Interview Günther Hanke

„Es kann nicht in allen Gemeinden eine Apotheke geben“

Berlin - 22.02.2017, 11:30 Uhr

Neuer Vorschlag: Weil es in Baden-Württemberg immer mehr Ortschaften ohne Apotheke gibt, schlägt Kammerpräsident Dr. Günther Hanke eine Bedarfsanalyse vor. (Foto: LAK BW)

Neuer Vorschlag: Weil es in Baden-Württemberg immer mehr Ortschaften ohne Apotheke gibt, schlägt Kammerpräsident Dr. Günther Hanke eine Bedarfsanalyse vor. (Foto: LAK BW)


Mehr finanzielle Hilfen vom Land

DAZ.online: Es geht Ihnen also darum, die unterversorgten Regionen ausfindig zu machen, um die Apotheken dort gezielt finanziell zu unterstützen?

Hanke: Zunächst halte ich eine Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für sinnvoll. Die Notdienstpauschale war eine sinnvolle Maßnahme. Dass demnächst auch Rezepturen und die BTM-Dokumentation besser bezahlt werden, ist ebenso unterstützenswert. Noch wichtiger ist aber Planungssicherheit. Deshalb ist das geplante Rx-Versandverbot so wichtig.

DAZ.online: Welche zusätzlichen Anreize sollte es denn für Landapotheker Ihrer Meinung nach geben?

Hanke: Viele Dinge sind heute schon möglich, wie zum Beispiel günstige Miete für die Räumlichkeiten oder die Hilfe bei der Wohnungssuche etc. Bei Ärzten gibt es darüber hinaus finanzielle Zuschüsse für eine Praxisgründung. Evaluiert sind diese Ansätze aber noch nicht ausreichend.

DAZ.online: Gesundheitsgesetze werden ja größtenteils im Bund gemacht. Erwarten Sie aber auch von der baden-württembergischen Landesregierung mehr Engagement?

Hanke: Im Jahr 2013 hat das Sozialministerium Baden-Württemberg das Aktionsprogramm „Landärzte“ gestartet und hierfür ein Förderprogramm in Höhe von 6,95 Millionen Euro aufgesetzt. Also auch auf Landesebene ist einiges möglich.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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3 Kommentare

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von Uwe Hüsgen am 22.02.2017 um 19:29 Uhr

Die bei den (Vertrags-)Ärzten zwecks flächendeckender Sicherstellung der Versorgung in die Wege geleiteten Maßnahmen sind (noch) nicht ohne weiteres auf die Apotheken übertragbar, weil die Organisationsstrukturen (KV versus Verband mit freiwilliger Mitgliedschaft) zu unterschiedlich sind.

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AW: Versorgungs- versus

von Bernd Küsgens am 23.02.2017 um 11:44 Uhr

Herr Hüsgen hat Recht: Solange jeder Bürgermeister, jeder Krankenkassenangestellter und jeder Bundestagsabgeordneter sich zu diesem Thema äußern, bzw. seine persönliche Meinung absondern kann ohne unser System zu kennen, solange haben wir amerikanische Verhältnisse. Ich halte es mit Dieter Nuhr: "Wenn ich keine Ahnung habe, Schnauze halten". Aber das setzt voraus, dass ich erkannt habe, dass ich anerkenne, das ich weiß, das ich nichts weiß.

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