Notfallverhütung

„Pille danach” jetzt auch bei DrEd

London/Berlin - 14.01.2013, 13:37 Uhr


Die Online-Arztpraxis DrEd bietet ab heute eine neue Sprechstunde für die „Pille danach“ an: Wer nicht persönlich zum Arzt will oder kann, um sich eine Verordnung für die Notfallverhütung zu holen, bekommt für 35 Euro ärztliche Beratung, Rezept, Medikament und Express-Versand, verspricht DrEd.

Mehr als 360.000 Frauen haben sich nach Angaben der Bundesregierung in Deutschland in 2011 die „Pille danach“ verschreiben lassen, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Bevor sie das Rezept bekommen, müssen sich die betroffenen Frauen einem ärztlichen Beratungsgespräch unterziehen. Dies ist nun auch online möglich. DrEd öffne „einen neuen Weg in der Notfallverhütung, der die ärztliche Sorgfalt und die Interessen der betroffenen Frauen gleichermaßen wahrt“, heißt es in einer Pressemeldung der Online-Praxis.

Fast rund um die Uhr wird die neue Online-Sprechstunde für die „Pille danach“ angeboten. Online kann ein Anamnesebogen ausgefüllt werden – spricht aus medizinischer Sicht nichts dagegen, stellen die DrEd-Ärzte ein Rezept für die „Pille danach“ aus. Das Rezept wird sodann an eine deutsche Versandapotheke – DrEd kooperiert mit der apo-rot – gesendet, die der Frau das Medikament am folgenden Vormittag bis zwölf Uhr liefert. Eine zeitliche Einschränkung gibt es allerdings: Falls der ungeschützte Sex in das Zeitfenster Freitag 18 Uhr bis Samstag 18 Uhr fällt, sollte ein Frauenarzt, der Hausarzt oder die örtliche Klinik konsultiert werden, empfiehlt DrEd – denn dann ist die Online-Arztpraxis nicht besetzt.

Und klar ist: Die „Pille danach“ wirkt umso zuverlässiger, je früher sie nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird. Deshalb sollte die Sprechstunde sobald wie möglich, aber in jedem Fall innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr besucht werden, empfiehlt die Online-Praxis. Das in Deutschland zugelassene Präparat könne bis zu drei Tage nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen werden.

DrEd räumt ein, dass eine Versorgung vor Ort in der Regel vorzuziehen ist – zumindest, wenn sie schnell und einfach möglich ist. Für jene Frauen, denen eine einfache und zeitnahe fachärztliche Behandlung nicht offenstehe, sei DrEds Sprechstunde hingegen „ideal“.

Die in Großbritannien ansässige Online-Praxis DrEd berät und behandelt Patienten in Deutschland, Österreich, Schweiz und England per Internet, Telefon und Video. Eigenen Angaben zufolge haben seit Praxis-Eröffnung im November 2011 mehr als 15.000 Patienten die DrEd-Sprechstunden besucht.


Kirsten Sucker-Sket


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