Landtagswahl Hessen

Union und SPD: Herbe Verluste auch in Hessen, wieder profitieren Grüne und AfD

Stuttgart - 28.10.2018, 18:29 Uhr

Hessen hat gewählt. (s / Foto: picture alliance/Revierfoto/Revierfoto/dpa)

Hessen hat gewählt. (s / Foto: picture alliance/Revierfoto/Revierfoto/dpa)


Union und SPD verlieren auch in Hessen zweistellig an Prozentpunkten. Die großen Gewinner heißen wie zwei Wochen zuvor in Bayern Grüne und AfD. Die Grünen landen gleichauf mit der SPD , die AfD zieht mit über 13 Prozent in den Wiesbadener Landtag ein und ist damit in allen deutschen Länderparlamenten vertreten. Die schwarz-grüne Koalition könnte mit einer knappen Mehrheit weiterregieren

Zwei Wochen nach der Landtagswahl in Bayern war es an den Hessen, die Zusammensetzung des Länderparlamentes zu wählen. Klar war im Vorfeld, dass es spannend wird und dass die AfD den Einzug in den Landtag schaffen wird, womit sie in allen 16 Bundesländern dort vertreten ist. Umfragen prognostizierten vor allem Einbrüche für Union und SPD. Seit fünf Jahren regiert in Hessen eine schwarz-grüne Koalition unter Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), das erste Bündnis dieser Art in einem Flächenland. 

Laut vorläufigem Endergebnis kommt die Union nun auf 27 Prozent, die SPD auf 19,8. Für beide „Volkparteien“ bedeutet das einen Verlust von über 10 Prozentpunkten. Die Grünen, die mit 19,8 Prozent gleichauf mit der SPD liegen, sind somit einer der großen Gewinner. Bei den Zweitstimmen liegen die Grünen mit landesweit 94 Stimmen hauchdünn vor der SPD.

Gesundheitsminister Grüttner (CDU) verliert Direktmandat an Al-Wazir (Grüne)

Außerdem haben die Grünen zum ersten Mal bei der Landtagswahl in Hessen Direktmandate gewonnen. Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir gewann die meisten Stimmen im Wahlkreis Offenbach-Stadt. Bisher hatte das Direktmandat dort Stefan Grüttner (CDU) inne, der aktuelle Gesundheitsminister Hessens.  Insgesamt holten die Grünen fünf Direktmandate. Der zweite Gewinner ist die AfD, die mit 13,1 Prozent erstmalig in den Landtag einzieht. Auch FDP und Linke schaffen den Einzug in das Länderparlament mit 6,3 beziehungsweise 7,5 Prozent .  

Dem vorläufigen Ergebnis zufolge ziehen dank Überhang- und Ausgleichsmandaten insgesamt 137 Abgeordnete in den neuen Landtag ein. Die CDU kommt auf 40 Sitze, die Grünen ebenso wie die SPD auf 29. Die bisherige Koalition aus CDU und Grünen könnte damit mit einer Stimme Vorsprung weiterregieren. Die AfD zieht mit 19 Abgeordneten ins Parlament ein, die FDP mit elf und Die Linke mit neun.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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2 Kommentare

Egal?

von Heiko Barz am 30.10.2018 um 11:56 Uhr

Und J.Spahn als „Kanzler“ schlägt dann den letzten Nagel in den Kiefersarg der Pharmazie und das Projekt 2030 erledigt sich von alleine. Die verbleibenden Pharmazeuten verschwinden dann in den aktionärsbestimmten Klinikverbänden als sogenannte Stationsapotheker.
Na, das wird eine Freude für unseren Traditionsberuf.

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Egal

von Dr Schweikert-Wehner am 29.10.2018 um 9:29 Uhr

Für uns egal, ob wir den Unterlassungstot (CDU,SPD) oder den Liberalisierungstot (FDP, Grüne) sterben.
Zumindest die Unterlasser haben es verdient.

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