Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

28.08.2016, 08:00 Uhr

Ein Rückblick auf die letzte Woche (Foto: Andi Dalferth)

Ein Rückblick auf die letzte Woche (Foto: Andi Dalferth)


Merke: Die oberste ABDA-Spitze, den Präsidenten und seinen Vize, gibt es nur im Doppelpack. Und was ist dem Duo in den letzten Jahren besonders gelungen? Ein großes Amt menschlicher zu machen, weniger präsidial, meint der Präsident. So ein bisschen mehr zum Anfassen, vielleicht? Sonst noch was? Ja klar: Sich für ein neues Haus entschieden zu haben, ergänzt sein Vize. Mein liebes Tagebuch: Unsere ABDA – trautes Heim, Glück allein.

22. August 2016

Apotheker, Ärzte, Krankenhäuser – alle sind sie gegen die Zyto-Ausschreibungen des AOK-Bundesverbands. Die Folgen der Ausschreibungen, bei denen es in erster Linie nur darum geht, dass Zytoapotheken so billig wie möglich liefern, führen laut Ärzten zu gravierenden Vorfällen: fehlende Chemotherapien, nicht lieferbare Begleitmedikationen, unbefüllte Infusionsbestecke, unbeschriftete Spritzen, falsche Packungsgrößen sowie unvollständige oder verspätete Lieferungen. Aber hart wie Beton hält die AOK an den Ausschreibungen fest. Frau Richard vom AOK-Bundesverband will das nicht sehen und säuselt, dass die AOK durch Ausschreibungen die Versorgung verbessern, mehr Transparenz und Nähe in die Zytostatika-Versorgung bringen kann. Mein liebes Tagebuch, schon schier unglaublich, mit welcher arroganten Nonchalance ein Kassenverband wegsieht und Fehlsteuerungen in Kauf nimmt, nur um noch weniger auszugeben.
Und klar, eine Honorarerhöhung für Apotheker bei Rezepturen kommt für die AOK auch nicht in Frage. Es gebe keine ausreichende Datenbasis, ob Anpassungen gerechtfertigt seien und man solle das Gutachten des Bundeswirtschaftsministeriums abwarten, meint Richard. Ja, ja, das Gutachten – auf diesen Knaller dürfen wir uns 2018 alle freuen.

23. August 2016

Es gibt Vorschriften, die gibt es einfach so, ohne tiefen Sinn, ohne Nutzen, halt einfach so. Hat sich irgendeiner mal so ausgedacht. Zum Beispiel, dass sich Apotheken für die Hilfsmittelversorgung präqualifizieren müssen. Ausgerechnet Apotheken! Über deren Tisch hochwirksame, oft mit vielen Nebenwirkungen behaftete Arzneimittel gehen. Aber für die Abgabe von Windeln, Lanzetten und Kanülen sollen sie nicht kompetent sein und sich zusätzlich qualifizieren. Und sich alle fünf Jahre von neuem repräqualifizieren. Das kann keiner verstehen. Das grenzt an Schikane. Wieso macht man das mit Apotheken? Wieso lassen wir uns das alles gefallen?

