Die letzte Woche 

Mein liebes Tagebuch

05.08.2018, 07:45 Uhr

Ein Gläschen auf den Nachtdienstfonds! ( r / Foto: Andi Dalferth)

Ein Gläschen auf den Nachtdienstfonds! ( r / Foto: Andi Dalferth)


31. Juli 2018

Die FDP hat es uns mehrfach wissen lassen: Sie ist gegen ein Rx-Versandverbot. Sie will stattdessen einen Strukturfonds für Landapotheken. Und klar, das Fremd- und Mehrbesitzverbot soll auch gleich mit abgeschafft werden. So weit, so schlecht und alles typisch FDP. In einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung wird diese Denke nun ausgebaut: Die FDP will die Bundesregierung mit Fragen zu den Handelsbeziehungen mit den Niederlanden darauf aufmerksam machen, ob ein Rx-Versandverbot nicht im Widerspruch zum freien Warenverkehr und dem europäischen Richtlinien für den Internethandel stehe. Mein liebes Tagebuch, da zieht die FDP alle Register und macht sich sogar Sorgen um den Handel mit den Niederlanden. Ach, du meine Güte! Wie wär’s denn mal mit ein bisschen mehr Respekt vor den deutschen Apotheken und ihrer Leistung? Zählt für die FDP das Wohl der pseudoniederländischen Versender mehr als das von 19500 Vor-Ort-Apotheken? Übrigens, die Antwort der Bundesregierung auf diese Anfrage war, wie zu erwarten, nebulös und vage: Man wolle sich für ein Rx-Versandverbot einsetzen, aber der Meinungsbildungsprozess sei noch nicht abgeschlossen. Bla bla bla, ist langsam unerträglich. 


Eine einfache Geburt war’s seinerzeit nicht. Aber die Mühen und Wehen haben sich gelohnt: Der mittlerweile fünf Jahre alte Nacht- und Notdienstfonds hat allen Grund zu feiern. Die damalige Bundesregierung mit Daniel Bahr als Gesundheitsminister (ja, damals hatte die FDP noch Sachverstand und Verständnis für Apotheken), hat mit dem Apothekennotdienstsicherstellungsgesetz (ANSG) eine zielgerichtete Fördermaßnahme für den von manchen Apothekers nicht sonderlich geliebten Nachtdienst geschaffen, bisher einmalig in der Struktur. Über den Nachtdienst mag zwar immer noch der eine oder andere jammern, immerhin wird er jetzt ein wenig versüßt. 565 Mio. Euro wurden in den fünf Jahren über den Festzuschlag von 16 Cent pro Arzneipackung eingenommen und 554 Mio. Euro an die Apotheken ausgeschüttet, nach Abzug von 11 Mio. Euro Verwaltungskosten. 269 Euro durchschnittlich werden pro Nachtdienst an eine Apotheke ausgeschüttet. Der Geschäftsführer des Nacht- und Notdienstfonds (NNF), Rainer Gurski, spricht von viel „Leidenschaft und Herzblut“, mit denen der NNF sein Team und er die Apotheken unterstützt habe. Mein liebes Tagebuch, in der Tat, die Apotheken konnten sich immer auf den NNF verlassen, auf die sachgerechte Verarbeitung der Daten und die Auszahlungen. Da darf man schon mal dran erinnern. Und nicht zu vergessen, was Gurski am Ende seiner Mitteilung sagt: „Eine Überprüfung des Festzuschlags zur Finanzierung der Notdienstpauschalen wäre nach nunmehr fünf Jahren an der Zeit.“ Wie wahr, mein liebes Tagebuch! 



Peter Ditzel (diz), Apotheker / Herausgeber DAZ
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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Rückblick auf das Jahr 2018 

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7 Kommentare

NN-Fonds

von Heiko Barz am 06.08.2018 um 12:05 Uhr

Änderungen in der Wortwahl.
Bei der Betrachtung des NN kommt immer der Begriff :
„ Ausschütten“ des Fonds.
ich finde diese Wortwahl irreführend, wenn man bedenkt, in welchen Zusammehängen dieses Wort gebraucht wird. Dividenden werden ausgeschüttet.
Aber die durch den NN-Fonds ausgezahlten Gelder sind die grenzwertige Mindestbezahlungen für NN.

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PTA ausbildung

von Dr.Diefenbach am 05.08.2018 um 17:55 Uhr

Im Zuge des politischen Geschehens geht das in Teilen leider unter:Längst überfällig ist hier ein Kurswechsel .Längere Ausbildung,dual ausgerichtet,es gibt außer den PTAs kaum eine Ausrichtung im Gesundheitswesen,die nicht drei Jahre bis zum Abschluss unterrichtet werden.Die Weiterqualifikation muss außerdem diskutiert werden.Das heikle "Vertretungsthema"kommt sowieso wieder.Dass das viele nicht ansprechen wollen,ist ja bekannt.Nur:Wie soll der Fachkräftemangel eigentlich behoben werden?ich rege da mal eine DISKUSSION an:Es ist doch sinnvoller,eine voll in der Praxis stehende PTA(w/m-sonst meckert noch jemand) diesbezüglich einzusetzen statt oft auf Vertretungen zurückgreifen zu müssen,die einen Betrieb vor Ort uU gar nicht kennen.Und noch was :Etliche PTAs sind doch den Pharnazeuten im HV ebenbürtig.Diese Meinung passt vielen nicht,sie stimmt aber dennoch!Ich bin gespannt ob die ABDA das Thema auch langfristig negiert.Ich weiß aus eigener Erfahrung um die diesbezügliche Denkblockade von Seiten der GF.Könnte genauso desaströs verlaufen wie die Sache 2hm....

