Hormonersatztherapie

Zu Unrecht pauschal verteufelt

Berlin - 28.03.2014, 16:22 Uhr


Die Hormonersatztherapie hat einen schweren Stand. Sie soll das Risiko für Brust- und Ovarialkrebs sowie für verschiedene kardiovaskuläre Ereignisse erhöhen. Dass das aber gar nicht so pauschal für alle Frauen gilt, erklärte Prof. Peyman Hadji in seinem Vortrag auf der Interpharm.

Hormonersatztherapie ja oder nein? Ein Frage, die sich nicht so einfach beantworten lässt. Vorab sei aber gesagt: Wechseljahre sind keine Krankheit und nicht primär behandlungsbedürftig. Etwa ein Drittel aller Frauen hat während der Menopause überhaupt keine Beschwerden. Ein Drittel hat Beschwerden, leidet aber nicht darunter und ein Drittel fühlt sich, beispielsweise von Hitzewallungen, extrem beeinträchtigt. Sollte man diesen Frauen nun auf Grund der Risiken die Hormonersatztherapie vorenthalten?

Um diese Frage zu beantworten, lohnt es sich die Daten der großen Studie (WHI-Studie), aus der der schlechte Ruf der Hormonsubstitution vor allem resultiert, etwas genauer zu betrachten. Dabei findet man Folgendes:

- Das Brustkrebsrisiko ist nur bei Frauen erhöht, die Hormone über einen längeren Zeitraum einnehmen. Bei einer Einnahme unter 5 Jahren trifft das nicht zu.

- Bei jüngeren Anwenderinnen, also zwischen 50 und 60, hat die Hormonsubstitution insgesamt ein eher vorteilhaftes Profil. Die Teilnehmerinnen der besagten Studie waren zum Teil deutlich älter.

Die Lage stellte sich also deutlich differenzierter dar, als es häufig propagiert wird und das sollte auch bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden.

In den Augen von Prof. Hadji wurde die Hormonersatztherapie in den letzten Jahren zu unrecht von vielen pauschal verteufelt. Sie sei die effektivste Behandlung gegen Wechseljahrsbeschwerden und es gäbe, so Hadji, wenn eine Frau eine Hormonersatztherapie wünscht und keine Kontraindikationen wie Brustkrebs oder hohes Alter vorliegen, aus medizinischer Sicht keinen Grund, ihr diese vorzuenthalten. Frauen hätten es verdient, eine wirksame Behandlung ihrer Beschwerden zu erfahren.


Julia Borsch


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