Die ABDA bezieht Stellung – zum Referentenentwurf des Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetzes. Nicht zufrieden ist unsere Berufsvertretung mit der exklusiven Vergabe von Rabattverträgen, denn das könne zu Lieferengpässen führen. Mindestens zwei pharmazeutische Unternehmer sollten den Zuschlag erhalten. Und wenn Generikahersteller zwischen dem Zuschlag der Krankenkasse und dem Belieferungsbeginn sechs Monate Zeit bekommen, um sich darauf vorzubereiten, dann müsste, so eine ABDA-Forderung,  diese Frist auch auf die Apotheken übertragen werden. Eine weitere ABDA-Forderung: Ausschreibungen bei Zytostatika sollten verboten werden. Solche Ausschreibungen bringen die Gefahr von Einbußen im Versorgungsniveau. Außerdem könnten die von manchen AOKs geplanten europaweiten Ausschreibungen die Oligopolbildung fördern und sogar die bestehende Versorgungsstruktur zerstören. Und weiter im Forderungskatalog: Pharmazeutische Dienstleistungen sollen vertraglich zwischen Landesapothekerverbänden und Krankenkassen vereinbart werden dürfen (Aufsichtsbehörden hatten nämlich angezweifelt, dass es dafür eine Rechtsgrundlage gebe). Die nächste Forderung:  Wenn, wie vorgesehen, Pharmaunternehmen im ersten Jahr nach der Zulassung ihres Arzneimittels nur noch so lange einen freien Preis festlegen können, bis eine Umsatzschwelle von 250 Mio. Euro überschritten wird und danach ein niedrigerer Erstattungsbetrag gilt, dann drohen dadurch auch den Apotheken Verluste: Ein vorzeitig niedriger Erstattungsbetrag  bringt dann weniger bei der 3-Prozent-Marge. Der Erstattungsbetrag sollte daher, so der ABDA-Vorschlag, weiterhin ab Tag 1 des zweiten Jahres gelten. Sollte ein Hersteller die Umsatzschwelle überschreiten, sollte es Ausgleichszahlungen der Hersteller an die Kassen geben.
Als verbesserungsfähig hält die ABDA die  Vereinbarungen zu den Retaxierungen bei Formfehlern. Um Formfehler von vornherein erst gar nicht aufkommen zu lassen, solle der Gesetzgeber festlegen, dass die Arztsoftware automatisch alle Vorgaben für die korrekte Rezepterstellung beachtet. Und last but not least fordert die ABDA, die Importquote völlig zu streichen. Mein liebes Tagebuch, den Forderungskatalog kann man nur unterschreiben. Gut, dass das alles mal in einer Stellungnahme zusammengefasst ist. Aber Papier ist geduldig. Jetzt kommt es darauf an, nicht locker zu lassen.
Zufrieden zeigt sich die ABDA mit der Erhöhung des Honorars für Rezepturen und Dokumentation. Was da in der Stellungnahme steht, klingt wie ein nettes Dankeschön, immerhin verbunden mit dem kleinen Nachsatz, dass „die Vergütung aber auch in Zukunft ganz überwiegend nicht kostendeckend sein wird“. Nun, sei’s drum. Und während die ABDA bis vor kurzem noch forderte, die 3-Prozent-Marge  und den Zuschlag für den Nacht- und Notdienstfonds auch beim Rezepturhonorar anzuwenden, ist davon jetzt nichts mehr zu lesen. Mein liebes Tagebuch, will man den Bogen nicht überspannen?

