Erstes Quartal 2017

DocMorris steigert Rx-Umsatz deutlich

Hannover - 18.04.2018, 09:10 Uhr

10,7 Prozent plus bei Rx, mehr als 75 Prozent plus bei OTC: DocMorris wächst und wächst. (Foto: DocMorris)

10,7 Prozent plus bei Rx, mehr als 75 Prozent plus bei OTC: DocMorris wächst und wächst. (Foto: DocMorris)


Das ungebremste Wachstum der niederländischen Versandapotheke DocMorris nach dem EuGH-Urteil zur Rx-Preisbindung geht weiter: Im ersten Quartal 2018 steigerte DocMorris den Umsatz mit Rx-Arzneimitteln um 10,7 Prozent, der OTC-Umsatz wuchs laut der Schweizer Muttergesellschaft sogar um mehr als 75 Prozent.

Insgesamt steigerte sich der Umsatz der DocMorris-Mutter Zur Rose in Deutschland im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2017 um 39 Prozent. Gibt man die Erlöse in Schweizer Franken an, wie das die Zur Rose Group AG in ihrer Pressemeldung tut, ist die Steigerung noch eindrucksvoller: dann beträgt das Plus sogar 51,4 Prozent. Das entspricht einem Zuwachs von knapp 170 Millionen Schweizer Franken, umgerechnet sind das knapp 146 Millionen Euro. Einmal mehr wuchs DocMorris insbesondere bei den OTC-Präparaten. Das Umsatzplus beträgt hier 75,9 Prozent (in Franken sogar 91,5 Prozent) in den ersten drei Monaten des Jahres 2018. Als Ursachen für diese Entwicklung führt Zur Rose ein „starkes organisches Wachstum, die massive Neukundengewinnung“ sowie Übernahmen anderer Versender an. Zur Erinnerung: DocMorris und Zur Rose hatten im vergangenen Jahr die deutschen Versender Eurapon und Vitalsana geschluckt.

Was für die Apotheker noch interessanter sein dürfte, ist der Rx-Wachstum von DocMorris. Schon im gesamten vergangenen Jahr stieg der Rx-Umsatz der Niederländer in Deutschland um mehr als 10 Prozent im Vergleich zu 2016. Das neue Jahr fängt für DocMorris ebenfalls vielversprechend an: Um 10,6 Prozent (20,6 Prozent in Schweizer Franken) kletterte der Rx-Umsatz nach oben. In absoluten Zahlen setzte DocMorris zwischen Januar und März knapp 66 Millionen Euro (ca. 77 Mio. Franken) mit Rx-Präparaten in Deutschland um, im gesamten Jahr 2017 waren es 267 Millionen Franken. Als „besonders erfreulich“ bezeichnet die Zur Rose-Gruppe auch, dass die Markenbekanntheit von DocMorris hierzulande auf 66 Prozent gesteigert werden konnte.

All diese Zahlen zeigen: Die massive DocMorris-Werbekampagne nach dem EuGH-Urteil zieht. In den Monaten nach dem Urteil schalteten die Niederländer unter anderem TV-Werbespots, in denen gezielt um Chroniker geworben wurde. Zuletzt stellte DocMorris eine neue Rundum-Kampagne vor, in deren Zentrum der Slogan „Die Apotheke“ steht. DocMorris arbeitet mit der Agentur „Heimat“ zusammen. Die Berliner Agentur betreut unter anderem auch die FDP und gestaltete viele Wahl-Slogans der FDP wie etwa „Ungeduld ist auch eine Tugend“, „German Mut“ oder „Denken wir neu“.

Zur Rose wächst auch in der Schweiz

Durch das Wachstum von DocMorris steigerten sich erneut auch die Umsatzzahlen von Zur Rose. Im ersten Quartal 2018 stieg der Gruppenumsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 29,9 Prozent (23.8 Prozent in Lokalwährung) auf knapp 298 Millionen Schweizer Franken. Auch in ihrem Heimatmarkt Schweiz konnte Zur Rose zulegen. Dort steigerte der Konzern seinen Umsatz im ersten Quartal 2018 „trotz regulatorisch bedingter Preissenkungen“ deutlich um 9,3 Prozent auf knapp 128 Millionen Schweizer Franken.

