Borreliose, FSME und Zeckenentfernung

Zecken – die wichtigsten Fragen und Antworten

Stuttgart - 20.06.2018, 10:00 Uhr

Wenig schön und beliebt: Die Zecke als Überträger von Borrelien und FSME-Viren. (Foto: dpa)

Wenig schön und beliebt: Die Zecke als Überträger von Borrelien und FSME-Viren. (Foto: dpa)


Sind Zecken nur im Sommer aktiv? Lassen sie sich von Bäumen fallen? Beträufelt man sie vor dem Entfernen mit Öl oder Klebstoff? Zum Thema Zecken kursieren viele Unwahrheiten und Mythen, mit denen man auch in der Apotheke immer wieder konfrontiert wird. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Zecken zusammengestellt.

Was sind Zecken eigentlich für Tiere?

Ist von Zecken die Rede, ist in der Regel der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) gemeint – die häufigste Zeckenart. Er zählt zu den Schildzecken, die wiederum zu den Milben gehören. Letztendlich sind Zecken also Spinnentiere (Arachnida) und zudem temporäre Ektoparasiten. Ixodes ricinus erreicht durchschnittlich Größen zwischen 2,5 und 4,5 Millimeter, wobei die Weibchen meist größer sind. Mit ihren vier Beinpaaren bewegen sie sich langsam vorwärts – etwa 5 bis 8 Meter pro Stunde. Der Gemeine Holzbock macht im Laufe seines Lebens drei Entwicklungsschritte durch: von der Larve über die Nymphe zur adulten Zecke. Der Stadiumswechsel erfolgt immer nach einer Blutmahlzeit.

Neben dem Gemeinen Holzbock gibt es weitere Arten, zum Beispiel die Taubenzecke (Argas reflexus), die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), die Igelzecke (Ixodes hexagonus) oder die Schafzecke (Dermacentor marginatus), die jedoch nur selten beziehungsweise die Taubenzecke nur gelegentlich Menschen befallen.

Im Folgenden soll es, soweit nicht anders erwähnt, auch um den Gemeinen Holzbock gehen.

Fallen Zecken von Bäumen?

Nein, tun sie nicht. Sie sitzen im Gras, auf Buschzweigen und im Unterholz. Kommen Warmblüter wie Hunde oder Menschen vorbei, lässt sich die Zecke abstreifen. Das 2- bis 3-jährige Leben des Gemeinen Holzbocks besteht fast ausschließlich aus Warten und Lauern.

Gibt es eine Zeckensaison?

Zecken sind ab einer Temperatur von 8 Grad aktiv. Langanhaltende Trockenheit bremst zumindest den Gemeinen Holzbock, der Borrelien und FSME übertragen kann, in seiner Aktivität. Die Übertragungswahrscheinlichkeit dieser Krankheiten hängt mit der Aktivität der bakterien- beziehungsweise virustragenden Zecken zusammen. Bei warmer Witterung können Infektionen vereinzelt auch im Winter auftreten.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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