Art die neural aktivierten Sättigungssignale. Mit zunehmender Verdauung und Resorption der Nahrung steigen die Ghrelinspiegel wieder an und signalisieren Appetit und Hunger.

Auch das Fettgewebe ist an der Hunger- und Sättigungsregulation beteiligt. Das Hormon Leptin, ein Sekretionsprodukt der Fettzellen, kann die Nahrungsaufnahme über drei Wege beeinflussen: erstens wird die Aktivierung der afferenten Vagusbahnen im Magen modifiziert, zweitens beeinflusst es die Neurotransmitter-Aktivierung im Hypothalamus und drittens ist es in der Lage, die Ghrelinsekretion aus dem Magen herunterzuregeln.

Doch dieser fein abgestimmte Regelkreis kann sehr leicht durch die über das Großhirn verarbeiteten kognitiven und sensorischen Einflüsse überspielt werden, insbesondere, wenn es um eine Steigerung der Nahrungsaufnahme geht. Selbst nach einer üppigen Hauptmahlzeit passe das Mousse au chocolat immer noch rein, so Schusdziarra, und genau das sei das Problem.

"Kinderlebensmittel" – zu fett und zu süß

Vera Kaftan-Namyslowski von der Stiftung Warentest erläuterte, dass die Stiftung in den vergangenen Jahren eine Vielzahl sogenannter Kinderlebensmittel getestet und dabei festgestellt habe, dass sie meist unausgewogen zusammengesetzt sind und damit zur Fehlernährung beitragen. Speziell für Kinder produzierte Lebensmittel ließen sich deshalb so gut verkaufen, weil sie Kinder und Eltern gleichermaßen ansprechen: die Kinder durch eine peppige Verpackung und/oder eine wertlose Spielzeug-Beigabe, das Gesundheitsbewusstsein der Eltern durch Betonung einzelner Nährstoffe wie z. B. "wichtiger Vitamine" oder "wertvollem Kalzium".

Die Stiftung Warentest habe jedoch in ihren Untersuchungen immer wieder eine große Diskrepanz zwischen Werbung und Wahrheit festgestellt, so beispielsweise im vielbeworbenen "Milchsnack" von Leibniz ("test" 11/2003). Auf der Verpackung sei ein ganzer Krug voll Milch abgebildet, laut Zutatenliste enthalte er rund 11 Prozent Milchpulver. Dies seien umgerechnet jedoch nur zwei bis drei Esslöffel Milch pro Doppelkeks, was aus der Deklaration nicht abgelesen werden könne.

Der Fettgehalt (7 g) und der Kaloriengehalt (130 kcal) seien jedoch beachtlich. Zum Vergleich: mit einem Glas (200 ml) teilentrahmter Milch (1,5 Prozent Fett) würden nur 3 g Fett und rund 100 kcal aufgenommen. Die Verwendung dieser und ähnlicher Produkte als Zwischenmahlzeit sei daher nicht zu empfehlen, da sie eher eine Nascherei als einen idealen Kindersnack darstellen würden, so die Stiftung Warentest.

Trägt die Werbung eine Mitschuld?

Die sogenannten Kinderlebensmittel spielen auch in der Werbung eine große Rolle, daher könnte der Eindruck entstehen, dass Kinder unter anderem auch deshalb übergewichtig sind, weil sie durch die Werbung dazu überredet werden, ernährungsphysiologisch unausgewogen zusammengesetzte Schokoriegel etc. zu kaufen bzw. dies von ihren Eltern zu fordern. Zweifellos haben Kinder heute zu Hause mehr "Macht", wie Ingo Barlovic von der iconkids & youth international research GmbH München feststellte.

Eine von iconkids & youth durchgeführte (getrennte) Befragung von 730 Müttern und ihren 6- bis 12-jährigen Kindern im Mai 2003 ergab, dass 81 Prozent der Kinder Einfluss auf die Entscheidung haben, welche Getränke für das Kind gekauft werden, 87 Prozent bestimmen die Produktwahl bei Schokolade und Schokoriegeln mit. Die Wirkung von Werbung dürfe jedoch weder über- noch unterschätzt werden, so Barlovic.

