Mecklenburg-Vorpommern

Politiker enttäuschen Apotheker

Warnemünde - 06.07.2016, 16:20 Uhr

Arzneimittel aus multiplen Häusern? Helmut Holter (Linke) sprach vor der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern, hinterließ aber mehr Fragezeichen als Antworten. (Foto: DAZ.online)

Arzneimittel aus multiplen Häusern? Helmut Holter (Linke) sprach vor der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern, hinterließ aber mehr Fragezeichen als Antworten. (Foto: DAZ.online)


In weniger als zwei Monaten wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Die Apothekerkammer des Landes hat sich große Mühe gegeben und alle Parteien nach ihren gesundheitspolitischen Standpunkten gefragt. Doch die Politik glänzte durch Abwesenheit oder Unwissen.

Schon vor Wochen hatte die Kammer mehreren Parteien Wahlprüfsteine zugeschickt und die Spitzenkandidaten eingeladen, die Antworten auf der Kammerversammlung in Rostock am heutigen Mittwoch vorzutragen. Die Wahlprüfsteine enthielten mehrere Fragenblöcke zu fünf apothekenrelevanten Themen:

  • die Rolle der Apotheker im E-Health-Gesetz 
  • das Apothekenhonorar 
  • Ideen und Meinungen zur Arzneimittelversorgung im ländlichen Raum, 
  • die PTA-Ausbildung sowie dem Pharmazie-Studium

Im Schweriner Landtag vertreten sind derzeit die SPD, die CDU, die Linke, die Grünen sowie die NPD. Bis auf die NPD haben die Apotheker alle im Landtag vertretenen Parteien angeschrieben. Auch die FDP und die AfD erhielten einen Brief der Kammer. Die Grünen haben auf die Einladung zur Kammerversammlung und auf die Wahlprüfsteine überhaupt nicht geantwortet. Die FDP schickte ihre Spitzenkandidatin Cécile Bonnet-Weidhofer nach Rostock, eine 33-jährige gebürtige Französin, die seit sechs Jahren in Schwerin lebt. Als einziger weiterer Politiker erschien der ehemalige Arbeits- und Bauminister des Landes, Helmut Holter, von den Linken.

Viele Themen, wenig Antworten

Die FDP-Kandidatin eröffnete den Tag. Sie sehe die Herausforderungen der Apotheker nicht nur in der Gesundheitspolitik, vielmehr seien sie „vielseitig“, sagte Bonnet-Weidhofer. Die FDP setze sich dafür ein, die Bürokratie im Gesundheitswesen zu reduzieren. „Das würde sicherlich auch Ihnen helfen“, erklärte die Liberale. Welche Abläufe im Apothekenalltag vereinfacht werden müssten, ließ die Politikerin allerdings offen.

Gleiches gilt für die Themen „Frauen im Beruf“ und „ländliche Arzneimittelversorgung“. In den Apotheken arbeiteten viele Frauen, stellte Bonnet-Weidhofer richtig fest. „Sie müssen es leichter haben, nach der Schwangerschaft wieder in den Beruf zurückzukehren.“ Wie sich das verbessern soll? Dazu sagte die FDP-Politikerin erneut - nichts. Zur Landversorgung erklärte die Liberale: „Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist ja wichtig, aber keinem ist geholfen, wenn die Versorgung auf dem Land versagt.“ Deswegen wolle sich die FDP dafür einsetzen, Standorte zu stärken und Bürokratie abzubauen.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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1 Kommentar

Multiple Häuser

von Thorsten Dunckel am 07.07.2016 um 9:08 Uhr

Angekommen in der DDR!!! Wen wundert`s, Angela Merkel, Friedemann Schmidt etc. , die kennen es noch und finden es toll.
Ansonsten Schweigen im Walde, weil wir unwichtig sind und sämtliche Millionen schwere Standesarbeit, außer zu einem dicken Säckel bei den Funktionären, zu nixxx führt.

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