Prisma

Sicherheit auf Kosten der Libido

Neben den bekannteren Nebenwirkungen der Pille wie Thrombosen oder Gewichtszunahme existiert mit der Abnahme der weiblichen Libido eine weitere Nebenwirkung, über die weitaus seltener gesprochen wird. War man bislang der Meinung, dass eine sexuelle Dysfunktion nach Absetzen der Pille reversibel ist, so sind diesbezüglich Zweifel aufgetreten.

Die oralen Kontrazeptiva hemmen die Produktion von Testosteron in den Eierstöcken und steigern gleichzeitig den Gehalt an sexualhormonbindendem Globulin (SHBG). Bislang ist unklar, wie weit verbreitet eine daraus resultierende sexuelle Dysfunktion – darunter die Abnahme des sexuellen Verlangens und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr – ist. Das Team um I. Goldstein und C. Panzer von der Boston University untersuchten 125 junge Frauen, die aufgrund einer sexuellen Dysfunktion eine Klinik aufgesucht hatten. 62 von ihnen nahmen zu der Zeit die Pille, 40 hatten sie früher einmal genommen und 23 hatten sie niemals geschluckt. Ein Jahr lang wurden alle drei Monate die SHBG-Werte der Frauen bestimmt.

Verglichen zu denjenigen, die die Pille niemals genommen hatten, war bei den Frauen, die auf diese Weise verhüteten, der Level siebenmal so hoch. Bei denjenigen, die die Pille abgesetzt hatten, war der Level immerhin noch drei- bis viermal so hoch. Möglicherweise ist somit eine sexuelle Dysfunktion nicht vollständig reversibel. ah

Quelle: www.newscientist.com, Meldung vom 27. 5. 2005

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