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AW: PTA ausbildung

von Thomas Kerlag am 07.08.2018 um 8:28 Uhr

Her Dr. Diefenbach ist der Ansicht, dass die PTA schon jetzt dem Apotheker ebenbürtig ist. Konsequenterweise sollte die Pta nach einer Erweiterung der Ausbildung erst recht den Apotheker anweisen. Das ist für ihn schön, da er seine Apotheken organisiert, die Rezeptur und den Handverkauf aber PTA fûr billiges Geld schmeißen.
Da stellt sich die Frage, warum die PTa nicht gleich die Betriebserlaubnis bekommen sollte und das große Geld verdient.
Wenn seine Frau PTa ist, dann kann er unvermisst Golf spielen gehen. Wenn nicht, bleibt noch seine Umschulung zur PTA.
Im Ernst. Gibt es solche Kommentare zu paramedizinischen Berufen von Ärzten?
Meines Wissens nach sind PTa sehr stark von den Inhouse Schulungen der Industrie und deren Hochglanzprospekten geprägt.
Wo ist den das Betätungsfeld für den Akademiker.
Medikationsmanagement etc. das den Bildungsunterschied zeigt. Da weiterzukommen haben es die Apotheker über Jahrzehnte nicht geschafft. Aber Entschuldigung. Wenn es z.B. um eine Wechselwirkung mit QT Zeitverlängerung geht, sehe ich schon meinen Wissensvorsprung.
Und in diesen Pool verwirrt, versierter Apotheker will Kiefer mehr angestellte Apotheker Hineinzwingen. Aber bitte ohne aufwendige Ausbildung, die sogleich ohne Ansehenzuwachs brachgelegt wird.

was nicht erwähnt wird

von Karl Friedrich Müller am 05.08.2018 um 9:54 Uhr

und uns doch auch betrifft:
Das Pflegegesetz.
Mehr Pflegekräfte, die auch noch mehr verdienen sollen.
Bezahlt von der Krankenkasse.
Und keiner reagiert?
hier werden für gesamtgesellschaftliche Aufgaben einmal mehr nur der Beitragszahler zur Kasse gebeten. Weil eben mal viel Geld in der Kasse ist.
Das ist schon wieder ein Mißbrauch der Krankenkassen.
Und was ist, wenn das Geld verballert ist?
Beitragssteigerung? Eher nicht- und dann kann man raten, wo gespart wird.
Eine bessere Pflege ist notwendig. Keine Frage. Aber die Finanzierung ist so unmöglich.

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Heute morgen!

von Ulrich Ströh am 05.08.2018 um 8:52 Uhr

Heute morgen beim Bäcker:

Der Apotheker reibt sich die Augen:

Schlagzeile der Welt am Sonntag:
Sichere Arzneimittel nicht zum Schnäppchenpreis !

Dazu ein Artikel im Wirtschaftsteil über
einen- Kranken - Markt...
Und Einschätzungen vom Pharmakologen
Fritz Sörgel,die jeder Leser versteht.

Man sieht ,es geht doch.
Man muss es nur wollen !

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AW: Heute morgen und die letzten Tage

von gabriela aures am 05.08.2018 um 10:23 Uhr

...und wenn wir jetzt noch die Beschwerden der KUNDEN auf der FB-Seite einer großen Versandapotheke in den NL über „heiße Ware“ und ungefragten Austausch von AMs lesen, (auf die Seite gehen, links den Unterpunkt „Community“ anklicken und mal lesen...) sind das eine einzigartige Chancen, hier belegt, sichtbar und nachvollziehbar mit Arzneimittelsicherheit und Compliance zu argumentieren.
Seltsam, daß die GrünInnen als Grundsatzbetroffene oder Frau Sabine Dittmer als Ärztin aber vielsagend schweigen....

AW: Temperaturführung/DocMo

von Dr. Christian Meisen am 05.08.2018 um 18:11 Uhr

Liebe Gaby, liebe Kollegen/innen
....man sollte den "Blog" ruhig nutzen, um den pharm. Laien aufzuklären. Soeben an passender Stelle "einkommentiert:

Die Temperaturführung in der Lieferkette(Hersteller-Großhandel-Apotheke) und Lagerung ist alles andere als trivial! Als Ex-Industrieapotheker und seit 25 Jahren niedergelassen, weiß ich um den Aufwand bei den Herstellern (Ablagern in verschiedenen Klimazonen, danach Qualitätskontrolle und Erfüllung der Spezifikationen), danach Meldung an die Behörden und Erteilung der Zulassung mit Lagertemperatur und Verfallsdatum. Bei empfindlichen Wirkstoffen kann es bereits nach 10 Stunden (und früher) ausserhalb des zugelassenen Temperaturbereichs zu Veränderungen kommen, wie Wirkungsverlust, Bildung von giftigen Metaboliten usw. . Während in der niedergelassenen deutschen Apotheken an allen Ecken und insbesondere in den Kühlschränken Temperaturlogger aufzustellen sind, welche ausgelesen auf Verlangen den Aufsichtsbehörden vorgelegt werden müssen, scheint dies für den Versand aus Holland in dieser Form nicht zu gelten. Auch unsere Großhandlungen mussten Ihre Fahrzeugflotten komplett umrüsten, damit auch auf kurzem Weg die Lagertemperaturen eingehalten werden.
Dies zur Info.
MfG
Dr. Christian Meisen

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