Infektionskrankheiten

Welche Gene Malaria begünstigen

Hamburg - 08.09.2012, 11:41 Uhr


Forscher des Bernhard-Nocht-Instituts (BNI) für Tropenmedizin entdeckten zwei neue Genvarianten, die möglicherweise helfen, neue Wirkstoffe gegen die Infektionskrankheit zu entwickeln.

Bestimmte Erbanlagen bieten einen gewissen Schutz vor der Malaria, zum Beispiel Blutkrankheiten wie die Sichelzellenanämie oder die Zugehörigkeit zu der Blutgruppe Null.

Ein deutsch-afrikanisches Wissenschaftlerteam verglich jetzt das Erbgut von 800 gesunden Kindern mit dem von 1.300 Kindern aus Ghana, die an schwerer Malaria litten. Dabei entdeckten sie zwei Genvarianten, die bei kranken Kindern häufiger vorkamen als bei gesunden.

Ein Gen ist für den Bau eines Moleküls zuständig, das die Calciumkanäle in den roten Blutkörperchen steuert, den Zellen, in denen sich Malariaparasiten vermehren. Das andere unterstützt die Abdichtung von Gefäßwänden, die bekanntermaßen bei lebensbedrohlicher Malaria geschädigt werden.

Überprüft wurden diese Ergebnisse bei weiteren 3.542 Kindern aus Ghana.

Literatur: Timmann, C., et al.: Nature 2012, DOI: 10.1038/nature11334.


Dr. Bettina Hellwig