Studie

Triptane in der Schwangerschaft sind sicher

Stuttgart - 28.08.2014, 12:44 Uhr


Junge Frauen im gebärfähigen Alter leiden besonders häufig unter Migräne. Die Wahrscheinlichkeit, dass in der Frühschwangerschaft Triptan-haltige Medikamente eingenommen werden, bevor die Betroffenen von ihrer Schwangerschaft wissen, ist groß. Eine Studie zeigt nun, dass die Einnahme in der Frühschwangerschaft mit keinem erhöhten teratogenen Risiko für das Kind verbunden ist.

Um diese Informationen systematisch zu bündeln, wurde 1996 eine Post-Marketing-Studie initiiert, um die Sicherheit von Sumatriptan während der Schwangerschaft zu erfassen. Die Studie wurde 2001 mit Daten zum Naratriptan-Einsatz (Naratriptan Pregnancy Registry) kombiniert und 2008 als Sumatriptan, Naratriptan, and Treximet Pregnancy Registry fortgeführt. Ziel dieser Studie ist es, alle Hinweise auf eine mögliche teratogene Wirkung dieser Substanzen zu erfassen.

In die prospektive Beobachtungsstudie wurden weltweit Schwangere eingeschlossen, die während ihrer Schwangerschaft Sumatriptan, Naratriptan oder eine Kombination aus Sumatriptan und Naproxen (Treximet; in Deutschland nicht am Markt) eingenommen hatten. Der primäre Studienendpunkt war das Auftreten schwerer Fehlbildungen des Neugeborenen. Nunmehr liegen die Daten aus 16 Jahren vor.

Ausgewertet wurden die Daten von 680 Schwangeren, die insgesamt 689 Kinder geboren hatten. 626 von ihnen hatten Sumatriptan, 57 Naratriptan, sieben Sumatriptan und Naratriptan und sechs Sumatriptan/Naproxen eingenommen. In den meisten Fällen erfolgte die Einnahme im ersten Trimenon. Bei 528 Frauen, die im ersten Trimenon Sumatriptan eingenommen hatten, traten 20 Fälle einer schweren Missbildung des Neugeborenen auf. Diese waren unterschiedlicher Natur, das heißt, es gab keine Häufung einer bestimmten Anomalie. Bei 52 Frauen, die im ersten Trimenon Naratriptan eingenommen hatten, trat ein Fall eines schweren Geburtsschadens auf, das entspricht einem Risiko von 2,2 Prozent. Unter der Einnahme von Sumatriptan/Naproxen wurde keine schwere Missbildung registriert.

Insgesamt betrug die Rate schwerer Missbildungen bei der Geburt 4,2 Prozent. Das entspricht dem Wert, der üblicherweise bei Neugeborenen von Müttern vergleichbarer Altersgruppen beobachtet wird, die keine Medikamente einnehmen. Somit liegt die Schlussfolgerung nahe, dass die Einnahme von Sumatriptan und Naratriptan in der Frühschwangerschaft mit keinem erhöhten teratogenen Risiko für das Kind verbunden ist. Diese Aussage deckt sich ebenfalls mit den Ergebnissen weiterer Beobachtungsstudien zum Einsatz von Triptanen in der Schwangerschaft.

Quelle: Ephross S et al. Final results from the 16-year sumatriptan, naratriptan, and treximet pregnancy registry. Headache 2014;54:1158-1172


Dr. Petra Jungmayr/DAZ.online