Biotin beeinflusst Laborwerte

AMK: Apotheker sollen über Biotin aufklären

Stuttgart - 13.03.2019, 10:15 Uhr

Wo steckt überall Biotin drin und in welchen Mengen? Diese Frage sollten sich Apotheker, Ärzte und Patienten öfter stellen. ( r / Foto: rosinka79 / stock.adobe.com)

Wo steckt überall Biotin drin und in welchen Mengen? Diese Frage sollten sich Apotheker, Ärzte und Patienten öfter stellen. ( r / Foto: rosinka79 / stock.adobe.com)


Kombinierte Nahrungsergänzungsmittel: Ab 60 µg Biotin aufpassen!

Das B-Vitamin Biotin agiert als Coenzym in der Gluconeogenese sowie der Lipogenese und ist am Abbau einiger Aminosäuren beteiligt. Biotinhaltige Arzneimittel enthalten Dosierungen bis zu 10 mg. Sie sind unter anderem zur Prophylaxe und Therapie von seltenen Biotin-Mangelzuständen indiziert. Aber auch in NEM, die nicht gezielt gesunde Haut, Haare und Nägel fördern sollen, ist Biotin in Mengen enthalten, die Labortests stören könnten. So sind in dem Kombinationspräparat „Orthomol Immun“ beispielsweise in einer Tagesportion 165 µg Biotin enthalten, was den oben angegebenen oralen Grenzwert von 150 µg Biotin überschreitet. Auch Vitamin B-Komplex-ratiopharm® enthält 150 µg Biotin. In Frubiase® Sport sind sogar 450 µg Biotin enthalten.

Streptavidin-Biotin-Immunoassays

Im Bulletin zur Arzneimittelsicherheit des BfArM vom Dezember wird näher auf die Streptavidin-Biotin-Immunoassays eingegangen. Dort liest man beispielsweise, dass in diesen Tests Streptavidin-beschichtete magnetische Partikel an der Festphase als Mittel zur spezifischen Erkennung und Bindung von biotinylierten Antikörpern dienen. Entsprechende Antikörper sind wiederum mit dem zu analysierenden Biomarker gekoppelt. Erhöhte Biotin-Werte können somit Störeffekte auslösen, da das Biotin mit biotinylierten Reagenzien um Bindungsstellen an Streptavidin konkurriert. Bei Sandwichassays könne dies zu falsch niedrigen Ergebnissen führen. Bei kompetitiven Immunassays könne Biotin falsch erhöhte Ergebnisse verursachen.

In den Gebrauchsinformationen zu Immunoassays sollen sich zwar Angaben zu Schwellenwerten der Blutkonzentration von Biotin, bei denen keine Interferenzen zu erwarten sind, finden. Allerdings seien diese Werte im klinischen Alltag nur begrenzt anwendbar, da Korrelationen zwischen der eingenommen Biotindosis und resultierendem Plasmaspiegel bislang nicht ausreichend beschrieben sind. Bei Patienten mit Niereninsuffizienz sei von höheren Biotinblutspiegeln auszugehen.



Diana Moll, Apothekerin und Volontärin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Biotin hilfreich beim abnehmen?

von Sabine am 17.03.2019 um 20:14 Uhr

Hallo liebe Apotheker Zeitung,

hilft Biotin eigentlich auch beim abnehmen?
Habe ansatzweise hier darüber was gelesen: https://www.fett-schnell-weg.de

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Biotin

von Alexander Zeitler am 15.03.2019 um 2:12 Uhr

Welche Sau wird denn gerade da wieder durchs Dorf getrieben.
Ist Biotin wirklich ein Problem?
Sollten wir uns nicht lieber über immer noch verunreinigtes Losartan kümmen?

Das wäre eine lohnendes Thema für Dr.(?) Spahn .
Doch warum liest man von ihm dazu nix?

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