Lancet fordert Antworten

Wissenschaftler kritisieren russische Studie zu Corona-Impfstoff

Berlin - 18.09.2020, 10:30 Uhr

Das ist der Stein des Anstoßes: der russische Impfstoff gegen COVID-19 namens Sputnik V. (Foto: imago images / Xinhua)

Das ist der Stein des Anstoßes: der russische Impfstoff gegen COVID-19 namens Sputnik V. (Foto: imago images / Xinhua)


Impfstoff wird in Indien getestet

Russlands Staatsfonds und eine indische Pharmafirma haben derweil abgemacht, dass sie 100 Millionen Dosen eines potenziellen Corona-Impfstoffes in Indien verteilen wollen. Sollten Tests mit dem Impfstoff „Sputnik V“ erfolgreich ablaufen und indische Behörden ihn zulassen, könnte der Impfstoff Ende 2020 in Indien bereitstehen, hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung des Russian Direct Investment Fund und der indischen Pharmafirma Dr. Reddy's Laboratories Limited am Mittwoch. Russische Behörden hatten den Impfstoff bereits zugelassen, noch bevor Tests an Menschen abgeschlossen waren. Dadurch gerieten sie international in Kritik.

Die indische Pharmafirma soll nun laut Mitteilung Phase-III-Tests in Indien durchführen, die die Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs für die indische Bevölkerung prüfen sollen. Diese Tests würden für eine mögliche Zulassung in Indien benötigt.

Sauerstoff wird knapp

In Indien gibt es fünf Millionen bekannte Corona-Fälle. Das sind weltweit die zweitmeisten registrierten Infektionen. Nur in den USA gibt es mehr. In absoluten Zahlen gerechnet steigen die bekannten Neuinfektionen in der südasiatischen Nation seit Wochen schneller als in jedem anderen Land. Innerhalb eines Tages kamen mehr als 90.000 neue Fälle dazu, in der vergangenen Woche rund 600.000, wie offizielle Zahlen zeigen.

Auch gibt es anders als in den USA keinen Hinweis auf ein Abflachen der Kurve. Inzwischen berichten örtliche Medien auch, dass in mehreren Regionen der medizinische Sauerstoff für Patienten knapp wird. Einige sollen deshalb gestorben sein.



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