In der Bilanz 2017 des Schweizer Pharmahandelskonzerns Zur Rose Group spiegelten sich die Belastungen der expansiven Unternehmenspolitik aber wider: Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr auf 983 Millionen Schweizer Franken anstieg, wies der Konzern mit minus 36,3 Millionen Franken einen deutlich höheren Verlust als noch 2016 aus. Das hatte auch mit den hohen Expansionskosten der Zur Rose-Tochter DocMorris zu tun.

Studie: Versandhändler starten stark

Anfang der Woche war bereits eine Verbraucherstudie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (bevh) bekanntgeworden, nach der der Arzneimittel-Versandhandel im ersten Quartal insgesamt um mehr als 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchs. Die Zahlen beruhen aber nicht auf tatsächlichen Umsatzzahlen, sondern auf Kundenbefragungen.

Dadurch, dass die Umsatzahlen insbesondere der EU-Versender im Rx-Bereich wachsen, steigen gleichzeitig natürlich auch die Ausgaben der Kassen in diesem Bereich. Im vergangenen Jahr rechneten die ausländischen Versandapotheken laut einer Statistik des Bundesgesundheitsministeriums mehr als 410 Millionen Euro bei den Kassen ab – ein absoluter Rekordwert.


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In ihrer Pressemitteilung gibt die Zur Rose Group AG u.a. prozentuale Steigerungen an, die sich auf Umsätze in Schweizer Franken beziehen. Auf der Basis von Umsätzen in Euro sind die Steigerungsraten deutlich niedriger. Wir haben die Meldung um 12.55 Uhr entsprechend geändert. Die DAZ.online-Redaktion



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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3 Kommentare

Tücken der Statistik?

von DAZ.online am 18.04.2018 um 13:08 Uhr

Lieber Herr Schneider, lieber "Reinhold",
die Umsatzsteigerung von 20 Prozent stammt aus der Pressemeldung der Zur Rose Group - allerdings bezieht sie sich auf die Umsätze in Schweizer Franken. Betrachtet man die DocMorris-Umsätze ("Segment Deutschland") in Euro (also ohne z.B. schwankende Wechselkurse), beträgt das Plus "nur" knapp 11 Prozent. Wir haben die Meldung inzwischen auch entsprechend geändert.
Prinzipiell werden aber Quartalszahlen eigentlich immer mit dem gleichen Vorjahres-Quartal verglichen. Für eine Prognose kann nicht einfach der Umsatz eines Quartals mal 4 genommen werden - so dürften die Quartale 3 und 4 in Apotheken (wegen z.B. der Erkältungssaison) "stärker" sein als das 1. Quartal.
Herzliche Grüße aus der DAZ.online-REdaktion

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Tücken der Statistik

von Ekkehard Schneider am 18.04.2018 um 10:37 Uhr

Wo die Umsatzsteigerung von 20 % im RX-Bereich hergeleitet wird bleibt ein Geheimnis. 66 Mio im Quartal 2018 (=hochgerechnet 264 Mio pro Jahr) ergibt eine Rückgang von 3 Mio pro Jahr. Und wenn man annimmt, dass DocMorris 2017 im 1 Quartal nur 55 Mio Umsatz hatte (= 20 % weniger als 2018), dann bedeuten die 66 Mio im 1. Quartal einen noch deutlicheren Rückgang, hochgerechnet auf das ganze Jahr. Kann bitte jemand nachvollziehbare Zahlen liefern oder liege ich falsch?

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AW: Tücken der Statistik

von Reinhold am 18.04.2018 um 11:44 Uhr

Das Ganze könnte schon stimmen
In Q1/17 waren die Zahlen noch von DM "alleine".
In Q1/18 sind die Umsätze der Zukäufe enthalten.

Bei der Jahreszahl 17 sind die Umsäte der Zukäufe erst ab dem Zeitpunkt des Zukaufs enthalten.

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