24. August 2016

Wenn es etwas nur im Doppelpack gibt, dann stutzt man erstmal, mein liebes Tagebuch. Dann sind das oft Sachen, die sich schlecht verkaufen und weg müssen nach dem Motto zwei zum Preis von einem. Oder wenn das eine etwas, sagen wir mal, problematischer ist als das andere, man aber das eine nicht ohne das andere bekommt. Man findet das z. B.  in Heiratsanzeigen: „Mich gibt’s nur im Doppelpack“, will heißen: wenn du mich willst, musst du auch meinen kleinen Balg akzeptieren. Mein liebes Tagebuch, jetzt muss sich auch die ABDA-Mitgliederversammlung über einen Doppelpack Gedanken machen, wenn im Dezember die Wahl des geschäftsführenden ABDA-Vorstands ansteht. Denn: Den jetzigen Präsidenten und seinen Vizepräsidenten gibt es nur im Doppelpack. Hat der Präsident im PZ-Interview gesagt: „Uns gibt es nur im Doppelpack!“ Sollte man sich wieder für den einen oder anderen entschließen wollen, muss man beide nehmen. Mein liebes Tagebuch, ach ja, so isse halt die ABDA. So richtig nett und menschlich eben: Nimmste einen, kriegste auch den andern, ob de willst oder nich. Und dann fragt die PZ, was dem Doppelpack in den vergangenen vier Jahren besonders gelungen sei. Die Antwort Schmidts: Das sei eine schwierige Frage (wie wahr, mein liebes Tagebuch), weil: „Zufriedenheit passt nicht in ein Amt dieser Größe.“ (Ach so, deshalb – und wir dachten schon…) Aber da fällt Schmidt doch noch etwas ein, was er für besonders gelungen hält: „Ich habe versucht, das Amt etwas kleiner und menschlicher zu gestalten“, klopft er sich selbst auf die Schulter. Richtig putzig, nicht wahr mein liebes Tagebuch? Das stellt man sich doch gerne vor: Das kleine Amt eines großen ABDA-Präsidenten eben, der zwischen Honoraranpassungskämpfen, Lieferengpässen, Retaxquerelen und Hausverkaufsverhandlungen nachmittags um 5 im Lindencorso einen Kräutertee (seit Stunden schon warmgehalten in der Alfi-Kanne) schlürfend zu sich nimmt und einen Haferflocken-Keks knabbert. Wie schön menschlich! Abgesehen davon ist ja dieses Präsidentenamt schon lange „nicht mehr so präsidial wie es vorher war“, meint der Präsident, „dafür ist es moderner und zeitgemäßer geworden“. Ui, mein liebes Tagebuch, haben wir da was verpasst? Aber auch der Vizepräsident weiß etwas auf die Frage nach dem besonders Gelungenem zu antworten: „Ein Meilenstein war zudem die Entscheidung für das neue Haus der ABDA….wir haben eine weitreichende Entscheidung für die Zukunft getroffen…“ Wie, das soll ein Meilenstein der ABDA-Arbeit sein? Nun ja, ob dieser Meilenstein gelingen wird, bleibt abzuwarten, denn das alte Haus ist noch nicht verkauft und das neue noch nicht gebaut. Und, mein liebes Tagebuch, das war’s dann auch schon mit den besonders gelungenen Dingen der letzten vier Jahre. Halt, nein, da gibt es doch noch etwas, nämlich: „Dass derzeit niemand daran denkt, das Fremd- und Mehrbesitzverbot abzuschaffen, ist auch eine Leistung, die sich ABDA und Mitgliedsorganisationen auf die Fahnen schreiben können“, meint der Vize. Mein liebes Tagebuch, da wären wir uns mal nicht so sicher, ob derzeit wirklich niemand daran denkt …

25. August 2016

Und dann äußerte der ABDA-Präsident im PZ-Interview noch den Wunsch, in der Führungsmannschaft der ABDA möge Kontinuität beibehalten werden. Dieser Wunsch, mein liebes Tagebuch, wird in Erfüllung gehen, da bin ich mir ganz sicher. Nachdem Apothekerverbandschef Fritz Becker schon vor einiger Zeit sagte, er werde wieder antreten, und in dieser Woche Andreas Kiefer erklärte, dass er es als Präsident der Bundesapothekerkammer nochmal wissen will, und nachdem wir nun wissen, dass es den Präsidenten und den Vize nur im Doppelpack gibt, steht der Kopf der ABDA-Führungsspitze (das Quattrovirat) für die nächsten vier Jahre so gut wie fest. Also, alles im grünen Bereich, wir haben uns alle lieb. Und: „Wir dürfen nicht vergessen“, sagt der Präsident, „dass die ABDA unsere Lebensversicherung ist. Ohne diese einheitliche Organisationsform hätte der Berufsstand vermutlich keine Chance, seine Interessen durchzusetzen.“ Mein liebes Tagebuch, darauf müsste man doch einen ABDA-Rap erfinden: „ABDA, ABDA über alles, über alles auf der Welt. ABDA ist die starke Power, die uns Apothekers hält.“ So klingt der ABDA-Sound.

