Celesio

Pinger: Apotheken haben Schlüsselrolle für moderne Gesundheitssysteme

Stuttgart - 31.07.2012, 10:16 Uhr


Der Stuttgarter Pharmahändler Celesio will seinen knapp 160 DocMorris-Apothekern im Zuge des beabsichtigen Verkaufs des Markennamens ein Angebot zum Übertritt in das neue, eigene Apothekenkonzept unterbreiten. „Unsere eigenen DocMorris-Apotheken werden wir schrittweise auf unser neues geplantes Apothekenkonzept umrüsten“, sagte Celesio Vorstandsvorsitzender Markus Pinger im Interview mit dem „Handelsblatt“. „Wir werden diesen Apotheken auch ein innovatives und weiterentwickeltes Konzept anbieten.“

Eine Lösung gefunden werden muss beim DocMorris-Verkauf nämlich für die bestehenden Lizenzverträge der deutschen DocMorris-Apotheken. Diese laufen bis zu zehn Jahren und bestehen auch nach einem Verkauf der Marke DocMorris zwischen den Apothekern und Celesio fort. Die knapp 160 DocMorris-Apotheker in Deutschland könnten daher auf der Fortführung ihrer Namensrechte bestehen. Im Verkaufsvertrag mit dem neuen Inhaber der DocMorris-Namensrechte müsste eine Übergangsfrist für jene DocMorris-Apotheker geschaffen werden, die den  Markennamen in Deutschland weiterführen wollen. Pinger: „Unsere Verpflichtungen gegenüber den Franchisepartnern in Deutschland werden wir natürlich voll erfüllen.“

Diese komplizierte Konstruktion soll durch ein attraktives Angebot zum Wechsel in die neue europaweite Celesio Apothekenkooperation aufgelöst werden. Im Herbst will Celesio dazu Details vorstellen. „Wir wollen neue Wege gehen und überzeugende gesundheitsorientierte Konzepte entwickeln und anbieten. Es gibt große Möglichkeiten, die Rolle des Apothekers zu stärken und zu erweitern, etwa in der Beratung und der Betreuung von Patienten“, so Pinger im „Handelsblatt“-Interview.

Darin sieht der Celesio-Chef auch die Chance, sich gegen steigenden Wettbewerbsdruck zu behaupten: „Aber wir werden mit innovativen Shopkonzepten ja gerade den unabhängigen Apothekern helfen, gegen solche Ketten erfolgreich zu konkurrieren. Ohne Verlust der Selbstständigkeit.“

Dazu will Pinger „neue und gefragte Servicekonzepte“ entwickeln, die eine einzelne Apotheke nicht entwickeln könne. Pinger: „Und indem wir durch eine internationale Einkaufs-und Marketingorganisation Skalenvorteile in der Beschaffung und im Produktvertrieb bieten, wie sie eine einzelne Apotheke nicht realisieren kann. In dieses Netzwerk wollen wir nicht nur unsere eigenen 2300 Apotheken einbinden, sondern auch die mehr als 4500 Partnerapotheken in Europa. Und wir wollen viele weitere Apotheken als Partner gewinnen.“

Gegen den wachsenden Wettbewerbsdruck von Drogeriemärkten will sich der Celesio-Chef mit dem neuen „gesundheitsorientierten Apothekenkonzept" behaupten: „Wir sind davon überzeugt, dass Apotheken für die individuelle Gesundheit und Lebensqualität immer wichtiger werden. Und damit eine Schlüsselrolle für moderne Gesundheitssysteme übernehmen.“   


Lothar Klein