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Premiere: Erste Präsidentin in der Geschichte des BPhD

Die 101. Bundesverbandstagung (BVT) des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden in Deutschland e.V. (BPhD) fand in Heidelberg vom 3. bis 5. November statt. Eine Besonderheit dieser BVT war der umfangreiche Generationswechsel : Sechs Vorstandsmitglieder hatten ihre Ämter zur Verfügung gestellt. Zur neuen Präsidentin wurde Sina Heintz aus München gewählt.

Past President Ole Goos übergibt nach einer sehr erfolgreichen Amtsperiode von zwei Semestern einen politisch gestärkten Bundesverband an seine Nachfolgerin. Sina Heintz ist die erste Präsidentin in der Geschichte des BPhD. Sie studiert Pharmazie an der Universität München und ist derzeit im 3. Semester. Themen auf der BVT waren die aktuellen Ereignisse in der Gesundheitspolitik sowie die Position des BPhD dazu, die Intensivierung der interdisziplinären Zusammenarbeit von Pharmazie- und Medizinstudenten und die Umsetzung der klinischen Pharmazie an den Universitäten. In einem Workshop mit Patrick Schäfer von der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg zum Thema Praktisches Jahr (PJ) kritisier–ten die angehenden Apotheker, dass sie häufig von den Apothekenleitern unvorbereitet in den Verkauf geschickt werden; bei rechtlichen Fragen fühlen sie sich oft allein gelassen.

Bessere Vorbereitung auf das PJ gewünscht Der Informa–tionsbedarf der Studenten bei Antritt des PJ ist hoch. Fragen wie Was muss ich im PJ lernen? Wie finde ich die richtige Ausbildungsstätte? Wie ist das mit Gehalt, Urlaub, Versicherungspflicht? sind Dauerbrenner. Eine vorbereitende Veranstaltung einige Tage vor dem Beginn des PJ sollte angeboten werden, forderte ein Student. Der Umstieg von der Theorie zur Praxis fällt in der ersten Zeit sehr schwer. Die Apothekerkammern haben Schwierigkeiten, die Absolventen der Universitäten mit ihren Seminaren zum praktischen Apothekenalltag zu erreichen, erklärte Schäfer. Hier wären noch Verbesserungen möglich. ADEXA wird künftig entsprechende Informationen auf der Webseite zur Verfügung zu stellen. '

Kommentar - Die aktuellen Reformbestrebungen im Apothekenwesen Bei diesem ganzen Verfahren bedauere ich sehr, dass über solche einschneidenden Eingriffe in das deutsche Gesundheitswesen und die Arzneimittelversorgung nicht offen und unabhängig diskutiert wird. Stattdessen muss man fassungslos zur Kenntnis nehmen, dass diese Diskussion durch Winkelzüge mit geheimen Gutachten und deren Präsentation auf inszenierten Pressekonferenzen, stellvertretende Prozesse und sogar durch Bruch von geltendem nationalem Recht umgangen wird. Wird es den Bürgern unseres Staates, die es ja letztlich betrifft, gerecht, wenn Gerichte über eine Sache von elementarer Bedeutung für das deutsche Apotheken- und Gesundheitswesen entscheiden? Hätte man diese nicht besser fachlich und vor allem gesundheitspolitisch vor einer breiten Öffentlichkeit diskutiert? [...] Der Schritt zu Apothekenketten würde die Arzneimittelversorgung in Deutschland deutlich ändern. Apotheken sind derzeit freiberuflich geführte und unabhängige Elemente des Gesundheitswesens. Durch diese Freiheit kann gewährleistet werden, dass Patienten eine neutrale und fachlich fundierte Arzneimittelberatung erfahren. Dass eine fachlich fundierte Beratung auch bei Ketten erfolgen kann, möchte ich sicher nicht bezweifeln, nur bei der Frage, ob sie immer unabhängig ist, ist ein wenig Skepsis angebracht spätestens wenn Apotheken vertikal mit Großhandlungen und Arzneimittelherstellern verbunden sind, sei es durch Konzernstrukturen oder durch gegenseitige Beteiligungen. Eine solche einseitige Beratung könnte die Leistungsfähigkeit der Apotheken als wichtiger Bestandteil des Gesundheitswesens deutlich reduzieren. Weiterhin ist auch fraglich, ob auf Dauer eine weitere Liberalisierung des Arzneimittelmarktes wirklich zu den erhofften Einsparungen führen würde. Deutlich ist aber, dass hierdurch mehr Möglichkeiten zu unmoralischen profit-orientierten Eingriffen in die bisher unabhängige Arzneimittelberatung ermöglicht werden.

Ole Goos, Past President des BPhD past-president@bphd.de

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