Wirtschaft

DocMorris wächst ungebremst

Rx-Versand legt im ersten Quartal 2018 um 10,7 Prozent zu

bro | Das EuGH-Urteil vom 19. Oktober 2016 treibt erwartungsgemäß die Umsätze von DocMorris nach oben: Im ersten Quartal 2018 legte der Rx-Versand um 10,7 Prozent und der OTC-Versand um 75,9 Prozent zu.

Insgesamt stieg der Umsatz der DocMorris-Mutter Zur Rose in Deutschland im ersten Quartal 2018 auf knapp 146 Millionen Euro und legte damit im Vergleich zum Vorjahresquartal um 39 Prozent zu. Gibt man die Erlöse in Schweizer Franken an, wie das die Zur Rose Group AG in ihrer Pressemeldung tut, ist die Steigerung aufgrund der Währungsschwankungen noch eindrucksvoller: Dann beträgt das Plus sogar 51,4 Prozent, das entspricht einem Umsatz von knapp 170 Millionen Schweizer Franken.

Massive Neukunden­gewinnung

Einmal mehr wuchs DocMorris insbesondere bei den OTC-Präparaten. Das Umsatzplus beträgt hier 75,9 Prozent (in Franken sogar 91,5 Prozent) in den ersten drei Monaten des Jahres 2018. Als Ursachen für diese Entwicklung führt Zur Rose ein „starkes organisches Wachstum, die massive Neukundengewinnung“ sowie Übernahmen anderer Versender an. Zur Erinnerung: DocMorris und Zur Rose hatten im vergangenen Jahr die deutschen Versender Eurapon und Vitalsana geschluckt.

Markenbekanntheit auf 66 Prozent gestiegen

Was für die Apotheker noch interessanter sein dürfte, ist das Rx-Wachstum von DocMorris. Schon im gesamten vergangenen Jahr stieg der Rx-Umsatz der Niederländer in Deutschland um mehr als 10 Prozent im Vergleich zu 2016. Das neue Jahr fängt für DocMorris ebenfalls vielversprechend an: Um 10,7 Prozent (20,6 Prozent in Schweizer Franken) kletterte der Rx-Umsatz nach oben. In absoluten Zahlen setzte DocMorris zwischen Januar und März knapp 66 Millionen Euro (ca. 77 Mio. Franken) mit Rx-Präparaten in Deutschland um, im gesamten Jahr 2017 waren es 267 Millionen Franken. Als „besonders erfreulich“ bezeichnet die Zur Rose-Gruppe auch, dass die Marken­bekanntheit von DocMorris hierzulande auf 66 Prozent gesteigert werden konnte.

All diese Zahlen zeigen: Die mas­sive DocMorris-Werbekampagne zieht. In den Monaten nach dem EuGH-Urteil schalteten die Niederländer unter anderem TV-Werbespots, in denen gezielt um Chroniker geworben wurde. Zuletzt stellte DocMorris eine neue Rundum-Kampagne vor, in deren Zentrum der Slogan „Die Apotheke“ steht.

Werbeausgaben hinterlassen Spuren in der Bilanz

In der Bilanz 2017 der Zur Rose Group spiegelten sich die Be­lastungen der expansiven Unter­nehmenspolitik aber wider: Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 11,8 Prozent auf 983 Millionen Schweizer Franken anstieg, wies der Konzern mit minus 36,3 Millionen Franken einen deutlich höheren Verlust als noch 2016 aus. Das dürfte zu einem guten Teil den hohen Expansionskosten der Zur Rose-Tochter DocMorris zuzuschreiben sein. |

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