In derselben Befragung wünschten sich 33 Prozent der Kinder im Schnitt zumindest ein- bis zweimal pro Woche Produkte zum Essen und Trinken, weil sie diese in der Werbung gesehen hatten. Dies bedeute aber andererseits, dass zwei Drittel der Kinder seltener als einmal in der Woche einen solchen Wunsch äußern. Interessant erscheine in diesem Zusammenhang, so Barlovic, dass in Ein-Kind-Familien die Kinder häufiger nach Produkten auf Grund von Werbung bitten als in Mehr-Kind-Familien, anscheinend bekommen Einzelkinder häufiger diesbezügliche Wünsche erfüllt.

Dies zeige aber auch die Grenzen von Werbung, der Erziehungsstil sei immer noch ein wesentlicher Faktor. Unbestritten ist, dass Kinder wie auch Erwachsene heute einer Informationsüberflutung ausgesetzt sind. Dies führt nach Ansicht der Marktforscher jedoch wiederum dazu, dass die Erinnerung an einzelne Werbekampagnen zurückgehe, da auch Kinder nur eine begrenzte Aufnahmekapazität haben.

Würde also, wie von manchen Seiten gefordert, entsprechende Werbung drastisch eingeschränkt, so könnte dies nach der Theorie der Informationsüberlastung sogar dazu führen, dass man sich umso besser an die verbleibende Werbung erinnert, dass sie also effizienter wahrgenommen wird. Bezüglich der Kritikfähigkeit der Kinder ergab die Umfrage, dass nur 19 Prozent der 6- bis 12-Jährigen glauben, was in der Werbung gesagt wird, die Mehrheit von 70 Prozent glaubt nur manchmal der Werbung, während 12 Prozent der befragten Kinder sehr kritisch sind und keiner Werbeaussage vertrauen.

Aber auch wenn Kinder also grundsätzlich kritisch mit Werbung umgehen, mache es natürlich Sinn, so Barlovic, bereits im jungen Alter die Kritikfähigkeit zu schulen, indem z. B. im Unterricht spielerisch auf die Mechanismen von Werbung eingegangen wird. Weiterhin habe die Untersuchungen ergeben, dass die Wahl einer Marke zwar von Werbung beeinflusst wird, nicht aber die Verzehrmenge einer bestimmten Produktkategorie. Das heisst: gebe es keine Werbung für Schokoriegel, würden die Kinder stattdessen andere Schokoladenerzeugnisse in vergleichbaren Mengen verzehren. Aus ihren Untersuchungen ziehen die Marktforscher den Schluss, dass es derzeit keinen Nachweis dafür gebe, dass Werbung eine Ursache für Übergewicht ist.

Gesunde Kinderernährung: Wunsch und Realität

Wenn also die Bedeutung von Schokoriegeln & Co. in der Ernährung von Kindern und Jugendlichen doch nicht so groß ist wie häufig angenommen, was essen die Kinder dann? Dies wird unter anderem in der 1985 begonnenen DONALD-Studie (Dortmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study) untersucht. Es handelt sich dabei um eine von Querschnittsuntersuchungen begleitete Längsschnittstudie zum Thema "Ernährung, Stoffwechsel, Wachstum und Entwicklung" an gesunden Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, durchgeführt am Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund (FKE, siehe Kasten).

In regelmäßigen (viertel- und halbjährlichen bzw. jährlichen) Abständen werden dort Daten zum aktuellen Nahrungsverzehr, zum Gesundheits- und Versorgungszustand, zu Wachstum und Entwicklung und zu klinisch-chemischen Parametern des Urins erhoben. Bisher umfasst DONALD 1100 Kinder, jährlich werden etwa 50 Säuglinge aus dem Raum Dortmund neu in die Studie aufgenommen und bis zu Ende des Wachstums begleitet.

Die Grenzen der Studie sieht Frau Dr. Mathilde Kersting vom FKE unter anderem darin, dass sie Angehörige eher höherer sozialer Schichten einschießt und Migrantenkinder nicht dabei sind. Aus den bisher ausgewerteten Daten der Studie lassen sich folgende Schlussfolgerungen ableiten:

  • Die Ernährung von Kindern und Jugendlichen wird nach wie vor von der Familienernährung geprägt.
  • Die Ernährungsrealität weicht in markanten Punkten (z. B. viel verstecktes Fett und gesättigte Fettsäuren, wenig pflanzliche Lebensmittel) von der vom FKE empfohlenen Optimierten Mischkost ("optimix") ab.
  • Längerfristige Trends deuten darauf hin, dass langjährige Botschaften der Ernährungsberatung sich in der Ernährung der Familien niederschlagen.
  • Der Lebensmittelmarkt für Kinder wird immer umfangreicher, ohne dass die ernährungsphysiologische Qualität sich nennenswert verbessert.
  • Welchen Beitrag die Ernährung zur zunehmenden Verbreitung der Adipositas im Kindesalter leistet, ist nach wie vor nicht geklärt.