26. August 2016

Bilden wir uns Lieferengpässe nur ein? Sind Versorgungsengpässe Hirngespinste einiger weniger Apotheker? Den Eindruck muss man bekommen, wenn man die Antworten des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) auf eine Kleine Anfrage der Linken liest. Da schreibt das BMG: „Kenntnisse über konkrete Versorgungsengpässe liegen der Bundesregierung derzeit nicht vor.“ Kein Wunder, mein liebes Tagebuch, denn die Apotheken reißen sich alle Beine aus, damit aus Liefer- keine Versorgungsengpässe werden. Und spricht man mit Krankenhausapothekern, erfährt man, es ist oft nur dem Organisationstalent der Apotheker zu verdanken ist, dass Wirkstoffe unter großen Mühen auf Umwegen beschafft werden konnten. Und mit Lieferengpässen wird nahezu jede Apotheke täglich konfrontiert. Aber das BMG sieht das alles sehr gelassen. Eine verpflichtende Nennung aller Lieferprobleme durch die Hersteller lehnt die Bundesregierung ab, die Pharmaindustrie soll auch nicht gezwungen werden, Arzneimittel auf Vorrat zu produzieren. Mein liebes Tagebuch, ist das gelegentliche leise Stöhnen der ABDA über Lieferengpässe nicht bis ans BMG-Ohr gedrungen? Vielleicht hätte die Bundesregierung mal den Offenbacher Apotheker Diefenbach fragen sollen, der seit Jahren Lieferengpässe listet. Er weiß da ein anderes Lied zu singen.


Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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10 Kommentare

Wollen Sie Ihre Niere verkaufen

von elvis whyte am 29.01.2017 um 1:28 Uhr

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unfassbar !

von Martin Didunyk am 28.08.2016 um 20:56 Uhr

Eine meiner Hoffnungen bestand darin, daß die die aktuelle Spitze der ABDA in realistischer Selbsteinschätzung feststellt, daß ihr Job nicht zur Zufriedenheit erledigt werden konnte !

In der großen Politik wäre es eine klassische "Sonntagsfrage".

Unsere Top Besetzung ahnt vermutlich, wie unzufrieden die Basis ist und ahnt auch ganz sicher welche neuralgischen Punkte über Zufriedenheit und Unzufriedenheit entscheiden.

Daher finde ich es geradezu schockierend, mit welcher Selbstzufriedenheit und Ignoranz die Wiederwahl angekündigt wird und wie realitätsfremd die Einschätzung der eigenen Leistungen der Vergangenheit ist.

Fest steht, die neue "belle etage" in Berlin wurde durchgesetzt, Immobilien Fehlschläge der Vergangenheit durch geschickte Umwandlungen vor der Basis schönbilanziert und die Mißerfolge - einfach nicht erwähnt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen ?
Was kann bei identischer personeller Konfiguration in nächsten Jahren anders werden ?
Wie soll diese (an sich absurde) Organisation performant werden ?
Brauchen wir überhaupt eine Spitzenorganisation, die in Personalunion Kammern und Verbände repräsentiert ?

Ist ist nicht bereits ein Widerspruch, wenn Interessen der Kammern (als gesetzliche Organe der Selbstverwaltung) und der Verbände (freiwillige ökonomisch basierte Organisationen) in einer Organisation oder gar Person vereinigt sind ?

Stellen Sie sich vor, der CEO eines DAX Unternehmens wäre gleichzeitig Vorsitzender einer Gewerkschaft !
Was ist unsere ABDA ?

Fest steht jedenfalls, die Statik bekommt Kontinuität....

"Die ABDA in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf ! "






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Eure Armut kotzt mich an !

von gabriela aures am 28.08.2016 um 18:15 Uhr

Der Kauf einer Teilimmobilie in Berliner Premiumlage, finanziert mit fremden Geldern, eingetrieben dank Zwangsabgaben der deutschen ApothekerInnen, ist also DAS Highlight der letzten Amtszeit.

Damit ist ja wohl alles gesagt.

