Corona und Klimawandel

So viele FSME-Infektionen wie nie

Stuttgart - 11.03.2021, 14:15 Uhr

Ein neuer Rekord bei FSME-Infkektionen, was haben Corona und der Klimawandel damit zu tun? (s / Foto: Smileus / stock.adobe,com)

Ein neuer Rekord bei FSME-Infkektionen, was haben Corona und der Klimawandel damit zu tun? (s / Foto: Smileus / stock.adobe,com)


Das RKI meldet einen neuen Höchststand bei FSME-Infektionen im letzten Jahr: 705 Menschen infizierten sich nachweislich mit dem Virus, in den Jahren zuvor waren es im Schnitt 300 gewesen. Mitverantwortlich könnte Corona sein und der Klimawandel.

Exakt 705 bestätigte Fälle – so lautet der neue Rekordwert, der 2020 bei den FSME-Erkrankungszahlen erreicht wurde. Das sind so viele wie noch nie seit dem Jahr 2001, als die von Zecken übertragene virale Krankheit meldepflichtig wurde. Im Mittel betrug die Zahl der jährlichen FSME-Zahlen bisher 301.

Vor allem – aber nicht nur – in Süddeutschland

Wie schon in den Vorjahren trat auch in 2020 der Großteil der FSME-Erkrankungen im Süden Deutschlands auf. Dabei waren hauptsächlich die schon bekannten Risikogebiete betroffen, erläutert Prof. Dr. Gerhard Dobler, Leiter des Nationalen Konsiliarlabors für FSME am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr. Dennoch könne man nirgendwo in Deutschland vor einer Infektion sicher sein. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass mit dem Landkreis Emsland in Niedersachsen sowie dem Stadtkreis Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt zwei nördlich gelegene FMSE-Risikogebiete neu hinzugekommen sind.

 

Wie schon im Jahr 2018 war auch in 2020 Baden-Württemberg Spitzenreiter bei den FSME-Fällen: 331 Menschen erkrankten in diesem Bundesland, berichtet Dr. Rainer Oehme vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg. Mit Ausnahme des Stadtkreises Heilbronn seien in Baden-Württemberg nach wie vor alle Stadt- und Landkreise FSME-Risikogebiete.

Einfluss der Pandemie

Einen möglichen Grund für den FSME-Höchststand im vergangenen Jahr sehen die Experten im veränderten Freizeitverhalten der Bevölkerung. Aufgrund der Corona-Pandemie seien die Menschen weniger verreist und hätten sich stattdessen mehr in der heimischen Natur aufgehalten – und das eben auch in den FSME-Risikogebieten.



Ulrike Weber-Fina, Diplom-Biologin, Autorin PTAheute.de
redaktion@daz.online


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