Borreliose, FSME und Zeckenentfernung

Zecken – die wichtigsten Fragen und Antworten

Stuttgart - 20.06.2018, 10:00 Uhr

Wenig schön und beliebt: Die Zecke als Überträger von Borrelien und FSME-Viren. (Foto: dpa)

Wenig schön und beliebt: Die Zecke als Überträger von Borrelien und FSME-Viren. (Foto: dpa)


Stechen Zecken oder beißen sie?

Zecken stechen, denn sie verfügen über einen Stech- und Saugapparat. Der besteht aus zwei scherenartigen Mundwerkzeugen (Cheliceren). Mit denen schneiden oder reißen die Zecken die Haut des Wirtes auf. Mit dem Hypostom stechen sie.

Gibt es Stellen, an denen Zecken besonders gerne zustechen?

Zecken suchen sich gerne geschützte Stellen. Hintergrund ist, dass sie mehrere Tage zum Saugen benötigen und Gefahr laufen, dabei „gestört“ zu werden. Bei Menschen bevorzugen sie daher den Haaransatz oder die Ohren sowie Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehle. Aber auch unter enganliegender Kleidung fühlen sie sich offenbar sicher: So sind auch Stiche, wo die Hose aufliegt oder unter dem Uhrenarmband nicht selten.

Die Zecke sticht übrigens nicht sofort zu, wenn sie auf dem Wirt angelangt ist. Sie läuft bis zu einer Stunde oder länger umher, um eine passende Stelle zu finden. Das zeigt, wie essenziell die Wahl der richtigen Stelle für das Überleben der Zecke ist.

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Übertragen alle Zeckenarten Krankheitserreger?

Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) kann Borrelien, FSME und Anaplasmen übertragen. Auwaldzecken (Dermacentor reticulatus) können ebenfalls Krankheiten übertragen, zum Beispiel Babesien, FSME-Viren und Rickettsien. Sie befallen aber selten Menschen. Für Reliktzecken (Haemaphysalis concinna) ist für Deutschland laut RKI noch keine Übertragung von Krankheitserregern beschrieben. Die Zecke gilt aber als Überträger verschiedener Erreger. Auwald- oder Reliktzecken sind selten und machen nach Untersuchungen des Robert Koch-Instituts etwa 1 bis 2 Prozent der Zeckenstiche aus.

Warum ist es wichtig, nach dem Aufenthalt im Freien nach Zecken zu suchen?

Das ist aus mehreren Gründen der Fall. Zum einen stechen Zecken ja nicht sofort zu, sondern suchen erst nach der besten Stelle. Das heißt, man kann sie eventuell noch entfernen, bevor sie stechen. Auch Abduschen kann unter Umständen helfen. Zudem dauert es nach dem Stich ein bis zwei Tage bevor Borrelien übertragen werden. Das rechtzeitige Entfernen vermindert also das Infektionsrisiko. Die Übertragung von FSME-Viren erfolgt dagegen schon innerhalb kurzer Zeit nach dem Stich.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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