Was tut die Politik für übergewichtige Kinder?

Auch die Politik hat erkannt, das Übergewicht und ernährungsmitbedingte Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen immer mehr zum Problem werden. Auf der Presseveranstaltung betonte Bundesverbraucherministerin Rente Künast wie wichtig es ist, Kinder mit einem ausreichenden Wissen um ihren eigenen Körper auf den Lebensweg zu schicken. Natürlich seien Eltern dafür verantwortlich, dass ihren Kindern eine entsprechende Erziehung zuteil werde, aber sie dürften dabei nicht alleine gelassen werden.

Das von Ernährungsfachleuten angehäufte Wissen auf diesem Gebiet müsse besser verbreitet werden, so die Ministerin. Die Strategie ihres Ministeriums sei dabei so ausgerichtet, dass "an vielen Stellschrauben gedreht werde". Neben dem Elternhaus seien daher auch Kindergärten und Schulen gefordert, die Basis für eine lebenslang gesunde Ernährungsweise zu legen. Die vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) durchgeführte Kampagne "Kinder Leicht – Besser Essen.

Mehr Bewegen" enthalte entsprechende Angebote. So beispielsweise das Projekt "FIT KID: Die Gesund-Essen-Aktion für Kitas", das einen kostenlosen Informations- und Beratungsservice für Kindertagesstätten anbiete, oder mit "Verpflegung in Ganztagsschulen" einen kostenlosen Beratungsservice für Ganztagsschulen und solche Schulen, die auf Ganztagsbetrieb umstellen wollen. Diese Projekte wurden gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) entwickelt.

Welchen Nutzen haben Therapieprogramme?

Die Ursachen der Adipositas sind noch nicht ausreichend geklärt; neben der Genetik scheinen auch Umwelt- und Verhaltensfaktoren eine entscheidende Rolle bei der Manifestation zu spielen. Da diese Faktoren auch beeinflussbar seien, stellten sie eine wichtige Zielgröße von präventiven und therapeutischen Interventionen dar, erläuterte Prof. Dr. Martin Wabitsch von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Ulm.

In Deutschland gebe es zurzeit neben einer zunehmenden Zahl von ambulanten Therapieangeboten seit langem die Möglichkeit einer stationären Therapie der Adipositas über vier bis sechs Wochen in Fachklinken für Kinder und Jugendliche. Im Jahre 2001 wurde für 5950 Kinder und Jugendliche eine solche Maßnahme von den Kostenträgern finanziert. Der Kurzzeiterfolg solcher Maßnahmen sei in vielen Evaluationsstudien gut belegt, was jedoch fehle sind längerfristige Wirkungsnachweise der in Deutschland angebotenen Maßnahmen für übergewichtige Kinder und Jugendliche.

Auch ließen sich aufgrund uneinheitlicher Vorgehensweisen der Anbieter die entsprechenden Programme oft nur schwer miteinander vergleichen, so Wabitsch. Aus diesem Grund hat die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) kürzlich eine strukturierte Erfassung der Therapieangebote für Kinder und Jugendliche durchgeführt (siehe Kasten).

Das Ziel bestand darin, nicht nur die existierenden Therapieeinrichtungen in einer jährlich zu aktualisierenden Datenbank zu erfassen, sondern auch die Vernetzung ambulant-stationär zu verbessern, Versorgungslücken zu schließen und Therapieerfolge zu erhöhen. Weiterhin sei vorgesehen, bei den Angeboten auf die Einhaltung von Qualitätsstandards (niedergelegt z. B. in den Leitlinien der AGA) zu achten, da die Erhebung in dieser Hinsicht eine sehr heterogene Qualität ergeben habe.

