Arzneiversorgung

Apotheker sollen selbstbewusster agieren

Berlin - 13.11.2014, 16:06 Uhr


Aus Sicht der Patienten müssten Ärzte, Apotheker und Pfleger mehr miteinander kommunizieren, um die Arzneiversorgung zu verbessern. Dabei sollten Apotheker bei problematischen Verordnungen offensiver sein: „Es darf kein Tabu sein, über Auffälligkeiten bei einer Verordnung zu reden“, findet Hedwig François-Kettner vom Aktionsbündnis Patientensicherheit. Apotheker dürften sich „mit ihrem Expertenwissen nicht verstecken“ – es gehe um Patientennutzen und -sicherheit.

An sich nähmen Apotheken mit ihrem Expertenwissen eine sehr wichtige Rolle bei der Versorgungssicherheit ein, erklärt François-Kettner. Sie könnten ihr Wissen direkt an den Patienten weitergeben. Allerdings bedeute die große Informationsflut hierzulande leider nicht unbedingt, dass Sachverhalte bei den Patienten (richtig) ankämen. Apotheker sollten bei möglichen Inkompatibilitäten oder Wechselwirkungen außerdem noch stärker beim verschreibenden Arzt intervenieren. „Das geschieht schon, aber noch nicht oft genug.“

Auf dem Apothekertag wurde diskutiert, wie Apotheker sich künftig in ein interdisziplinäres Medikationsmanagement einbringen und wie die Kooperation zwischen Arzt und Apotheker aussehen kann – „ein längst fälliger Schritt“, findet François-Kettner. Jetzt gehe es darum, das dazu nötige Know-how in Ausbildung und Fort- und Weiterbildung beider Berufsgruppen einzubetten. Am besten wäre es ihrer Meinung nach, wenn beide Berufsgruppen bereits in der Ausbildung zumindest stellenweise gemeinsam lernen würden.

Für wichtig hält sie außerdem, dass vorhandenes Wissen künftig transparenter gemacht wird, etwa indem Daten und Beispiele gesammelt und kommuniziert werden, bei denen etwas falsch läuft. „Das mögen Einzelfälle sein, die aber bei häufigem Auftreten dann doch zeigen, wo Handlungsbedarf ist. Hier könnten Apotheker meines Erachtens noch offensiver sein.“ Darüber hinaus sei ein „Machtwort der Politik“ bei der elektronischen Gesundheitskarte erforderlich, schließlich sei sie „die Grundlage für Transparenz und interkollegialen Dialog, der für ein bundesweit sicheres Medikationsmanagement nötig ist“.

Zum vollständigen Interview kommen Sie über diesen Link.


DAZ.online


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