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IQWiG: HPV-Tests könnten nutzen

BERLIN (ks). Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) führt derzeit im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) eine Nutzenbewertung des HPV-Tests im Primärscreening des Zervixkarzinoms durch. Am 14. Juni hat das Institut seinen Vorbericht vorgelegt. Demnach gibt es einen Anhaltspunkt dafür, dass Frauen von einem HPV-Test profitieren können.

Zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs bieten die gesetzlichen Krankenkassen eine jährliche zytologische Untersuchung der Zervixschleimhaut an – den sogenannten Pap-Test. Seit bekannt ist, dass Humane Papillomaviren (HPV) der Hauptrisikofaktor für ein Zervixkarzinom sind, diskutieren Experten darüber, ob sich auch ein HPV-Test für das Screening eignet oder einem zytologischen Test sogar überlegen ist. Bislang zahlt die GKV den HPV-Test nur in Ausnahmefällen, etwa bei einem unklaren Pap-Befund.

Nun hat das IQWiG die HPV-Diagnostik im Vergleich zu zytologiebasierten diagnostischen Testverfahren unter die Lupe genommen. Dazu hat das Institut aktuelle vergleichende Studien ausgewertet. In die Bewertung einbezogen wurden insgesamt sechs randomisierte kontrollierte Studien, die in Finnland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und in Schweden durchgeführt worden sind. Insgesamt 235.613 Frauen waren für die Studien rekrutiert worden, um sie in wenigstens zwei Screeningrunden im Abstand von mindestens drei Jahren auf Vorstufen des invasiven Zervixkarzinoms zu untersuchen. In der Gesamtschau der Studienergebnisse sehen die Wissenschaftler des IQWiG einen Anhaltspunkt dafür, dass mithilfe des HPV-Tests Krebsvorstufen früher erkannt und behandelt werden können und Gebärmutterhalskrebs in der Folge seltener auftritt. Sowohl was Krebsvorstufen als auch invasive Karzinome betrifft war die Zahl der Diagnosen in der zweiten Screeningrunde in der HPV-Gruppe niedriger als in der Gruppe der Frauen, die in der ersten Screeningrunde allein mit einem zytologiebasierten Verfahren untersucht worden waren.

Das IQWiG weist darauf hin, dass die Kategorie "Anhaltspunkt" ausdrückt, dass bestimmte Mindestanforderungen an die vorliegenden Studien zwar erfüllt, Aussagen zu Nutzen und Schaden aber dennoch nur mit niedriger Sicherheit möglich sind. So seien Aussagen zum Gesamtüberleben, zu der durch den Gebärmutterhalskrebs bedingten Sterblichkeit oder zur Lebensqualität nicht möglich, da zu diesen Kriterien in den Studien keine bzw. keine verwertbaren Daten erhoben wurden. Das gelte auch für einen möglichen Schaden. Ein solcher Schaden kann beispielsweise dann entstehen, wenn Vorstufen, die sich von alleine wieder zurückgebildet hätten, behandelt werden. Aber auch unnötige diagnostische Maßnahmen infolge falsch positiver Test-Ergebnisse, wie beispielsweise die Entnahme von Gewebsproben, können den Patientinnen schaden.

Zu dem IQWiG-Vorbericht "Nutzenbewertung des HPV-Tests im Primärscreening des Zervixkarzinoms" können nun bis zum 12. Juli 2011 Stellungnahmen abgegeben werden. Bleiben dann noch Fragen offen, werden die Stellungnehmenden zu einer mündlichen Erörterung eingeladen. Danach wird der Vorbericht überarbeitet und als Abschlussbericht an den Auftraggeber G-BA weitergeleitet.

Ein Überblick über Hintergrund, Vorgehensweise und weitere Ergebnisse des Vorberichts findet sich auf der Webseite des IQWiG (www.iqwig.de) in der Rubrik "Projekte und Ergebnisse".



DAZ 2011, Nr. 24, S. 29

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