Großbritannien

Briten wollen NHS-Gesundheitssystem exportieren

London - 21.08.2012, 16:21 Uhr


Großbritannien will seinen staatlichen Gesundheitsdienst, den National Health Service, ins Ausland exportieren. Den am Dienstag vorgestellten Regierungsplänen zufolge soll durch das Programm zusätzliches Geld in die Kassen des gebeutelten Systems fließen.

Los geht es einem Bericht des Senders BBC zufolge im Herbst. Eine eigene Agentur werde zwischen den Krankenhäusern und den jeweiligen Regierungen vermitteln. Die Kliniken sollen für Investitionen nur Geld verwenden dürfen, das sie durch Privatpatienten verdient haben. Der Gewinn muss zurück nach Großbritannien gehen.

Experten zufolge wären die Gewinne lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein im Vergleich zu den laufenden Kosten, berichtet BBC. Und nur eine Handvoll der britischen Krankenhäuser wären in der Lage, entsprechende Dienstleistungen im Ausland anzubieten. Patientenorganisationen kritisierten die Pläne als Kommerzialisierung des Gesundheitswesens und warnten, die Patienten im eigenen Land könnten darunter leiden. Staatssekretärin Anne Milton hingegen betonte, dass die Patienten daheim dadurch mit einer besseren Versorgung rechnen könnten.


dpa/DAZ.online