Mutmasslich gestohlene Ware

Lunapharm-Präparate: Das sind die AMK-Rückrufe

Stuttgart - 25.07.2018, 12:35 Uhr

Die AMK ruft nun mutmaßlich in Griechenland gestohlene Arzneimittel zurück. Die ARD-Sendung Kontraste hatte den den Fall öffentlich gemacht. (s / Foto: Screenshot Kontraste)

Die AMK ruft nun mutmaßlich in Griechenland gestohlene Arzneimittel zurück. Die ARD-Sendung Kontraste hatte den den Fall öffentlich gemacht. (s / Foto: Screenshot Kontraste)


Bereits Ende vergangener Woche rief das brandenburgische Gesundheitsministerium Arzneimittel von Lunapharm zurück und veröffentlichte eine entsprechende Liste auf seiner Internetseite. Am gestrigen Dienstag veröffentlichte dann auch die Arzneimittelkommission der Apotheker Rückrufe. Neben Lunapharm-Präparaten sind auch solche von CC-Pharma betroffen. Der Importeur hat diese über Lunapharm bezogen.  

Xgeva®, Velcade®, Mabthera®, Herceptin® und Alimta® von Lunapharm werden nun auch von der Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker zurückgerufen. Seit vergangenem Freitag ist eine Liste der vom Rückruf betroffenen Arzneimittel auf der Internetseite des Ministeriums zu finden. In den AMK-Meldungen erklärt Lunapharm, man habe die genannten Chargen der jeweiligen Arzneimittel von dem griechischen Lieferanten Pharmacy Ozbagdzi haralampidis Stilianos bezogen. In einer Fernsehsendung sei der der Verdacht geäußert worden, dass der Lieferant mit gefälschter Ware gehandelt haben soll. Eine Bestätigung oder eine RAS-Meldung der griechischen Behörden liege hierzu nicht vor, so Lunapharm. Der Rückruf erfolge vorsorglich. Derzeit gebe es keine Hinweise für eine Patientengefährdung. Es sei der Verdacht geäußert worden, dass diese Arzneimittel in griechischen Krankenhäusern gestohlen und folgend bis zum Wareneingang bei der Lunapharm möglicherweise die Lager- und Transportbedingungen nicht den Anforderungen entsprachen. Aus diesem Grund erfolge der vorsorgliche Rückruf, heißt es.

Bei Alimta® und Velcade® findet sich zusätzlich der Hinweis, dass Arzneimittelproben von dem Lieferanten untersucht wurden. Die Arzneimittel seien original gewesen und hätten den Spezifikationen des Herstellers entsprochen, erklärt Lunapharm.

Bei diesen zwei Lunapharm-Präparaten waren laut Ministerium auch tatsächlich Stichproben genommen worden – die Aufsichtsbehörde hatte Lunapharm durchaus im Visier, allerdings nicht im Zusammenhang mit Diebstählen, sondern wegen unerlaubter Vertriebswege. Wie das Ministerium aber einräumte, waren diese Stichproben nicht repräsentativ. Weil sie nur bei zwei Präparaten durchgeführt wurden, die zudem nicht temperaturempfindlich sind.

Auch CC-Pharma ruft zurück

Neben den Arzneimitteln von Lunapharm werden auch Neulasta und Afinitor von CC-Pharma zurückgerufen. „Im Zusammenhang mit aktuellen Überprüfungen zu Unstimmigkeiten in der Lieferkette seien Hinweise auf betroffene Arzneimittel bekannt geworden“, begründet der Importeur den Rückruf. Laut der Liste des Brandenburger Ministeriums hat CC Pharma die Präparate über Lunapharm bezogen und sie offensichtlich umgepackt.

Auf der Ministeriumsliste sind allerdings weitere Präparate als vom Rückruf betroffen genannt. Zum Beispiel Alimta® und Vectibix® von CC Pharma. Für sie gibt es jedoch keinen AMK-Rückruf.

Apotheker sind angehalten, die betroffenen Packungen in Quarantäne zu nehmen und wegen der Abholung Lunapharm beziehungsweise CC-Pharma zu kontaktieren.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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