Österreich

Gefälschtes Ozempic hat ersten Krankenhausaufenthalt zur Folge

Stuttgart - 19.10.2023, 17:30 Uhr

Nach aktuellem Wissensstand handelt es sich bei den mutmaßlichen Fälschungen um Ozempic®-Packungen der Stärke 1 mg. Doch es könnten auch andere Stärken betroffen sein. (Symbol-Foto: Natalia / AdobeStock)

Nach aktuellem Wissensstand handelt es sich bei den mutmaßlichen Fälschungen um Ozempic®-Packungen der Stärke 1 mg. Doch es könnten auch andere Stärken betroffen sein. (Symbol-Foto: Natalia / AdobeStock)


In der vergangenen Woche haben Ozempic-Fälschungen für Schlagzeilen gesorgt. Was genau die gefälschten Produkte enthalten, ist weiterhin nicht bekannt. Dennoch wurde seit Bekanntwerden in Deutschland vor einer „erheblichen Gesundheitsgefährdung“ durch die Pens gewarnt. In Österreich hat jetzt eine Fälschung zu einem Krankenhausaufenthalt geführt.

Vergangene Woche wurde bekannt, dass eine große Zahl von mutmaßlich gefälschten Ozempic®-Pens, die ein deutscher Pharmagroßhändler vertrieben haben soll, von einem österreichischen Großhändler stammen. „Der Ozempic-Fälschungsfall ist einer der ersten Fälle, bei dem mithilfe des Serialisierungssystems eine Fälschung in der legalen Lieferkette auf Großhändlerebene identifiziert wurde. So konnte sichergestellt werden, dass – nach jetzigem Erkenntnisstand – keine Packung der Arzneimittelfälschung die deutschen Apotheken und damit die Patientinnen und Patienten erreicht hat“, erklärte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergangene Woche auf Nachfrage der DAZ. 

Welche genaue Gesundheitsgefahr von den Pens ausgeht, wenn sie tatsächlich Patient:innen erreichen, wurde nicht bekannt gegeben – von der Anwendung der gefälschten Pens wurde jedoch dringlich abgeraten.

Jetzt informiert das österreichische Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), „dass es inzwischen bereits Ozempic®-Fälschungen gibt, die Patient:innen in Österreich erreicht haben. Dem BASG liegt eine erste Meldung vor, dass ein:e Patient:in nach der Anwendung von mutmaßlich gefälschtem Ozempic® im Krankenhaus behandelt werden musste“. Was in den Pens enthalten ist, ist noch immer nicht bekannt. Weiterhin heißt es, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass ein betroffenes Produkt von legalen Apotheken an Patient:innen abgegeben wurde.

Gefälschte Ozempic®-Fertigpens seien wie bereits bekannt von dem echten Ozempic® leicht anhand von bereitgestellten Fotos zu unterscheiden. Allerdings geht das BASG davon aus, „dass es auch Fälschungen von Ozempic® gibt, die anders aussehen oder nicht als Fertigpen angeboten werden. Auf der Außenverpackung ist die Fälschung nur schwer oder gar nicht erkennbar“, heißt es.

Literatur 

Mitteilung des österreichischen Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG). Warnung vor gefälschtem Ozempic® – Update 19.10.2023. www.basg.gv.at/marktbeobachtung/amtliche-nachrichten/detail/update-zur-warnung-vor-gefaelschtem-arzneimittel-ozempicr-1 


Deutsche Apotheker Zeitung / dm
redaktion@daz.online


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