„hart aber fair“

Gibt es bei Grippeimpfstoffen eine Zwei-Klassen-Medizin?

Stuttgart - 20.03.2018, 09:00 Uhr

Der Gesundheits-Versorgungsforscher Gerd Glaeske ist der Meinung, dass Grippeimpfstoffe kein gutes Beispiel für die Zwei-Klassen-Medizin sind. (Foto: Imago)

Der Gesundheits-Versorgungsforscher Gerd Glaeske ist der Meinung, dass Grippeimpfstoffe kein gutes Beispiel für die Zwei-Klassen-Medizin sind. (Foto: Imago)


Grippewelle auf Rekordhoch

In der Tat kämpft die Bundesrepublik seit Wochen mit einer schweren Grippewelle, und noch ist nicht überstanden. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am Robert-Koch-Institut (RKI) meldet aktuell 46.382 Neuinfektionen für die zehnte Kalenderwoche. Zum Vergleich: In der letzten Grippesaison 2016/17 lagen für den gleichen Zeitraum „nur“ 3623 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle vor.

Doch: Dass die Dreifach-Grippeimpfung vollständig versagt hat, so wie es in der gestrigen TV-Sendung suggeriert wurde, ist so nicht korrekt. Die Grippeexperten des RKI können Bedenken, nach denen der primär verabreichte Dreifach-Grippeimpfstoff die dominierenden B-Yamagata-Viren nicht „erwischt“, zumindest etwas zerstreuen. Aufgrund einer Kreuzimmunität biete auch die im dreifachen Impfstoff enthaltene B-Komponente einen gewissen Schutz vor der Yamagata-Linie. Zusätzlich könnten „Wiederholungstäter" bei der Influenza-Impfung belohnt werden.

Frühere Impfungen könnten sich außerdem im Nachhinein noch einmal auf den aktuellen Grippeschutz positiv auswirken. Selbst wenn der Patient die Impfkomponente gegen den hauptsächlich zirkulierenden Yamagata-Stamm in dieser Saison nicht erhalten hat. Warum? Die B-Yamagata-Linie im Dreifachimpfstoff war bereits in den Impfstoffen früherer Grippesaisons enthalten. Auch hier besteht laut RKI zumindest rein „theoretisch" die Möglichkeit, „dass Menschen, die sich damals haben impfen lassen, noch zu einem gewissen Teil immun sind“. Dies scheint sich zum Teil zu bewahrheiten: Die Wirksamkeit der Grippeimpfung liegt nach vorläufigen Daten bei 46 Prozent.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Glaeske

von Alexander Zeitler am 21.03.2018 um 1:23 Uhr

Ich habe hart aber fair gesehen und mich gleich gewundert, was der GLAESKE da will. Der SPAHN War ja zu ertragen.
ist der GLAESKE Spezialist für alles? Diese " Kollege" wird so langsam unerträglich. <jetzt haut er auch noch auf Ärzte ubnd KVen ein. Ist er der Gott Im Gesundheitswesen? Und klar kommen auch noch die IGEL Leistungen. Der Mann schlägt um sich. Wieso kann die Dresdnerin nicht mit ihren Kindern an das andere Ende von Dresden fahren? kein trabbi? kein OPNV? das bleibt alles offen . Faktencheck hab ich nicht gesehen.
Aber bitte keinen GLAESKE in so ner Sendung

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Immer wieder der sog. Experte Glaeske

von Ratatosk am 20.03.2018 um 18:59 Uhr

Hier zeigt er wenigstens zwangsweise sein wahres Gesicht. Der 3 Missmatch, aber kein Problem für den Experte für alles .
Wirkt nicht richtig weil ? und weil sich sowieso zuwenig impfen lassen - gehts noch ?
Warum überhaupts wird man immer wieder mit diesem Menschen belästigt, wenn es doch so viele echte Spezialisten für so was gibt, die nicht auch durch unzählige GKV Studien verbrannt sind. Bei Tabak oder Energie sind solche Leutchen immer zu Recht schnell weg vom Fenster, aber die beiden Professoren haben offensichtlich Narrenfreiheit.

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