Borreliose, FSME und Zeckenentfernung

Zecken – die wichtigsten Fragen und Antworten

Stuttgart - 20.06.2018, 10:00 Uhr

Wenig schön und beliebt: Die Zecke als Überträger von Borrelien und FSME-Viren. (Foto: dpa)

Wenig schön und beliebt: Die Zecke als Überträger von Borrelien und FSME-Viren. (Foto: dpa)


Wie hoch ist das Risiko sich zu infizieren?

Auch in Risiko-Gebieten ist die Gefahr einer Infektion gering, denn auch dort sind nur wenige Zecken mit dem FSME-Virus infiziert. So tragen in Risikogebieten 0,1 bis 5 Prozent der Zecken FSME-Viren in sich. Ein Erkrankungsrisiko nach einem Stich lässt sich nicht ableiten. Oft verläuft die Infektion auch ohne sichtbare oder mit milden Symptomen.

In manchen Gegenden können bis zu 30 Prozent der Zecken Borrelien in sich tragen. Untersuchungen aus Deutschland und der Schweiz zufolge, wurde nach einem Zeckenstich bei 2,6 bis 5,6 Prozent der Betroffenen Borrelien-Antikörper nachgewiesen. Allerdings ist nur ein kleiner Teil der Infizierten erkrankt. Insgesamt ist bei 0,3 bis 1,4 Prozent der Zeckenstiche mit Krankheitssymptomen zu rechnen.

Wenn eine schwangere Frau von einer Zecke gestochen wird, besteht ein Risiko für das Kind?

Bei FSME scheint die Übertragung auf das Ungeborene möglich. Beschrieben wurden  derartige Fälle laut RKI aber bislang nicht. Dasselbe gilt für einen von einer infizierten Mutter gestillten Säugling. Frauen, die in einem FSME-Risikogebiet mit Zecken in Kontakt kommen könnten, sollten möglichst noch vor ihrer Schwangerschaft vollständig geimpft werden, empfiehlt das RKI. Das würde nämlich nicht nur vor einer potenziellen Übertragung von der Mutter schützen, sondern würde  vermutlich auch für einen zumindest vorübergehend ein Nestschutz nach der Geburt sorgen.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ
jborsch@daz.online


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