Es ist nicht zu übersehen: Die Zahl übergewichtiger und adipöser Kinder und Jugendlicher nimmt in Deutschland in erschreckender Weise zu. Aber was sind die Ursachen dafür? Wie sollten sich Kinder richtig ernähren? Wie kann Übergewicht und Adipositas vorgebeugt werden und welche Therapieangebote gibt es für Kinder, die bereits zu viele Pfunde auf die Waage bringen? Diesen und anderen Fragen wurde kürzlich auf einer Presseveranstaltung in Berlin nachgegangen.

www.a-g-a.de

www.a-g-a.de: Verzeichnis stationärer und ambulanter Therapie-Einrichtungen, nach Postleitzahlen aufsteigend sortiert (Die Auflistung enthält alle Institutionen, die adipöse Kinder in Deutschland behandeln und die einer Veröffentlichung über die AGA-Internetseiten zustimmten)

Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE)

Das Forschungsinstitut für Kinderernährung widmet sich seit seiner Gründung im Jahre 1964 vor allem der Erfassung des Ernährungsverhaltens und der körperlichen und gesundheitlichen Entwicklung von Kindern. Neben der Forschung trägt das Institut zur Verbreitung gewonnener Erkenntnisse bzw. zur Umsetzung der Forschungsergebnisse in der Praxis bei, z. B. durch eine eigene Broschürenserie, Fachberatungen, wissenschaftliche Vorträge, Fortbildungsveranstaltungen und Buchbeiträge.

Kontakt: Forschungsinstitut für Kinderernährung, Heinstück 11, 44225 Dortmund, Tel. 02 31/ 79 22 10-0, Mail: fke@fke-do.de, www.fke-do.de

kidsactive – Aktive Kinder sind gesündere Kinder

Die falsche Ernährung ist ein Grund für die dramatische Zunahme von Übergewicht und Adipositas bei Kindern. Ein zweiter ist der Mangel an Bewegung. Dieser zeigt sich nicht nur auf der Waage, sondern auch in der Sportstunde oder auf dem Spielplatz. Die Hälfte aller Erstklässler ist heute nicht mehr in der Lage, 30 Sekunden lang auf einem Bein zu stehen. 75 % der Kinder haben ein schwache Bauchmuskulatur, 30 % gelten hinsichtlich ihrer Ausdauer und Beweglichkeit als auffällig.

Während vor 15 Jahren bei Einschulungstests noch rund die Hälfte der Erstklässler die geforderten Turnübungen mit durchschnittlichen oder überdurchschnittlichen Leistungen absolvieren konnten, waren es 1997 gerade mal noch 27 %. Eine vom Institut für Sport und Sportwissenschaft in Karlsruhe durchgeführte Untersuchung an 10-jährigen Jungen und Mädchen zeigt, dass sich die motorische Leistungsfähigkeit von Grundschulkindern im 20-Jahresvergleich um 20 % verschlechtert hat.

Neben den negativen Folgen für das Gewicht, wirkt sich die schlecht körperliche Verfassung der Kinder auch auf das Immunsystem, ihre psychische und physische Entwicklung aus. Viele typische Wohlstandserkrankungen, die man früher nur bei Erwachsenen beobachten konnte, finden sich heute bereits bei Kindern und Jugendlichen wieder.

Gegen diesen Missstand will z. B. die im Jahr 2003 von den Ex-Bundesliga-Profis Frank Mill und Willi Mense gegründete Initiative kidsactive ankämpfen, die im Rahmen einer von Spitzner Arzneimittel veranstalteten Pressekonferenz kürzlich vorgestellt wurde. kidsactive ist eine Fußballschule, in der fußballinteressierte Kinder und Jugendliche die Möglichkeit erhalten, in den Ferien ihre fußballerischen Fähigkeiten zu verbessern, Freude an Sport und Spiel zu erhalten oder neu zu entdecken.

Anders als bei bisher bestehenden Fußballschulen geht es bei kidsactive nicht darum, kommende Fußballprofis zu entdecken, sondern Kindern wieder den Spaß an der Bewegung zu vermitteln und sie weg von Fernseher und Computer und raus an die frische Luft zu bringen. Eine Woche lang werden die teilnehmenden Kinder täglich von 9.30 Uhr bis 15.30 Uhr betreut. In der Kursgebühr von 149 Euro pro Kind enthalten ist eine Trainingsausrüstung und die Verpflegung. Neben Fußballtraining werden verschiedene Events wie z. B. Autogramm- und Fragestunden mit Bundesliga-Stars und ein Fußballquiz geboten.

Weitere Informationen, zu kidsactive sind im Internet unter der Adresse www.kidsactive.de zu finden. ral

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