Lucentis, Velcade und Avastin / „NMG Pharma“ 

Weitere Rückrufe wegen möglicher „Unstimmigkeiten in der Lieferkette“

Stuttgart - 07.08.2018, 16:05 Uhr

Wegen möglicher „Unstimmigkeiten“ in den fraglos etwas verworrenen Lieferketten gibt es derzeit Rückrufe. (Foto: m / Jürgen Schulze / stock.adobe.com)                                      

Wegen möglicher „Unstimmigkeiten“ in den fraglos etwas verworrenen Lieferketten gibt es derzeit Rückrufe. (Foto: m / Jürgen Schulze / stock.adobe.com)                                      


Gehe kann Warenverkehr zwischen NMG und Lunapharm nicht ausschließen

Wie ein Sprecher der Gehe gegenüber DAZ.online erklärt, befinden sich aber trotzdem alle von der in Bonn sitzenden NMG Pharma GmbH (NMG) bezogenen Arzneimittel weiterhin in Quarantäne. Vom Rückruf der AMK sind diese Arzneimittel laut dem Sprecher nicht betroffen. Gehe habe auch in der Vergangenheit keines der drei genannten Produkte auf Lager gehabt, erklärte er.

Weiter sagte der Unternehmenssprecher: Gehe behalte die über NMG bezogenen Produkte in Quarantäne, weil, wie von NMG selbst bestätigt, Lunapharm zuvor als Logistikpartner von NMG aufgetreten sei und daher ein möglicher Warenverkehr zwischen den Beteiligten nicht ausgeschlossen werden konnte. Aktuell lägen der Gehe keine Erkenntnisse über Warenflüsse zwischen Lunapharm und NMG vor und darüber, ob daraus gegebenenfalls ein Risiko für die Arzneimittelsicherheit bestehen könnte, so der Sprecher. Die Produkte von NMG bleiben bis zur Klärung der Verkehrsfähigkeit – auch wenn derzeit kein offizieller Rückruf vorliegt – aus Sicherheitsgründen unter Quarantäne.

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Lunapharm war nicht nur in Griechenland aktiv

Wie außerdem bekannt wurde, gibt es nun auch Hinweise darauf, dass Lunapharm nicht nur aus Griechenland, sondern auch aus Italien mutmaßlich gestohlene Krebsarzneimittel hierzulande in die Versorgung einbrachte. Nach Informationen von DAZ.online soll es dabei eine ganze „Liste“ von Medikamenten gegeben haben, laut der Lunapharm regelmäßig Herceptin® (Trasutzumab), Avastin® , Lucentis® und Humira® (Adalimumab) importierte – allesamt teure Antikörper. Welche dieser Arzneimittel gestohlen sein könnten, dazu liegen dem zuständigen Paul-Ehrlich-Institut noch keine validierten Informationen vor.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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