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Je frustrierter die Basis, umso leichter die Wiederwahl.

von Tilman La Roche am 28.08.2016 um 17:00 Uhr

Herr Schmidt ist hoffnungsvoll angetreten, er wollte auch den Dialog mit der Basis...ich erinnere an die "runden Tische".
Dann folgte die Abschottung...wir erfahren, dass nicht nur der Pressesprecher sondern die ABDA an sich nicht für die Apotheker da ist! (Wenn ich mich recht erinnere war so ähnlich der Wortlaut.) Für mich persönlich ist der Weg zu lange, um dann vielleicht irgendwann da oben irgendetwas bewirken zu können. So wird es vielen gehen, das erklärt sicherlich auch die Wahlbeteiligung auf Länderebene.
Und nach der Abschottung folgt nun das Festhalten am Pöstchen...warum auch nicht, geht doch irgendwie alles seinen Gang. Ich will ja nicht sagen, dass es ein Selbstbedienungsladen ist, es wird sicherlich neben dem Häuslebauen auch hart gearbeitet, aber erfolgreich ist was anderes.
Der Graben zwischen dem normalen Apotheker und dieser "Vertretung" könnte kaum tiefer sein und je mehr sich die Basis abwendet, umso leichter lässt es sich weiterwurschteln.

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ABDA Spitze abtreten!

von Heiko Barz am 28.08.2016 um 14:27 Uhr

Die Meldung unserer fröhlichen ABDA-Spitze, sich im Dezember, wieder wählen zu lassen, hat mich maßlos erschüttert.
Wie sich die beiden - Präsident und sein Vize - in einem Interview mit der PZ äußerten und darin ihre erfolgreiche Arbeit selbst lobten, kann ja nur zum Brechreiz führen.
Uns Allen war doch klar, dass die eigentlichen Honorarfragen längst von Gabriel auf die nächste Legislaturperiode ohne weiter Diskussion verschoben wurden.
Das Geplänkel um BTM, Rezeptur und 3% Marge ist doch nur Statthalter für unerreichbare Forderungen und von der Politik ausschließlich missglücktes Wahlkampfgetue.
Gib dem (Apo)Affen Zucker, dann wird er schon springen.

Sich mit solch umwerfenden Erfolgen vor eine akademische Vollversammlung zu stellen und mit "stolzer" Brust wieder wählen zu lassen ( im Dezember ), das grenzt schon an verklärte Überheblichkeit.
Wie war das noch vor einem Jahr, tosender Applaus und standing Ovation für eine, wie hieß es doch noch, bedeutungsvolle und kampfbetonte Rede des Vorsitzenden, deren inhaltsschweren Worte NICHTS aber auch GAR NICHTS wesentlich Veränderndes folgte.
Es reicht einfach nicht, wutschnaubend Missstände zu beklagen!
Das hat vielleicht einmal Erfolg, aber ein Dauerläufer, sich für die Spitze einer wichtigen Organisation erneut zur Wahl zu stellen, ist das mit Sicherheit nicht.
Es wäre wichtig und auch richtig, Sie, Herr F.Schmidt, würden Ihrer Meinung - laut des von Ihnen gegebenen Interviews - folgen, der Familie und der eigenen Apotheke wieder mehr Raum zu geben. Das gilt natürlich auch für Ihren Vize, denn wie sagten Sie, es gäbe sie Beide ausschließlich nur im Doppelpack!?
Die deutschen Sprache bewertend, hat dieser Satz schon erpresserischen Inhalt.
Treten Sie ( Beide ) ab!
Der Dank der deutschen Apothekerschaft wäre Ihnen gewiß.

