Präsidenten-Video in der Corona-Krise

Schmidt: BMG muss Abweichungen von Apothekenvorschriften ermöglichen

Berlin - 19.03.2020, 11:15 Uhr

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt erklärt das Krisenmanagement der ABDA. (t/Quelle: ABDA / YouTube)

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt erklärt das Krisenmanagement der ABDA. (t/Quelle: ABDA / YouTube)


Retax-Erleichterungen gefordert

Was die Arzneimittelengpässe betrifft, so erklärt der ABDA-Präsident, dass zu den klassischen Lieferengpässen, die Apotheken bereits seit langem begleiten, nun zwei weitere Ursachen hinzugetreten sind. Das sind zunächst die „irrationalen Hamsterkäufe unserer Patienten“. Doch es gebe mittlerweile auch einige Arzneimittel, die zur Therapie oder Prävention für Covid-19 diskutiert würden – auch diese Präparate seien zunehmend betroffen.

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Erleichterungen ohne Retax-Risiko

Für Schmidt ist daher klar: Es sind ganz schnell Erleichterungen beim Rahmenvertrag und den Abgabevorschriften notwendig. Um die Versorgung sicherzustellen, müssten Apotheken leichter substituieren können, sie müssten stückeln und Packungsgrößen ändern können – und zwar ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand und das Risiko von Retaxationen.

Und so habe die ABDA genau das dem Bundesgesundheitsministerium empfohlen: Es soll eine grundsätzliche Ermächtigung erlassen, damit die Apotheker mit den Kassen Maßnahmen ergreifen könnten. Darüber rede man schon „seit Tagen und Wochen“ – und es gebe bereits erste Erfolge: Die ersten Krankenkassen hätten ohne auf den Gesetzgeber zu warten für Erleichterungen gesorgt und verzichten auf die Umsetzung von Rabattvertragsvorschriften. „Das ist gut und richtig, aber das reicht natürlich nicht“, sagt Schmidt. Was nötig sei, sei Einheitlichkeit – denn sonst wird es schwierig für die Apotheken bleiben. 

Leicht wird die nächste Zeit für die Apotheken ohnehin nicht. Doch Schmidt lässt sich auch von kritischen Stimmen nicht beirren und bleibt zuversichtlich, dass eine sichere und angemessene Arzneimittelversorgung gewährleistet bleiben kann. „Dafür brauchen wir Sie alle“, so Schmidt, mit Kraft, Entscheidungsfreude und dem Mut, Patienten auch unpopuläre Entscheidungen zu erklären.



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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2 Kommentare

Die Politik...

von Michael Weigand am 19.03.2020 um 11:51 Uhr

....sollte mal was ganz anderes realisieren, aber von diesen Forderungen haben wir uns ja selbst verabschiedet....schön blöd...

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Irrsinn

von Karl Friedrich Müller am 19.03.2020 um 11:29 Uhr

so langsam regt mich die Bürokratie für die KK richtig auf. Was da ZEIT verplempert wird!!! Nur für die "richtigen" Nummern, Recherchen unsw....
MANN!!!!
Aks hätten wir nichts Anderes zu tun. Wertvolle Zeit, die verloren geht für unsere Kunden für den Service, Betreuung,
Ein übles System, die Kassen machen wohl Homeoffice und wir halten unseren Hintern hin!!
Das muss aufhören!!

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