Westfalen-Lippe

Overwiening: „Mehr Miteinander im Gesundheitswesen"

Münster - 12.12.2012, 14:37 Uhr


Abseits des Berliner Medientrubels tagte heute in Münster das westfälisch-lippische Apothekerparlament. Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, sprach sich hier für mehr Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsberufen aus.

Overwiening berichtete überdies vom Stand der Dinge beim Projekt „Ausbildungsapotheke“. Dieses hatte die Kammer am 1. Juli gemeinsam mit den Universitäten Bonn, Düsseldorf und Münster gestartet. Es steht ganz im Zeichen der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) – und ist bereits Erfolg versprechend angelaufen. Bereits nach wenigen Monaten hätten über 120 Apotheken-Teams die ersten Schulungen durchlaufen, meldet die Kammer. Auf Dauer sollen flächendeckend Apothekerinnen und Apotheker zu „AMTS-Managern“ geschult werden. Ziel ist, die Therapietreue der Patienten zu erhöhen. „Dafür brauchen wir zum einen besonders gut ausgebildete Apotheker und zum anderen eine multi-professionelle Zusammenarbeit im Gesundheitswesen“, betonte Overwiening.

Unterstützt wird dieses Anliegen auch vom nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium. „Wir stimmen mit Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens darin überein, dass die Apotheken eine zentrale Schnittstelle im Medikationsprozess sind“, kommentierte Overwiening den kürzlich vorgestellten Maßnahmenkatalog der nordrhein-westfälischen Landesgesundheitskonferenz. „Bei uns sollten möglichst alle verordneten Arzneimittel und die Selbstmedikation erfasst werden.“ Außerdem gelte es für alle Gesundheitsberufe, die Kommunikation mit den Patienten zu verstärken.

Ebenfalls Thema im Apothekerparlament: die sinkenden Apothekenzahlen. Die Kammer beobachte diese Entwicklung „mit Besorgnis“: 16 Neueröffnungen stünden in diesem Jahr 69 Schließungen gegenüber. Damit werde die Zahl der Apotheken in Westfalen-Lippe bis zum Jahresende voraussichtlich von 2.184 auf 2.131 sinken. „Das ist der niedrigste Wert seit 1983“, so Kammergeschäftsführer Dr. Andreas Walter. Die stärksten Rückgänge gab es in Dortmund (-7) und Herne (-5).


Kirsten Sucker-Sket


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