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Flagge zeigen

von Ingeborg Krenberger am 28.08.2016 um 13:48 Uhr

Vielleicht sollte sich die "Heute Show" mit Gernot Hassknecht in einem Sketch mal der Problematik "Lieferengpässe" annehmen. Die Sendung im ZDF greift Probleme auf, die meist unter den berühmten Teppich gekehrt werden, und sie ist sehr beliebt. Ich meine das allen Ernstes, denn das wäre ein Weg, die Problematik unters Volk zu bringen. Verbunden mit der Aufforderung, eine Postkarte an das Gesundheitsministerium zu senden, könnte das mal für Wirbel sorgen. Wolfgang Zöller sagte mir einmal, dass eine geschriebene Beschwerde für 1000 steht, die nicht geschrieben haben.
Also, let's do it :)

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Wiederwahl

von Frank ebert am 28.08.2016 um 10:07 Uhr

Das Schlimme ist ja, das die Versager auch noch gewählt werden, und zwar mit einem hohen Stimmenanteil und Applaus.---Unbegreiflich !

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Ändert sich etwas bis 2030?

von Ulrich Ströh am 28.08.2016 um 9:12 Uhr

Lieber Herr Ditzel,
die Kernfrage des heutigen Sonntags ist von Ihnen gestellt worden:

Warum lassen wir Apotheker uns das alles gefallen?

Die Politik weiss es,die Krankenkassen mit Retax und veranlassten Lieferengpässen und regelmäßiger Repräqualifizierung wissen es,dass nachhaltiger,wahrnehmbarer Widerstand weder von praktizierenden Offizinapothekern noch von ihrer Standesführung zu erwarten ist..

Insofern ist die Wiederwahlvorstellung unseres Zweitaktduos in der PZ folgerichtig.

Resultate ersetzen immer alle Argumente...
Welche nachhaltigen positiven Resultate sind in den vergangenen Jahren der Wahlperiode in unseren Offizinapotheken angekommen?

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NRW feiert

von Thesing-Bleck am 28.08.2016 um 8:55 Uhr

Mein liebes Tagebuch,
Das gehört auch in diese Woche! Nordrhein-Westfalen feiert! Vor 70 Jahren haben die Engländer zwei Landesteile zusammengeführt, die von Natur aus recht unterschiedlich sind und gar nicht zusammen gehen wollten. Aus dieser vorausschauenden Entscheidung entstand das bevölkerungsstärkste Bundesland NRW. Und geradebeim NRW fest in dieser Woche zeigt sich, sie eng beide
Landesteile in 70 Jahren zusammen gewachsen sind
Die britische Besatzungsmacht hat bei der Schaffung unseres Bundeslandes aber auch der Selbstverwaltung ein großes Mitspracherecht in eigenen Belangen eingeräumt. Die daraus entstandenen Kammern und Verbände haben sich zunächst getrennt nach Nordrhein und Westfalen organisiert. Im Laufe der Zeit setzte sich in vielen Organisationen die Einsicht durch, dass ein Zusammenschluss von zwei regionalen Selbstverwaltungsorganen deutlich wirksamer agieren kann, als wenn jeder Landesverband aus Nordrhein oder Westfalen für sich alleine bleibt.
Diese Erkenntnis ist aber offensichtlich an den Apothekern in Nordrhein-Westfalen noch nicht angekommen. Wir haben nach wie vor zwei Kammern und zwei Verbände in In einem einzigen Bundesland. Damit werden die Interessen der Kolleginnen und Kollegen immer noch nicht so effektiv und wirksam vertreten, wie es sein könnte. Wie lange brauchen unsere Entscheidungsträger eigentlich noch, bis auch sie merken, dass ein einziges Selbstverwaltungsorgan mehr ist als die Summe seiner Einzelteile und damit deutlich schlagkräftiger agieren kann, als die vier Apothekerorganisationen, die Kolleginnen und Kollegen immer noch im unserem gemeinsamen Bundesland Nordrhein-Westfalen zu finanzieren haben?

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AW: Nord, Süd, Ost, West

von Peter Ditzel am 28.08.2016 um 9:26 Uhr

Liebe Frau Thesing-Bleck, da kann ich Ihnen nur zustimmen. Eine Kammer, ein Verband für NRW wäre ausreichend. In Ba-Wü gibt's auch nur eine. Letztlich wären in Deutschland vier Kammern und vier Verbände genug. Schlagkräftiger und kostengünstiger. Schönen Sommer-Sonntag!

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