Per Augensteuerung

Roboter als Hoffnung für ALS-Kranke?

Ramat Hascharon - 02.08.2016, 07:00 Uhr

Schai Rischoni (Mitte) und sein Telebuddy: Der ALS-Patient probiert neue Wege. (Foto: dpa / picture alliance)

Schai Rischoni (Mitte) und sein Telebuddy: Der ALS-Patient probiert neue Wege. (Foto: dpa / picture alliance)


Urlaub im Kaukasus

Trotz seiner schweren Behinderung leitet Rischoni die Organisation Prize4Life, eine Stiftung, die Forschungserfolge im Bereich ALS finanziell belohnt.

Im vergangenen Monat ist er mit seiner Familie und einem befreundeten Arzt sogar nach Georgien in den Urlaub gefahren. „Wir sind mit einem Jeep auf einen Berg gefahren und mit einem Hubschrauber über das Kaukasus-Gebirge geflogen“, schreibt er. „Es war nicht leicht, es war nicht bequem, aber das war es mir wert.“

Pläne statt Hoffnung

Der Tübinger Hirnforscher Niels Birbaumer sieht den TeleBuddy als optimale Lösung für Patienten wie Rischoni. „Solange er die Augen hat, ist es das Beste“, sagt der Neurobiologe. „Natürlich kann er damit Roboter steuern“, meint Birbaumer. Da es sich aber um eine unweigerlich fortschreitende Krankheit handele, sei leider zu erwarten, dass „demnächst die Augen versagen“.

Für Patienten, die nicht mehr zu Augenbewegungen in der Lage und daher vollkommen in ihrem Körper eingeschlossen sind, stehe ein anderes System zur Verfügung, das er mit seinem Team entwickelt habe, sagt Birbaumer. Eine Gehirn-Computer-Schnittstelle (BCI) kann die Hirnaktivität eines Menschen in Befehle an ein technisches Gerät übersetzen.

Rischoni setzt im Umgang mit seiner schrecklichen Erkrankung auch auf die Waffe schwarzer Humor. Er würde gerne als „Versuchskaninchen“ für das BCI-System dienen, schreibt er. Für die Zukunft habe er „keine Hoffnungen, sondern Pläne“. Er wolle weiter die ALS-Forschung vorantreiben helfen und im sozialen und wissenschaftlichen Bereich aktiv bleiben. „Das Leben ist schön.“



dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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