Positionspapier

FDP: Mehr Apotheker sollten ins Versandgeschäft einsteigen

Berlin - 18.07.2019, 07:00 Uhr

Die AG Gesundheit der FDP-Bundestagsfraktion hat erstmals ein Positionspapier zum Apothekenmarkt erarbeitet. Die Forderung nach Apothekenketten ist dort nicht enthalten. (Foto: Külker)

Die AG Gesundheit der FDP-Bundestagsfraktion hat erstmals ein Positionspapier zum Apothekenmarkt erarbeitet. Die Forderung nach Apothekenketten ist dort nicht enthalten. (Foto: Külker)


FDP: Apotheken sollten in den Versandhandel einsteigen

Für die Einführung des E-Rezeptes haben die Liberalen einen Tipp für die Apotheker bereit: Sie sollten auch ins Versandgeschäft einsteigen. Das erklärt die FDP-Fraktion so:


Hier glauben wir, dass mehr inländische Apotheken in den Versandhandel einsteigen sollten als die bisherigen aktiven ca. 150 (Quelle: BVDVA). Schließlich bietet der Versandhandel auch für deutsche Apotheken Vorteile. Heute entsteht viel Bürokratie und Bestellaufwand nach einem Kundenbesuch, wenn ein Arzneimittel nicht sofort vorrätig ist. Das könnte entfallen. Abholtermine und umfangreiche Beratungsgespräche könnten besser geplant werden.“

FDP-Positionspapier zum Apothekenmarkt


An dieser Stelle ist allerdings eine kleine Korrektur angebracht. Denn die Zahl des BVDVA bezieht sich auf die Apotheken, die einen, laut BVDVA, „ernstzunehmenden“ Versandhandel betrieben. Eine Versandhandelserlaubnis nach § 11a des Apothekengesetzes besitzen derzeit (laut ABDA) etwa 2960 Apotheker.

Komplette Neuordnung des Apothekenhonorars

Weitere Wünsche aus den Reihen der Freien Demokraten sind eine gemeinsame Internet-Plattform für Kunden, die von den Apothekern betrieben wird, die Erhaltung des Zuweisungsverbot, eine Stärkung der Botendienst sowie mehr Beratungsleistungen in der Offizin. Was das Apothekenhonorar betrifft, würde die FDP eine komplette Neuordnung des Vergütungssystems vornehmen. Das sähe dann so aus:


Die Apothekenvergütung muss auf der Basis von wissenschaftlich ermittelten und nachvollziehbaren Daten neu geordnet werden. Dabei sollte die bisherige Mischkalkulation mit einheitlichen Festzuschlägen aufgegeben werden. Aufwendige Beratungen sollten gegenüber einfachen Medikamentenabgaben ohne wesentliche Beratungsleistungen besser vergütet werden. Das stärkt die kleinen Vor-Ort-Apotheken. Zusätzlich müssen die Nacht- und Notdienste angemessen vergütet werden. Auch wollen wir die Apotheker stärker in die Bearbeitung des Medikationsplans und bei der Wahrung der Arzneimitteltherapiesicherheit einbeziehen.“

FDP-Positionspapier




Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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5 Kommentare

nach dem Kundenbesuch...

von Kleiner Apotheker am 23.07.2019 um 8:49 Uhr

"Bürokratie und Bestellaufwand nach einem Kundenbesuch, wenn ein Arzneimittel nicht sofort vorrätig ist"

Die FDP scheint den Botendienst der Apotheken nicht zu kennen. Das bietet nahezu jede Apotheke in Deutschland an, wird aber statistisch nicht erfasst. Dafür brauchen wir keinen Versandhandel. Übrigens ist der Botendienst regional mit deutlich kürzerem Lieferweg, schnell und sicher.

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FDP

von Jochen Bätz am 18.07.2019 um 9:14 Uhr

Ähhh...wer war nochmal die FDP ?

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Ramschpartei

von Thomas Kerlag am 18.07.2019 um 9:06 Uhr

Eine Ramschpartei-
Sagt aber keiner was beim verramschen
von Arzneimitteln geschieht.
Gift in Valsartan wird in der Öffentlichkeit
weniger als Skandal gesehen als angebliche Apothekenpreise.

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AW: Ramschpartei

von Thomas Kerlag am 18.07.2019 um 9:13 Uhr

Keine Ware wie jede andere.
Es braucht wa(h)re Beratung und wa(h)re
Qualität

FDP

von Anita Peter am 18.07.2019 um 7:17 Uhr

7000 Apotheken krebsen am wirtschaftlichen Limit rum, aber laut FDP werden die Apotheken gestärkt, indem wir jetzt die Zuzahlung der Patietnten übernehmen. Echte Wirtschaftsexperten.

Apotheken sollen ins Versandgeschäft einsteigen. Genau, wir buttern jeden Monat nen 1000er in nen Shop um dann defizitär Päckchen zu verschicken. Echte Wirtschaftsexperten.

Die FDP will ebenso wie die Grünen und die SPD ( und wahrscheinlich auch die CDU ) einen Systemwechsel. Verramschen auf Teufel komm raus durch das Großkapital. Gesestigte Strukturen sind da völlig belanglos. Der Patient wird es euch in 20 Jahren danken.

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