Internationaler Tag der Patientensicherheit

Mit digitalen Werkzeugen zu mehr Patientensicherheit

Berlin - 17.09.2018, 13:45 Uhr

Tag der Patientensicherheit: Die Digitalisierung kann eine Chance für den Ausbau der Patientensicherheit sein, meint das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS). Auch Apotheken können dazu beitragen. (b / Foto: Imago)

Tag der Patientensicherheit: Die Digitalisierung kann eine Chance für den Ausbau der Patientensicherheit sein, meint das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS). Auch Apotheken können dazu beitragen. (b / Foto: Imago)


Die Patienten wollen die Digitalisierung

Dem Aktionsbündnis ist auch bewusst, dass die fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen nicht nur Vorteile, sondern auch Risiken birgt. „Wenn die Medikamentendosis für einen Patienten beispielsweise falsch berechnet wurde oder Persönlichkeitsrechte nicht ernst genug genommen werden, kann das zu ernsthaften Problemen führen“, sagt Hardy Müller, Geschäftsführer des APS. Daher sieht es das Aktionsbündnis auch als seine Aufgabe, die Digitalisierung kritisch zu begleiten – damit sie am Ende doch segensreich sein kann. Zu bedenken ist laut Ruth Hecker auch: Die Patienten wollen die Digitalisierung.

Ein Kernstück des heutigen Aktionstages sind kostenlose Informationsbroschüren. Neben dem bereits bekannten Patientenratgeber, der erklärt, was bei einem Verdacht auf Behandlungsfehler zu tun ist, gibt es nun auch eine an Patienten gerichtete Handlungsempfehlung und eine Checkliste für die Nutzung von Gesundheits-Apps. Eine weitere Handlungsempfehlung zum Thema Digitalisierung und Patientensicherheit unter dem Blickwinkel des Risikomanagements richtet sich an alle in der Gesundheitsversorgung tätigen Berufsgruppen. Laut François-Kettner ist das Interesse an den Broschüren groß, es wurden mehr bestellt als erwartet. Ausdrücklich dankte François-Kettner in diesem Zusammenhang auch den Apotheken, die mit dafür sorgen, dass die Informationen verbreitet werden.

Vor-Ort-Apotheke: Kernkompetenz Medikamentensicherheit

Auch in vor-Ort Apotheken werden digitale Werkzeuge zur Verbesserung der Patientensicherheit wie etwa Datenbanken für Medikations-Checks seit längerem intensiv genutzt. Darauf machen Apotheker im Oberbergischen Kreis in dieser Woche aufmerksam. „In der Aktionswoche werden wir unsere Patienten verstärkt über zentrale Leistungen der Apotheken für eine sichere Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung in Zeiten der Digitalisierung informieren“, sagt Martina Dammüller, Pressesprecherin der Apotheker im Oberbergischen Kreis gegenüber der Rheinischen Post. „Fragen Sie in Ihrer Apotheke einfach nach, ob sich Ihre Medikamente vertragen“, rät Dammüller den Patienten, die mehrere Arzneimittel einnehmen.

Zusätzlich zu den technischen Errungenschaften ist die persönliche Apothekenberatung nach wie vor eine tragende Säule der Arzneimittelsicherheit. Denn technische Werkzeuge sind kein Selbstläufer, sondern müssen für den richtigen Zweck genutzt werden. So bringe der wachsende Internethandel mit Arzneimitteln auch Risiken mit sich, die in der Bevölkerung zu Verunsicherung führen „Die inhabergeführte Apotheke vor Ort ist und bleibt der sicherste Bezugspunkt für Arzneimittel und trägt damit ganz besonders zur Patientensicherheit bei“, so die Apothekerin, die zudem große Hoffnungen in das Securpharmprojekt legt.



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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