Weltgesundheitsorganisation

Pilotprojekt zur Malaria-Impfung vielversprechend

Genf - 21.04.2021, 07:00 Uhr

In Ghana, Kenia und Malawi sind seit 2019 mehr als 650.000 Kinder gegen Malaria geimpft worden. (Foto: Auimeesri / AdobeStock)

In Ghana, Kenia und Malawi sind seit 2019 mehr als 650.000 Kinder gegen Malaria geimpft worden. (Foto: Auimeesri / AdobeStock)


Ein Pilotprojekt in Afrika mit einem Malaria-Impfstoff läuft nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation vielversprechend. In Ghana, Kenia und Malawi seien seit 2019 mehr als 650.000 Kinder mit dem Präparat RTS,S geimpft worden, teilte die WHO am gestrigen Dienstag in Genf mit. In einer früheren Studie habe die Impfung die Zahl der Infektionen nach ersten Ergebnissen um 39 Prozent gesenkt. Der Impfstoff muss pro Kind vier Mal verabreicht werden.

Malaria ist eine lebensgefährliche Infektionskrankheit, die durch infizierte Anopheles-Mücken übertragen wird. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jedes Jahr mehr als 400.000 Menschen an Malaria, zwei Drittel davon sind Kinder unter fünf Jahren.

Seit Jahren hofft man auf einen Impfstoff gegen Malaria – doch noch gibt es keine zugelassene Vakzine. RTS,S ist der Impfstoff-Kandidat, bei dem der Prozess bisher am weitesten vorangeschritten ist. Er hat eine positive Einschätzung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) erhalten und die WHO hat Implementierstudien zugelassen, die seit 2019 in Kenia, Malawi und Ghana laufen.

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Zu diesem Pilotprojekt erklärte nun ein WHO-Sprecher in Genf: „Die gesammelten Informationen zur Sicherheit der Impfung sind sehr ermutigend.“ Die WHO will noch vor Ende des Jahres entscheiden, ob sie eine Anwendung auch in anderen Ländern empfehlen soll.

Das Mittel RTS,S wirkt gegen den in Afrika am weitesten verbreiteten Malaria-Parasiten Plasmodium falciparum, nicht aber gegen Plasmodium vivax, der außerhalb Afrikas vorherrscht. Der Wirkstoff wird von dem britischen Pharmaunternehmen GSK hergestellt.

Am 25. April ist Welt-Malaria-Tag. Am heutigen Mittwoch stellt die WHO eine neue Initiative zum Kampf gegen die Malaria vor.


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5 Kommentare

Ergänzung

von Zapf am 21.04.2021 um 19:59 Uhr

gescheite Mosquitonetze und was ordentliches zu Essen wäre günstiger und sogar ohne Nebenwirkungen...ach nee Nebenwirkungen gibts da doch...und zwar für den Geldbeutel von GSK...denkt doch mal nach!

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AW: Ergänzung

von Martin B. am 13.05.2021 um 20:43 Uhr

Schon sehr eindimensional was Sie da sagen. Eine solche Impfung ist nicht teurer als ein Moskitinetz, schützt aber auch in den Abendstunden wenn die Kinder noch wach sind. Sollen die sich in die Netze einwickeln?

Müll

von Zapf am 21.04.2021 um 16:59 Uhr

ich hab noch was vergessen: auch sehr elegant von GSK gemacht, Mosquirix von der EMA positiv bewerten zu lassen, obwohl ein Hilfsstoff nicht dem Ph.Eur. entspricht ), um es dann an Kindern im Alter von 6 Wochen bis 17 Monaten in Afrika auszuprobieren.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Moquirix

von Zapf am 21.04.2021 um 16:38 Uhr

4x Impfen...nunja irgendwie muss das Geld wieder reinkommen.
Wenn man überlegt, dass gerade mal 0,006% der Weltbevölkerung an Malaria sterben und man im Gegensatz dazu sieht, dass durch diese Malaria-Impfung das Sterberisiko von Mädchen verdoppelt wird...gehört sowas in die Mülltonne!

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AW: Moquirix

von Martin B. am 13.05.2021 um 20:48 Uhr

Sie waren noch nie in Malawi oder Mosambik, stimmts? Sonst würden Sie nicht so einen Unsinn erzählen. Sie tolerieren 250000 Tote im Jahr, weil es Sie nicht betrifft. Die Impfung, wäre Sie besser, wäre ein Seegen.

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